Grundbegriffe der marxistischen und nietzscheanischen Philosophie
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Marxistische Grundbegriffe
Kapital
Die Kapitalisten sind die Eigentümer der Produktionsmittel. Sie verfügen über das notwendige Vermögen, um Waren zu produzieren. Sie besitzen die Arbeitsmittel, Werkzeuge, Rohstoffe und vor allem die Arbeitskraft des Arbeitnehmers, die sie wie eine Ware kaufen. In all diesen Gütern manifestiert sich das „Kapital“.
Entfremdung
Ein Zustand, in dem der Mensch nicht über sich selbst verfügt und letztlich nicht für seine Handlungen und Gedanken verantwortlich ist. Für Marx ist dies der Zustand, in dem die unterdrückte Klasse in jeder Gesellschaft lebt, die auf der Ausbeutung und dem Privateigentum an Produktionsmitteln basiert.
Arbeitskraft
Die Gesamtheit der körperlichen und geistigen Voraussetzungen, die ein Mensch in seiner lebendigen Persönlichkeit besitzt und zur Produktion von Waren einsetzt. Die Arbeitskraft ist eine besondere Ware, deren Gebrauchswert die Arbeit ist und deren Tauschwert der Lohn darstellt.
Mehrwert
Ein Teil des Wertes, den der Arbeitnehmer durch den Einsatz seiner Arbeitskraft generiert und der in der marxistischen Analyse vom Kapitalisten einbehalten wird. Die Differenz zwischen dem gezahlten Lohn und dem Wert des Produkts wird als Mehrwert bezeichnet. Die Zeit, die zur Erwirtschaftung des Lohns nötig ist, nennt man notwendige Arbeitszeit; die darüber hinausgehende Zeit ist die Mehrarbeitszeit.
Basis und Überbau
Der Überbau umfasst die rechtlichen und politischen Erscheinungen sowie die Ideologien und Institutionen (Staat, Recht, Religion, Kunst). Diese sind soziale Tatsachen, die im Kontext einer Gesellschaft stehen. Die ökonomische Basis bestimmt dabei stets den Überbau.
Wert
Der Wert eines Gutes wird durch die Menge der gesellschaftlich notwendigen Arbeit zu seiner Herstellung bestimmt. Er setzt sich zusammen aus dem Wert der Rohstoffe, dem Wertverlust der Maschinen, dem Wert der Arbeit und dem durch die Arbeitskraft erzeugten Überschuss. Der Tauschwert oder Preis kann durch Marktkräfte wie Angebot und Nachfrage schwanken, orientiert sich jedoch immer am Wert.
Philosophie von Friedrich Nietzsche
Dionysisches und Apollinisches
Nietzsche unterschied zwei Tendenzen im griechischen Geist:
- Apollinisch: Verbunden mit Licht, Vernunft und Maß. Es verleiht der Welt Ordnung und Sinn.
- Dionysisch: Verbunden mit Dunkelheit, Trieben und Rausch. Es offenbart die Welt als Chaos und Zufall.
In der Geburt der Tragödie argumentiert Nietzsche, dass die griechische Tragödie beide Tendenzen ausbalancierte, um Schönheit und Harmonie im dionysischen Chaos zu schaffen.
Unschuld des Werdens
Eine Weltanschauung jenseits von Gut und Böse, die der christlichen Moral widerspricht. Während das Christentum die Existenz als schuldig betrachtet, befreit diese Sichtweise den Menschen von moralischer Schuld.
Nihilismus
Vom lateinischen „nihil“ (nichts). Eine Haltung, die jeden Wert leugnet. Es gibt verschiedene Formen:
- Nihilismus der Dekadenz: Die westliche Kultur ist nihilistisch, da sie ihre Leidenschaften auf ein Nicht-Existentes richtet.
- Aktiver Nihilismus: Die Philosophie zeigt, dass herrschende Werte eine Erfindung sind, um sie durch radikal neue Werte zu ersetzen.
- Passiver Nihilismus: Der Glaube, dass ohne Gott keine Werte möglich sind, was in Verzweiflung und Untätigkeit endet.
Scheinbare Welt
Nietzsche kritisiert den Platonismus, der die Realität in zwei Welten teilt: eine vernunftgegebene, unveränderliche Welt und eine sichtbare, subjektive Welt der Sinne. Platon ordnet die „reale Welt“ dem Guten und der Seele zu, während die „scheinbare Welt“ mit dem Körper und dem Bösen verknüpft wird.
Umwertung aller Werte
In der Genealogie der Moral kritisiert Nietzsche die christliche Moral. Er schlägt eine Umwertung der Werte vor: Die christliche Moral des Ressentiments soll durch eine gesunde Moral ersetzt werden, die „Ja“ zum Leben, zu Leidenschaften und Instinkten sagt. Der Übermensch ist der Träger dieser neuen Moral.
Unnatürliche Moral
Die traditionelle christliche Moral ist unnatürlich, da sie sich gegen die natürlichen Triebe und den Körper richtet. Eine gesunde Moral hingegen bejaht das Leben, die Leidenschaften und das Instinktive.