Griechische Architektur: Tempel und Theater im Überblick

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Der griechische Tempel

Der Tempel ist das wichtigste Gebäude der griechischen Architektur. Sein Zweck war es, das Bild einer Gottheit zu beherbergen. Das ideale Verhältnis basierte auf einer heiligen Zahl: hundert Fuß lang im Verhältnis zu Höhe und Breite. Das Äußere wurde wie eine monumentale Statue entworfen und folgte den Gesetzen der Skulptur.

Optische Harmonie

Um optische Täuschungen zu korrigieren, wurden das Gebälk und der Stylobat (die oberste Stufe des Tempelunterbaus) leicht nach innen gewölbt. Zudem wurden die Abstände zwischen den Säulen variiert, um eine Wirkung von Schwäche zu vermeiden.

Aufbau des Tempels

  • Grundriss: Meist rechteckig, seltener rund (Tholos).
  • Vorhalle (Pronaos): Gebildet durch die Verlängerung der Seitenwände.
  • Naos oder Cella: Der Raum, in dem die Statue der Gottheit stand.
  • Opisthodomos: Ein rückwärtiger Raum ohne Zugang zum Inneren der Cella.

Arten von Tempeln

Die Klassifizierung erfolgt nach der Anzahl der Säulen an der Fassade:

  • In antis / Distylos: 2 Säulen
  • Tetrastylos: 4 Säulen
  • Hexastylos: 6 Säulen
  • Oktastylos: 8 Säulen

Nach der Anordnung der Säulen unterscheidet man:

  • Prostylos: Säulen nur an der Hauptfassade.
  • Amphiprostylos: Säulen an beiden Fronten.
  • Peripteros: Von einer Säulenreihe umgeben.
  • Dipteros: Mit doppelter Säulenreihe.
  • Pseudodipteros: Die Säulenreihe ist in die Wand integriert.

Herausragende Beispiele

  1. Archaische Zeit (7.–6. Jh. v. Chr.): Ausbildung der dorischen und ionischen Ordnung (z. B. Apollon-Tempel in Ägina).
  2. Klassik (5.–4. Jh. v. Chr.): Vollendung der Stile (Athener Akropolis: Parthenon dorisch; Erechtheion und Athena-Nike-Tempel ionisch; Lysikrates-Denkmal korinthisch).
  3. Hellenismus (Ende 4.–1. Jh. v. Chr.): Auflösung klassischer Formen, orientalische Einflüsse (z. B. Zeusaltar in Pergamon, Mausoleum von Halikarnassos).

Das griechische Theater

Das Theater hat seinen Ursprung im Kult des Dionysos. Die Griechen nutzten Aufführungen von Tragödien und Komödien zur moralischen Reinigung (Katharsis) und gesellschaftlichen Kritik.

Struktur des griechischen Theaters

  • Zuschauerränge (Koilon): Angelegt am Hang eines Hügels.
  • Orchestra: Ein kreisförmiger Bereich, in dem sich der Chor bewegte.
  • Skene: Das Gebäude hinter dem Orchester, das als Kulisse diente.
  • Proskenion: Eine 3 bis 4 Meter hohe Plattform vor der Skene, auf der die Schauspieler agierten.

Vergleich: Griechisches vs. Römisches Theater

Während das griechische Theater den natürlichen Hang nutzte, basierte das römische Theater auf einem System aus Beton-Gewölben und Galerien. Das römische Orchester war halbkreisförmig und bot Platz für wichtige Persönlichkeiten, während die römische Bühne (Frons Scenae) eine aufwendige, permanente architektonische Fassade darstellte.

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