Die griechische Tragödie und Komödie: Ursprung und Werke
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Ursprung des griechischen Dramas
Das griechische Drama entstand in Athen im Zusammenhang mit dem Kult des Gottes Dionysos. Bei den Großen Dionysien im Jahr 534 v. Chr. wurde die Statue des Gottes in einer Prozession zu einem Altar gebracht. Ein Chor tanzte um den Altar und sang ein dem Dionysos gewidmetes Lied, den Dithyrambos. Die Teilnehmer waren in Ziegenfelle gekleidet, was den Begriff „Tragödie“ (Lied der Ziege) erklärt.
Die Feierlichkeiten dauerten fünf Tage. Es wurden drei tragische Dichter ausgewählt, die jeweils ein mythologisches Drama und ein Satyrspiel präsentierten. Am Vormittag wurden Tragödien aufgeführt, am Nachmittag Komödien. Ein Chorege finanzierte die Aufführungen.
Die griechische Tragödie
Aischylos
Aischylos gilt als der wichtigste Schöpfer der Tragödie als literarische Gattung. Er führte den zweiten Schauspieler ein, was den Dialog zwischen den Charakteren und die dramatische Handlung intensivierte. Werke: Die Schutzflehenden, Die Perser, Sieben gegen Theben, Der gefesselte Prometheus und die Orestie-Trilogie.
Sophokles
Sophokles schrieb über 130 Stücke, von denen sieben erhalten sind: Ajax, Antigone, Die Trachinierinnen, König Ödipus, Elektra, Philoktet und Ödipus auf Kolonos. Er führte den dritten Schauspieler ein, was die Dramatik und die Komplexität der Argumentation steigerte. Seine Helden stehen ihrem Schicksal oft allein gegenüber, suchen jedoch Rat bei den Gottheiten.
Euripides
Euripides war der jüngste der drei großen Tragödiendichter. Er analysierte die Psychologie seiner Figuren, insbesondere die weibliche Psyche, und kritisierte traditionelle Werte sowie die Folgen des Krieges. Er nutzte den Prolog und den Deus ex machina, um verfahrene Situationen zu lösen. Werke: u. a. Medea, Hippolytos, Troerinnen, Elektra und Die Bakchen.
Die griechische Komödie
Der Begriff „Komödie“ leitet sich von komoidia (von komos: „Festzug mit Gesang und Tanz“) ab. Sie entstand vermutlich aus phallischen Prozessionen zu Ehren des Dionysos. Die Entwicklung wird in die Alte, Mittlere und Neue Komödie unterteilt.
Aristophanes
Er ist der bedeutendste Vertreter der Alten Komödie. Er persiflierte aktuelle Themen und gab dem Chor eine große Bedeutung. Werke: Die Acharner, Die Ritter, Die Wolken, Die Wespen, Der Frieden, Die Vögel, Lysistrata, Die Frösche und Plutos.
Menander
Er ist der bekannteste Dichter der Neuen Komödie. In dieser Phase verlor die politische Satire an Bedeutung; stattdessen rückten realistische, romantische Themen und Abenteuer in den Vordergrund. Werke: Der Dyskolos (Der Menschenfeind), Der Bauer, Der Schild und Der Flötenspieler.
Der Thebanische Sagenkreis
Die Geschichte des Ödipus ist zentral für den thebanischen Sagenkreis. Die Abstammung geht auf Kadmos zurück, der Theben gründete. Ein Orakel prophezeite dem König Laios, dass sein Sohn ihn töten würde. Trotz Versuchen, dies zu verhindern, erfüllte sich das Schicksal: Ödipus tötete unwissentlich seinen Vater und heiratete seine Mutter Iokaste.
Ödipus befreite Theben von der Sphinx, indem er ihr Rätsel löste: „Was geht am Morgen auf vier Beinen, am Mittag auf zweien und am Abend auf dreien?“ (Die Antwort ist der Mensch). Aus der Ehe mit Iokaste gingen vier Kinder hervor: Eteokles, Polyneikes, Antigone und Ismene.