Glossar der romanischen und gotischen Architektur
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Architektonische Begriffe der Romanik und Gotik
Romanik (Das Flackern)
Beschreibt eine Spannweite, deren Breite allmählich zu- oder abnimmt. Charakteristisch für die Romanik, aber auch in Portalen der Gotik zu finden (11. und 12. Jahrhundert). Beispiele: Portico de la Gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela (11. Jh.) oder das Westportal der Kathedrale von León (13. Jh.).
Archivolten
Gewölbebögen, die einen Bogen umrahmen. Der Begriff wird häufig im Plural verwendet, um die ineinander verschachtelten Bögen eines Portals zu beschreiben. Typisch für die Romanik und Gotik (11. und 12. Jahrhundert). Beispiele: Portico de la Gloria (Santiago de Compostela) oder das Westportal der Kathedrale von León.
Bestiarium
Darstellung von echten Tieren und fantastischen Monstern mit moralischer Bedeutung in der architektonischen Skulptur, vor allem an Kapitellen von Kirchen und romanischen Klöstern, wie die Harpyien im Kreuzgang des Klosters von Silos (11. Jh.).
Chorhaupt (Head)
Das Ende der Kirche, an dem sich der Altar befindet. Ein Beispiel aus dem 12. Jahrhundert ist das Chorhaupt von Sant Climent de Taüll, ein typisches Beispiel der katalanischen Bergromanik. Außen umfasst das Konzept den Abschluss des Tempels, bestehend aus Chor und Apsis.
Kreuzgang
Überdachte Galerie im Innenhof einer Kirche oder eines Klosters, wie der romanische Kreuzgang des Klosters von Silos (11. Jh.).
Strebepfeiler
Massive Stützpfeiler aus Stein, die an der Außenseite einer romanischen Wand befestigt sind, um den seitlichen Druck des Gewölbes abzufangen (z. B. San Martín de Teixeiro, 12. Jh.). In der Gotik ist der Strebepfeiler isoliert und frei stehend, um den Schub des Gebäudes über Strebebögen in den Boden abzuleiten (z. B. Kathedrale von León, 13. Jh.).
Vierung (Cruise)
Schnittpunkt von Quer- und Hauptschiff. In der Romanik oft mit einer Kuppel auf Pendentifs versehen, wie in der Kathedrale von Santiago de Compostela (Ende 11. Jh.) oder der Kathedrale von Zamora (12. Jh.).
Chorumgang (Ambulante)
Halbkreisförmige Galerie als Erweiterung der Seitenschiffe um die Rückseite des Altarraums.
Glockengiebel (Rohrkolben)
Hohe Wand an der Fassade, die als Glockenträger dient. Häufig in kleinen ländlichen romanischen Kirchen, wie der Einsiedelei von San Quirce de Durro (katalanische Bergromanik, 12. Jh.).
Isozephalie
Künstlerische Norm der archaischen Skulptur und Malerei (Romanik, 11./12. Jh.), bei der die Köpfe auf gleicher Höhe ausgerichtet sind, um ein durchgehendes Fries zu bilden. Die Figuren sind in Reihen gleicher Größe dargestellt, wie im Relief des Klosters Santo Domingo de Silos zu sehen.
Gewände (Zarge)
Seitliche Begrenzung einer Tür oder eines Fensters aus Stein, Ziegel oder Holz. In der Romanik und Gotik sind hier oft Säulen und Statuen angebracht, wie am Portico de la Gloria (Santiago de Compostela) oder am Westportal von León (13. Jh.).
Mandorla
Italienisch für „Mandel“. Ein ovaler oder mandelförmiger Rahmen, der Christus in Majestät (Pantokrator) oder die thronende Maria umgibt. Auch als „mystische Mandel“ bekannt. Beispiel: Santa Maria de Taüll (12. Jh.).
Pantokrator
(Griech. „Allherrscher“). Darstellung Christi in der Romanik als triumphierender, allmächtiger Richter am Ende der Zeit, sitzend mit den Evangelien in der linken Hand und segnender rechter Hand. Beispiel: Sant Climent de Taüll (12. Jh.).
Tetramorph
Ikonographische Darstellung der vier Evangelisten als Symbole: Mensch/Engel (Matthäus), Löwe (Markus), Stier (Lukas) und Adler (Johannes). Beispiel: Tympanon von Saint-Pierre de Moissac (12. Jh.).
Tympanon
Raum über dem Türsturz und innerhalb der Archivolten. In der Romanik meist halbkreisförmig, in der Gotik spitzbogig. Oft mit Reliefs verziert.
Querschiff
Schiff einer Kirche, das das Hauptschiff im rechten Winkel schneidet und zwei Arme bildet.