Griechische Architektur: Von der kretomikenischen zur Klassik

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Kretomikenische Kunst

Die griechische Kunst ist das Ergebnis eines langen Lernprozesses, der maßgeblich durch benachbarte Kulturen geprägt wurde. Dazu gehören insbesondere die minoische und die mykenische Kultur. Sie basierten auf einem bedeutenden Seehandel, der sie mit anderen Zivilisationen, wie etwa der ägyptischen, in Berührung brachte.

Kretomikenische Architektur

Die kretomikenische Architektur verwendete Elemente, die später in die griechische Kunst einflossen:

  • Material: Verwendung von Stein in architravierten Strukturen mit großem Gebälk.
  • Säulen: Ägäische Säulen, die auf einem rechteckigen Sockel stehen, sich nach unten verjüngen und ein Kapitell mit Echinus und Abakus besitzen.

Prächtige Palastanlagen wie in Knossos sind bis heute erhalten. In der mykenischen Kunst sind die Mauern hervorzuheben, die in zyklopischer Bauweise errichtet wurden. In ihnen befanden sich monumentale Tore wie das Löwentor. In dieser Zivilisation entstand zudem eine Hausform namens Megaron mit rechteckigen Säulen, die als direkter Vorläufer des griechischen Tempels gilt.

Die Ionische Ordnung

Die ionische Ordnung entstand Mitte des 6. Jahrhunderts v. Chr. im Gebiet von Ionien. In dieser Zeit begann man, Tempel als Wohnstätten der Gottheiten zu betrachten, was zu einer größeren Ansammlung von Säulen und charakteristischen Kapitellen mit Voluten führte. Sie weist Merkmale auf, die sie von der dorischen Ordnung unterscheiden:

  • Sie ist schlanker und zeugt von einem verfeinerten Denken.
  • Die Dimensionen wirken monumentaler, beeinflusst durch ägyptische Einflüsse.
  • Die Basis besteht aus zwei Torussen und einer Skotia.
  • Der Säulenschaft weist Kanneluren auf.
  • Das Kapitell besteht aus zwei Voluten, die spiralförmig gestaltet sind.
  • Im Gebälk ist der Architrav mit drei horizontalen Streifen verziert, während der Fries glatt oder durchgehend gestaltet ist.

Griechische Architektur

Die griechische Architektur zeichnet sich durch ihre plastischen Werte aus. Das Gebäude wurde als Teil eines städtischen Gefüges konzipiert, wobei besonderes Augenmerk auf das äußere Erscheinungsbild gelegt wurde. Der griechische Tempel, das zentrale Element dieser Architektur, wurde primär für die Betrachtung von außen entworfen; die innere Konfiguration war zweitrangig. Die Säule wurde dabei wie eine Skulptur als ästhetisches Formelement behandelt.

Allgemeine Merkmale

  • Sturzbauweise: Es handelt sich um eine Architektur mit Architrav (Sturz).
  • Material: Verwendung von Stein; ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. verbreitete Nutzung von Marmor.
  • Technische Perfektion: Hoher Anspruch an die Ausführung der Werke.
  • Farbgebung: Verwendung von Farben wie Blau für Triglyphen, Rot für die Unterseite der Metopen und Goldakzente.
  • Säulenordnungen: Die drei Hauptordnungen sind Dorisch, Ionisch und Korinthisch.
  • Menschlicher Maßstab: Die Gebäude wurden in einem antimonumentalen, menschlichen Maßstab errichtet.
  • Harmonie: Streben nach konstruktiver Harmonie durch Zahl, Proportion und Gleichgewicht.
  • Optische Korrekturen: Anwendung optischer Anpassungen, um Verzerrungen durch horizontale und vertikale Linien auszugleichen.

Die Dorische Ordnung

Die dorische Ordnung ist die älteste und entstand im 7. Jahrhundert v. Chr. Sie wurde von den Dorern entwickelt, was den strengen und einfachen Charakter dieses Stils erklärt, da diese aus dem griechischen Festland stammten und eine eher bäuerliche Tradition pflegten. Die wichtigsten Merkmale sind:

  • Säulen: Keine Basis, sie stehen direkt auf dem Stylobat.
  • Säulenschaft: Kanneliert und mit Entasis (leichte Schwellung).
  • Kapitell: Bestehend aus Halsring, Echinus und Abakus.
  • Gebälk: Bestehend aus Architrav, Fries (mit Triglyphen und Metopen) und Gesims.
  • Giebel: Fronton.

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