Gotische Architektur: Merkmale, Geschichte und europäische Beispiele
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Architektur: Die gotische Kathedrale
Die gotische Kathedrale ist gekennzeichnet durch die Vertikalität und das Licht, das ein Spiegelbild der Gottheit ist. Der typischste Ausdruck ist die Kathedrale, in der wir alle Elemente der gotischen Kunst finden. Es wird eine neue Art von Bogen und Gewölbe verwendet: der Spitzbogen und das Kreuzrippengewölbe, die eine transparente Wand ermöglichen, die mit Glas bedeckt ist. Die Rosettenfenster befinden sich über den Fenstern der farbigen Ebenen.
Grundriss und Aufbau
Im Grundriss dominiert das lateinische Kreuz, unterschieden in:
- Hauptschiff und Querschiff, die zwischen drei und fünf Schiffe unterteilt sind.
- Der Chor verfügt über einen Umgang (Ambulatorium) und Strahlenkapellen (Kapellenkranz).
- Das Langhaus und das Querschiff sind breiter und höher als die Seitenschiffe.
Es treten Stützen auf, die aus mehreren dünnen Säulen (Rippen) bestehen. Im gotischen Bauwerk sind zusätzliche Gegengewichte erforderlich: die Strebepfeiler (Arbotantes).
Das Gewölbe und die Fenster
Das Gewölbe besteht aus rechteckigen Räumen, die mehr Fläche abdecken. Es setzt sich aus zwei Bögen (Rippen) zusammen, die sich im Schlussstein schneiden. Die verbleibende Fläche wird mit Füllstücken versehen. Die Fenster sind in Maßwerk angeordnet. Jedes Glasstück hat einen eisernen Rahmen und eine bleiverglaste Abdeckung.
Die Fassade
Die Fassade ist typisch geformt. Sie besteht aus zwei quadratischen Türmen, die mit einem pyramidenförmigen Element gekrönt sind. Sie weist drei Ebenen auf:
- Das Eingangsportal.
- Die Fenster.
- Das Rosettenfenster.
Die Höhe der Kathedrale gliedert sich in drei Teile: die Arkadenhalle (Laubengang), die Lichtgaden und das Obergaden (Claristorio) oder die Fenster.
Weitere gotische Bauten
Neben den Kathedralen sind auch andere zivile Gebäude wichtig. Sie finden sich im Rathaus, bei den Fischauktionen, sowie beim Bau von Burgen und militärischen Befestigungsanlagen.
Gotische Architektur in Europa
Frankreich: Die Wiege der Gotik
Frankreich ist die Wiege der Gotik. Hier finden wir die proto-gotischen Bauten wie die Zisterzienserabtei von Saint-Denis und Notre-Dame in Paris. Zur klassischen Periode gehören die königlichen Kathedralen von Reims, Amiens und Chartres. In der Zeit des Manierismus stechen die Sainte-Chapelle in Paris und die Kathedrale von Rouen hervor.
England
In England hat die Gotik drei Stufen:
- Der primitive Stil (z.B. Kathedrale von Canterbury).
- Der dekorative Stil (z.B. Kathedrale von York).
- Der Vertikalstil (z.B. Westminster Cathedral).
Italien
Die Gotik hielt in Italien Einzug, wobei die bürgerliche Architektur charakteristisch ist. Zu betonen sind die Kartause von Pavia, die Stadt Perugia und der Dogenpalast (Casa del Oro) in Venedig.
Portugal
Die Gotik gelangte über Spanien nach Portugal. Hervorzuheben sind das Kloster von Batalha und das Kloster von Alcobaça. Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelte sich der ursprüngliche manuelinische Stil, wie im Kloster von Belém.
Spanien: Gotische Schwerpunkte
In Spanien hat die Gotik zwei Schwerpunkte: den Jakobsweg nach Santiago de Compostela und die Handelsstädte der Krone von Aragón.
Frühe Gotik (12. Jahrhundert)
Die Gotik wurde im 12. Jahrhundert in Spanien eingeführt. Charakteristisch sind die vielen T-förmigen Grundrisse, die Kapellen am Kopfende, das Querschiff und der zweigeschossige Kreuzgang. Beispiele sind die Klöster von Poblet, Spina, Gradefes und The Moreruela. Man begann mit dem Bau der Kathedralen von Zamora, Salamanca, Tarragona und Lleida.
Hochgotik (13. Jahrhundert)
Die zweite Stufe ist die Hochgotik. Die wichtigsten Bauten sind die Kathedralen von León, Burgos und Toledo.
Spätgotik (14. Jahrhundert)
Das dritte Stadium im 14. Jahrhundert umfasst die Kathedralen von Palma de Mallorca, Santa Maria del Mar (Barcelona) und Girona. Die Tempel sind strenger, das Hauptschiff ist größer und die Seitenschiffe sind höher.
Isabellinische Gotik (15. Jahrhundert)
Im 15. Jahrhundert entstand der prachtvolle gotische Stil, der in Kastilien als elisabethanisch bezeichnet wird. Zu dieser Zeit überquoll die Dekoration, die Grundrisse neigen dazu, ein einziges Kirchenschiff mit dünnen, quadratischen Mittelteilen zu haben. Der Chor wird an den Fuß verlegt und ist höher. Beispiele sind die Kathedralen von Palma de Mallorca und Valencia. In Kastilien gibt es zwei Schulen: die von Toledo und die von Burgos (z.B. das Löwentor der Kathedrale von Toledo, die Kartause von Miraflores).