Grenzkonflikte in Südamerika — Länder, Flüsse, Schiedsverfahren

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Boundary-Frage: Übersicht

Uruguay: Río Uruguay und Río de la Plata

Río Uruguay (1961): Von der brasilianischen Insel Great Falls (Damm) aus wird die Mittellinie des Flusses bestimmt. Aus dem Stausee in Punta Gorda wird die maximale Tiefe des Kanals namens Vanguada gemessen. Es wurden Reservierungen mit den Inseln Filomena, Juanicó Mayor und Uruguay getroffen.

Río de la Plata (1973):

  1. Die Grenze wurde hinsichtlich des Flussbetts und des Untergrundes (Bett und Subsuelo) festgelegt.
  2. Die äußere Grenze des Flussmündungsgebiets erstreckt sich in einer Linie von der Nordspitze des Cabo San Antonio (Argentinien) bis Punta del Este.
  3. Festlegungen wurden auch für seitliche maritime Begrenzungen getroffen.
  4. In hoher See gilt die Regelung bis zu 200 Seemeilen. Die Insel Martín García unterliegt argentinischer Gerichtsbarkeit, wird jedoch von einer gemischten Kommission verwaltet.
  5. Jedes Land behält exklusive Rechte an den Gewässern von der Küste bis 2 Seemeilen auf See. Die Breite der Flussmündung beträgt etwa 7 Meilen.

Brasilien: Flüsse Uruguay und Iguaçu

"Frage der Missionen" (1895/1941): Die Streitigkeiten wurden 1895 durch einen Schiedsspruch in den USA (Cleveland) gelöst. Die Grenze sollte entlang der Flüsse San Antonio und Iguaçu verlaufen. Das Problem hatte toponymische Ursachen: Brasilien behauptete, dass diese Flüsse westlich lägen; der Schiedsrichter sprach zugunsten Brasiliens.

Bolivien: Argentinien–Bolivien

Argentinien–Bolivien (1889): Argentinien trat Bolivien Teile ab; es gab Probleme um Tarija und das Gebiet, das die „Juntas de San Antonio“ betraf, im Austausch für Rechte Boliviens an einem Abschnitt des Hochlandes von Atacama. Es war erforderlich, eine Sondervereinbarung über die Stadt Yacuiba zu treffen: Gebiete südlich des 22. Breitengrades südlicher Breite sollten zum argentinischen Territorium gehören.

Paraguay: Chaco Boreal und Río Pilcomayo

"Frage des Chaco Boreal" (1878): Für den Chaco Boreal sowie für den Río Pilcomayo und den Río Verde gab es 1878 ein Schiedsgericht mit Entscheidung durch den US-Präsidenten (Hayes). Bei dem Río Pilcomayo liegt die Schwierigkeit in der Abwesenheit eines festen Flussbetts aufgrund seiner kontinuierlichen Verschiebung; daher ist eine konventionelle Flussgrenze schwer zu definieren. 1945 berief man sich auf ein photographisches Mosaik, das von Fortín Soledad bis zum Salto Palmar reicht.

Paraguay: Chaco Boreal und Río Pilcomayo (Wiederholung)

"Frage des Chaco Boreal" (1878) — Wiederholung: In Bezug auf den Río Pilcomayo besteht die Schwierigkeit weiterhin in der fehlenden Beständigkeit eines Kanals, da sich der Flusslauf kontinuierlich verschiebt. Auch hier wurde 1945 ein photographisches Mosaik von Fortín Soledad bis Salto Palmar herangezogen.

Chile: Sektor Puna und Andenfragen

Sektor Puna (1899): In der Mitte der Auseinandersetzungen (Buchanan?) wurde eine Resolution getroffen: Mit einer Mehrheit (2/3 Stimmen) fiel die Entscheidung zugunsten Argentiniens; unterstützt wurde eine geometrische Begrenzung vom Cerro Zapalén über Socompa und Cerro Colorado bis zum Paso San Francisco.

Paso San Francisco

Nach einem Grenzstreit wurde 1902 eine Schlichtung durch König Eduard VII. (Edward VII) vorgenommen, um den Streitpunkte auf dem Paso San Francisco zu klären.

Andes áridos (Trockene Anden)

1881: Argentinien vertrat die These einer Grenze entlang der hohen Gipfel/Wasserscheiden; Chile vertrat die These der Grenzen anhand von Flussläufen (Aguas). Es bestehen unterschiedliche Trennlinien vom Paso de San Francisco bis zum Río Pirehueico (Neuquén).

Patagonische Anden

  • Die Grenze folgt nicht strikt den höchsten Gipfeln der Wasserscheide.
  • Der Schiedsspruch von 1902 durch König Eduard VII. legte eine gemischte Grenze fest: teilweise entlang hoher Gipfel, teilweise entlang von Wasserscheiden.
  • Spätere Probleme (etwa um den Lago de la Pampa/Wüstensee, Beckenausfärbungen und den Río Palena) wurden später, unter anderem unter dem Einfluss britischer bzw. anderer Vermittlungen, weiter behandelt; einige Fragen wurden erst in späteren Jahrzehnten geklärt.

Beagle-Kanal

Der Beagle-Konflikt begann mit chilenischen Ansprüchen auf die Inseln Picton, Lennox und Nueva. Zur Lösung wurde eine internationale Schlichtung angestrebt. 1977 kam es zu einem Abkommen, das jedoch 1978 von Argentinien für nichtig erklärt wurde. Auf Vermittlung von Papst Johannes Paul II. (1980) wurde der Konflikt verhandelt; die endgültige Einigung trat 1984 in Kraft.

Kontinentales Eis und Gebirgsketten

Das Gebiet zwischen dem Monte Fitz Roy und dem Cerro Daudet (kontinentales Eis/Gebirgsketten) war bereits im späten 19. Jahrhundert Gegenstand von Vereinbarungen. Ein britischer Schiedsspruch von 1902 bestätigte bestimmte Grenzziehungen, die jedoch nicht vollständig vermessen oder endgültig markiert worden waren.

Lago del Desierto (See der Wüste)

Der Streit um den Lago del Desierto wurde einem Schiedsverfahren vor einem amerikanischen Richter unterzogen; das Urteil von 1994 fiel zugunsten Argentiniens aus.

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