Griechische und Römische Kunst: Architektur und Skulptur

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Eigenschaften der griechischen Architektur

Die griechische Architektur zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Arquitravada: Die Struktur der Gebäude basiert auf horizontalen und vertikalen Linien.
  • Visuelle Harmonie: Orientierung am menschlichen Maßstab unter Ablehnung monumentaler Übersteigerung.
  • Architektonische Ordnungen: Entwicklung fester Beziehungen zwischen den tragenden Elementen (Säulen) und den aufliegenden Elementen (Sturz oder Architrav).
  • Materialien: Verwendung von Stein und Marmor.
  • Bautypen: Tempel, Theater, Agora, Sporthallen und Stadien.

Merkmale der griechischen Skulptur

Materialien: Bronze, Marmor, Stein, Holz, Gold und Elfenbein.

Typologie: Reliefs (zur Dekoration von Giebeln und Friesen) und Freiplastiken.

Fokus: Die menschliche Figur steht im Mittelpunkt. Die Griechen strebten nach Proportion, Balance, Symmetrie und Ausdruckskraft. Sportler dienten als Modell für körperliche und geistige Schönheit (der Kanon des idealen Menschen).

Polychromie: Ursprünglich waren die Statuen farbig bemalt, doch diese Bemalung ging im Laufe der Zeit verloren.

Drei Stufen der griechischen Skulptur

  • Archaik (7.–6. Jh. v. Chr.): Frontalität, Steifheit (hieratisch), ägyptischer Einfluss, archaisches Lächeln, schematische Muskeln.
  • Klassik (5.–4. Jh. v. Chr.): Symmetrie, ausgewogener Ausdruck, Technik der „feuchten Tücher“, männliche Nacktheit, anatomische Flexibilität durch Contrapposto (Gewichtsverlagerung auf ein Bein), Naturalismus.
  • Hellenismus (323–31 v. Chr.): Bruch mit der klassischen Ruhe, Fokus auf Pathos (extreme Emotionen), Dynamik, asiatische Einflüsse und anekdotische Themen.

Merkmale der römischen Architektur

Die Römer entwickelten die griechischen Konzepte weiter:

  • Neue Ordnungen: Komposit- und Toskanische Ordnung.
  • Bautechnik: Routinemäßiger Einsatz von Gewölben, Tonnengewölben, Rundbögen und Kuppeln.
  • Materialien: Stein, Marmor, Ziegel, Mörtel, Beton und Holz.
  • Stadtplanung: Die Stadt war der Bezugspunkt. Das Urbs-Modell basierte auf zwei Hauptachsen: dem Cardo (Nord-Süd) und dem Decumanus (Ost-West). Das Forum bildete das wirtschaftliche, politische und soziale Zentrum.

Merkmale der römischen Skulptur

Die römische Skulptur war stark vom Hellenismus beeinflusst, zeichnete sich jedoch durch einen ausgeprägten Realismus aus, der im Kontrast zum griechischen Idealismus steht.

  • Unterordnung: Die Skulptur diente oft als architektonisches Ornament (z. B. Gedenkreliefs).
  • Porträts: Große Bedeutung und Originalität. Das Porträt strebte nach einer treuen Wiedergabe des Modells, inklusive individueller Mängel.

Malerei und Mosaik

Die römische Malerei und Mosaikkunst zeichnete sich durch einen akribischen Realismus aus:

  • Wandmalerei: Bevorzugung von Wandbildern und Kopien griechischer Holztafelbilder.
  • Mosaike: Verwendung für Fußböden und Wände.
  • Themen: Mythologie, Alltagsszenen, Landschaften, Architekturphantasien und Porträts.
  • Ziel: Erzeugung einer optischen Illusion (Verismo) und dekorative Einbindung in den architektonischen Kontext.

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