Die griechische Architektur: Ordnungen, Tempel und Bauwerke

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Die griechische Architektur

In der griechischen Architektur unterscheidet man drei klassische Säulenordnungen: die dorische, die ionische und die korinthische Ordnung. Jeder Auftrag besteht aus tragenden und unterstützenden Elementen:

  • Tragende Konstruktion: Besteht aus der Säule, dem Schaft und dem Kapitell. Die Größe folgt einem strengen Kanon. Wenn der Schaft als menschliche Figur gestaltet ist, spricht man bei weiblichen Figuren von Karyatiden und bei männlichen von Atlantiden.
  • Unterstützendes Element: Das Gebälk besteht aus Architrav, Fries und Gesims.

Die dorische Ordnung

Die dorische Ordnung gilt als nüchtern und männlich mit gedrungenen Proportionen.

  • Säule: Besitzt keine Basis. Der Schaft ist robust mit scharfkantigen Kanneluren und weist oft eine Entasis (Schwellung) auf. Das Kapitell besteht aus dem Säulenhals, dem Echinus und einem quadratischen Abakus.
  • Gebälk: Der Architrav ist glatt. Der Fries besteht aus Triglyphen (vertikal gerillte Elemente) und Metopen (quadratische oder rechteckige Felder, meist mit Reliefs verziert). Das Gesims ist mit kleinen Mutuli verziert.
  • Giebel: Das Dreieck über dem Gesims bildet den Giebel mit dem Tympanon, das oft Reliefs enthält. An den Ecken und der Spitze befinden sich Akrotere.

Die ionische Ordnung

Diese Ordnung wirkt schlanker und dekorativer, sie wird oft als weiblich assoziiert.

  • Säule: Besitzt eine Basis aus Torus und Trochilus. Der Schaft ist schlank.
  • Kapitell: Besteht aus einem mit Eierstab verzierten Echinus und einem Kissen, das seitlich in Voluten (Schneckenformen) endet.
  • Gebälk: Der Architrav ist meist dreigeteilt, der Fries kann glatt oder skulptiert sein.

Die korinthische Ordnung

Sie zeichnet sich durch ein besonders luxuriöses Kapitell aus, das mit zwei Reihen von Akanthusblättern und Caulicoli (Stängeln) verziert ist. Der Abakus ist fein geschwungen. Die Kompositordnung kombiniert diese Akanthusblätter mit den ionischen Voluten.

Der griechische Tempel

Der Tempel ist das zentrale Gebäude der griechischen Architektur. Er gliedert sich in:

  • Pronaos: Vorhalle.
  • Naos oder Cella: Kultraum für die Götterstatue.
  • Opisthodom: Rückwärtiger Raum.
  • Peristyl: Säulenhalle, die den Tempel umgibt.

Tempeltypen nach Struktur

  • In antis: Einfachste Form mit zwei Säulen zwischen den Mauerenden.
  • Prostylos: Portikus nur an der Vorderseite.
  • Amphiprostylos: Portikus an Vorder- und Rückseite.
  • Peripteros: Von einer Säulenreihe (Kolonnade) umgeben.
  • Dipteros: Von zwei Säulenreihen umgeben.
  • Monopteros/Tholos: Rundtempel.

Entwicklung der griechischen Architektur

Archaische Periode

Die Tempel wurden zunehmend aus Stein (Kalkstein) errichtet. Die Säulen waren oft gedrungen mit ausgeprägter Entasis und großen Kapitellen (z. B. Tempel der Hera in Paestum).

Klassische Periode

Die Akropolis von Athen wurde unter Perikles neu gestaltet. Wichtige Bauwerke sind:

  • Parthenon: Ein dorischer, peripteraler Oktastylos, gewidmet der Athena Parthenos. Architekten: Iktinos und Kallikrates.
  • Tempel der Athena Nike: Ein kleiner ionischer, amphiprostyler Tetrastylos.

Hellenismus

Es entstehen monumentale Anlagen wie der Altar des Zeus in Pergamon mit seiner dramatischen, skulpturalen Gigantomachie.

Griechische Theater

Das Theater wurde in den Hang gebaut und besteht aus drei Teilen:

  • Theatron: Halbkreisförmige Zuschauerränge.
  • Orchestra: Runder Bereich für den Chor mit dem Altar des Dionysos.
  • Skene: Bühnengebäude für die Aufführungen (Beispiel: Theater von Epidauros).

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