Griechische Lyrik: Von Hipponax bis zur hellenistischen Dichtung
Eingeordnet in Latein
Geschrieben am in
mit einer Größe von 2,91 KB
Hipponax von Ephesus
Hipponax von Ephesus lebte den Großteil seines Lebens im Exil. Die erhaltenen Fragmente zeigen einen kritischen Geist, der alles verspottet – auch sein eigenes Leben als zynischer Bettler, der die Abgründe der Gesellschaft aus eigener Erfahrung kannte.
Die Elegie
Ursprünglich war die Elegie ein Klagelied, das möglicherweise bei Begräbnisbanketten gesungen wurde. Dieses Genre wurde durch die epische Form beeinflusst und thematisch genutzt, um Bedürfnisse und Probleme auszudrücken. Das Metrum ist das elegische Distichon.
Bedeutende Elegiendichter
- Kallinos von Ephesus (7. Jh. v. Chr.): Die Geschichte der Elegie begann mit Aufrufen zur Verteidigung der Stadt, wobei der Einfluss der homerischen Sprache deutlich erkennbar ist.
- Tyrtaios (7. Jh. v. Chr.): Er forderte die Spartaner zu Mut und Kampf an vorderster Front im Krieg gegen Messenien auf. Sein Werk zeigt starken homerischen Einfluss, vor allem im ionischen Dialekt.
- Mimnermos von Kolophon (7. Jh. v. Chr.): Er beklagte das Vergehen der Zeit und den Verlust der flüchtigen Jugend. Die höchste Freude war für ihn die „geliebte Aphrodite“. Er wurde von lateinischen Dichtern wie Properz und Ovid nachgeahmt.
- Solon von Athen (7.–6. Jh. v. Chr.): Er lebte in einer Zeit großer Umbrüche. Als Gesetzgeber Athens verarbeitete er seine politischen, moralischen und sozialen Ermahnungen zu guter Regierungsführung und Mäßigung in Elegien und Jamben.
- Theognis von Megara (6. Jh. v. Chr.): Seine kurzen Elegien sind typisch für das Symposium. Sie behandeln Themen wie Liebe, Sehnsucht nach vergangenen Zeiten, Wein, das aristokratische Ideal sowie Protest gegen den sozialen Wandel.
Die hellenistische Dichtung
Hellenistische Dichter waren zugleich Gelehrte und Philosophen. Sie studierten die Klassiker und versuchten diese bewusst zu emulieren. Diese Nachahmung, die klare Hinweise auf große griechische Autoren enthält, ist als „Kunst allusiva“ bekannt.
Merkmale und Vertreter
- Themen: Besonders die Erotik steht im Fokus, wobei Liebe oft als tragische Krankheit dargestellt wird. Auch Humor und Ironie gewinnen an Bedeutung.
- Kallimachos: Seine Hymnen und Aitia sind von hoher Gelehrsamkeit geprägt. Die Hymnen folgen traditionellen Modellen, sind jedoch durch die „Kunst allusiva“ und einen belehrenden Ton gekennzeichnet. Die Aitia sind eine Sammlung von Geschichten über marginale Mythen, geprägt durch Dialoge und häufige Sprecherwechsel.
- Theokrit: Er zeichnet sich durch Detailverliebtheit und eine sentimentale Note aus. Sein Hauptwerk ist die bukolische Dichtung, in der er mythologische Epen und Mimen mit Hirtengedichten verbindet.