Die größten spanischen Dichter des 20. Jahrhunderts: Jiménez, Lorca, Alberti
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Juan Ramón Jiménez: Dichter des 20. Jahrhunderts
Juan Ramón Jiménez gilt als einer der bedeutendsten Dichter des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein Stil vereint Elemente der gelehrten Poesie, der populären Lyrik und der Avantgarde. Er ist definiert durch die Suche nach dem präzisen Ausdruck, um sein Verständnis der Welt darzustellen. Das zentrale Thema seines Werks ist die Natur, deren Behandlung in drei Phasen unterteilt ist:
Sensitiva (Empfindsam): Romantik und Modernismus
Die Gedichte zeigen romantische und modernistische Einflüsse. Die Natur wird auf eine deskriptive Weise behandelt (z. B. in Solitude Sonora).
Geistiges (Intellektuell): Einfachheit und Gefühl
In dieser Phase werden Dekorationen vermieden und Einfachheit angestrebt. Die Natur dient dazu, seine Wünsche und Gefühle auszudrücken (z. B. in Tagebuch eines frisch verheirateten Dichters).
Genug (Vollendung): Ewigkeit und Schönheit
Es ist der Wunsch nach Ewigkeit und beispielhafter Schönheit. Der Dichter verschmilzt mit der Natur und wird ein Teil davon (z. B. in Auf der anderen Seite). Zu seinen bekanntesten Werken zählt Platero y yo.
Federico García Lorca: Musik, Plastizität und Tragödie
Die Dichtung von Federico García Lorca ist sehr musikalisch, sowohl bei der Verwendung traditioneller Metren als auch bei Avantgarde-Kompositionen. Eine weitere seiner Eigenschaften ist die Plastizität, die eine klare Beziehung zur surrealistischen Bewegung aufweist.
Der Dichter thematisierte in seinen Gedichten die menschliche Tragödie, dargestellt durch höhere Mächte, soziale Konventionen, politische Strömungen und den Tod, die das Glück verhindern.
Hervorzuheben sind das Gedicht Cante Jondo und die Elegie Lament for the Death of Ignacio Sánchez Mejías.
Rafael Alberti: Vielfalt und politisches Engagement
Rafael Alberti war in allen literarischen Genres tätig. Er verfasste bemerkenswerte Memoiren, Erzählungen und Theaterstücke (z. B. Der Schandfleck). Sein Ruhm beruht jedoch auf der thematischen und stilistischen Vielfalt seines lyrischen Werks, das in drei Phasen unterteilt werden kann:
- Bis in die Dreißigerjahre: Er schrieb Gedichte, die sowohl von der populären und traditionellen Lyrik als auch von Góngora und der kultivierten Avantgarde inspiriert waren.
- Seit 1930: Der Dichter widmete sich Fragen des sozialen und politischen Lebens in Spanien. Sein Engagement erreichte seinen Höhepunkt während des Bürgerkriegs.
- Nach dem Krieg: Im Exil griff er persönliche Themen wieder auf, die er bereits früher behandelt hatte, wie etwa die Nostalgie.