Grundbegriffe der Philosophie: Descartes und Spinoza

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Die Philosophie von René Descartes

Die Methode

Methode: Eine Reihe von sicheren und einfachen Regeln, die dazu dienen, die Vernunft zu leiten und deren ordnungsgemäße Verwendung zu ermöglichen. In der Abhandlung über die Methode wurden diese Regeln auf vier reduziert.

Der Beweis

Beweis: Die Klarheit und Deutlichkeit, mit der unser Geist bestimmte Ideen besitzt. Eine Idee ist eindeutig bekannt, wenn sie präsent ist und mit einem scharfen Verstand erfasst wird. Sie gilt als distinkt (unterschieden), wenn sie so präzise und anders als alle anderen ist, dass sie nicht mit etwas anderem verwechselt werden kann.

Angeborene Ideen

Angeborene Ideen: Ideen, die nicht aus der sensorischen Erfahrung stammen, sondern aus der Vernunft selbst. Dies geschieht in dem Sinne, dass der Geist die natürliche Fähigkeit oder Neigung besitzt, diese zu erkennen (nicht, dass sie von Kindheit an ideal und klar gegeben sind). Für Descartes sind nur diese Arten von Ideen klar und deutlich und bilden somit den Beginn des wahren Wissens.

Der methodische Zweifel

Methodischer Zweifel: Ein Zweifel, den Descartes als unverzichtbares, wenn auch übertriebenes Mittel einsetzte, um absolute Gewissheit zu erlangen. Er ist methodisch, weil er dazu dient, Erklärungen zu prüfen, um sie ausschließlich auf rationalen Grundlagen zu verankern. Gleichzeitig ist dieser Zweifel universal, freiwillig und befristet.

Die Substanz

Substanz: Ein Ding, das nichts anderes benötigt, um zu existieren. Da diese Definition streng genommen nur auf Gott zutrifft, stellte Descartes fest, dass auch das Selbst (Res cogitans) und die Welt (Res extensa) Substanzen sind, da sie außer Gott nichts anderes benötigen, um zu existieren.

Das Attribut

Attribut: Das Wesen oder die Natur der einzelnen Substanzen. Das Attribut der denkenden Sache ist das Denken, und das der ausgedehnten Sache ist die Ausdehnung. Beide Attribute sind perfekt voneinander unterscheidbar: Das Denken kann ohne Ausdehnung gedacht werden, und die Ausdehnung kann unabhängig vom Denken existieren.

Der Modus

Modus (Mode): Diese Eigenschaft ist für die Substanz nicht zwingend erforderlich und kann variieren. Während man nicht zwischen der Substanz und ihrem Attribut unterscheiden kann, ist ein Modus nicht identisch mit der Substanz, benötigt diese aber zum Existieren. Modi der ausgedehnten Substanz wären die Figur, die Position und die Bewegung. Modi der denkenden Substanz wären Liebe, Hass, Urteilen etc. Für Descartes gibt es in Gott keine Modi, da er keiner Variation unterliegt.

Primäre Qualitäten

Primäre Qualitäten: Eigenschaften der Körper, die sich auf zwei Modi der ausgedehnten Substanz beziehen: Gestalt und Bewegung. Descartes betrachtet diese als die objektive Realität, die sich in den Dingen selbst findet.

Sekundäre Qualitäten

Sekundäre Qualitäten: Eigenschaften, die den Körpern zugeschrieben werden, aber nicht in ihnen selbst existieren. Es handelt sich lediglich um Empfindungen, die in uns durch Variationen in der Ausdehnung erzeugt werden. Für den französischen Philosophen sind diese Qualitäten subjektiv, d. h. sie existieren nicht außerhalb von uns. Beispiele hierfür sind Farben und Aromen.

Die Metaphysik von Baruch de Spinoza

Substanz bei Spinoza

Substanz: Das, was in sich selbst ist und durch sich selbst begriffen wird; das heißt, dessen Konzept nicht den Begriff eines anderen Dinges benötigt, um gebildet zu werden. Wie bei Spinoza ist die einzige Idee, die unser Geist direkt und ohne Abhängigkeit von anderen erfasst, die Idee Gottes. Gott allein ist Substanz.

Attribute bei Spinoza

Attribute: Eigenschaften, die der Verstand an einer Substanz als deren Wesen bildend wahrnimmt. Die Attribute der göttlichen Substanz, die wir erkennen können, sind Denken und Ausdehnung.

Modi bei Spinoza

Modi: Zustände einer Substanz, d. h. das, was in etwas anderem existiert und durch dieses begriffen wird. Die Modi der Ausdehnung sind endliche Körper, und die Modi des Denkens sind endliche Geister.

Intuitive Wissenschaft

Science intuitive (Intuitive Wissenschaft): Die Erkenntnis des Wesens der Dinge aus einer angemessenen Vorstellung der Eigenschaften Gottes. Das gesamte System Spinozas zielt darauf ab, diese intuitive Wissenschaft zu erreichen, die das Wesen der Dinge aus dem göttlichen Wesen heraus durchdringt.

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