Grundbegriffe der Philosophie: Locke und Descartes

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John Lockes Politische Philosophie

Der Naturzustand (State of Nature)

Der State of Nature beschreibt eine Situation, in der sich Menschen befinden, bevor sie durch einen Gesellschaftsvertrag eine Zivilgesellschaft bilden. Menschen werden in diesem Zustand durch das natürliche Sittengesetz regiert, das ihnen eine Reihe von Rechten verleiht: das Recht auf Leben, Freiheit, Gleichheit, Unabhängigkeit und Eigenverantwortung. Zudem legt es entsprechende Aufgaben und Befugnisse zur Festlegung und Durchsetzung des Gesetzes fest.

Demokratisch legitimierte Regierung

Die demokratisch legitimierte Regierung ist die Vertretung der Gemeinschaft. Sobald diese gebildet wurde, wird sie von der Mehrheit gewählt und sollte die Gemeinschaft nach dem Wohl der Allgemeinheit regieren.

Das Gesetz und seine Arten

Das Gesetz ist die Regel, welche die Handlungen der Menschen leitet. Locke unterscheidet zwischen Naturrecht und positivem Recht:

  • a) Natural Law (Naturrecht): Auch bekannt als das natürliche Sittengesetz. Es herrscht im Naturzustand und entspricht dem Gesetz der Vernunft. Es zeigt, dass alle Menschen gleich und unabhängig sind; niemand sollte einem anderen in Bezug auf Leben, Gesundheit, Freiheit oder Eigentum schaden. Zusätzlich zu diesen Rechten und Pflichten gibt das Naturgesetz den Menschen die Kraft, das Naturrecht selbst umzusetzen.
  • b) Das positive Recht: Es stützt sich auf das natürliche Gesetz. Es ist das Gesetz der Zivilgesellschaft selbst, welches durch den Gesetzgeber festgelegt wird. Wenn der Autor im Text ohne weitere Klärung von „Gesetz“ spricht, bezieht er sich auf diese Art.

Freiheit und Mehrheitsprinzip

Freiheit: Im natürlichen Zustand ist der Mensch keiner fremden Macht unterworfen, sondern nur sich selbst und den Regeln, die das natürliche Gesetz diktiert. Die Zivilgesellschaft dient der besten Verteidigung dieser Freiheit.

Mehrheit: Dies ist die legitime Art der Entscheidungsfindung in einer zivilen Gesellschaft. Wenn nicht anders angegeben, ist eine einfache Mehrheit erforderlich; in speziellen Fällen kann eine qualifizierte Mehrheit notwendig sein.

Absolute Monarchie

Die absolute Monarchie ist eine Regierungsform, in der die Macht von einer einzigen Person konzentriert ausgeübt wird, oft mit einer Tendenz zu Despotismus und Willkür. Locke vertritt die Ansicht, dass die absolute Monarchie mit einer legitimen zivilen Macht inkonsequent ist. Sie entspricht eher dem Naturzustand, da es keine unabhängige Justizbehörde gibt, an die man im Falle eines Konflikts zwischen dem Fürsten und seinen Untertanen appellieren könnte. Dadurch behalten die Menschen ihr Recht, sich gegen den Missbrauch der Autorität zu verteidigen.

Eigentumsvorbehalt und Arbeit

Der Eigentumsvorbehalt ist ein Naturrecht im privaten Bereich; es bedeutet, eine eigene Sache zu besitzen und über sie zu verfügen. Locke versteht „Eigentum“ in einem weiten Sinn als ein natürliches Recht, das sich über das eigene Leben, die Freiheit und den Besitz erstreckt. Die Grundlage des privaten Eigentums ist die Arbeit.

Gewaltenteilung und staatliche Leistung

Leistung: Dies beschreibt die Fähigkeit zur Aufstellung und Ausführung des Gesetzes im Naturzustand. Die Menschen delegieren diese natürlichen Kräfte an die zuständigen Stellen der politischen Gesellschaft. Locke unterscheidet drei Arten von Zuständigkeiten:

  • a) Legislative: Die Macht, den Inhalt des Gesetzes und die Strafe für dessen Verletzung festzulegen. Sie liegt in den Händen des Parlaments.
  • b) Exekutive: Die Macht, das Gesetz durchzusetzen. Sie wird von der Regierung ausgeübt.
  • c) Föderative Macht: Die Macht einer Gemeinschaft, die Beziehungen nach außen zu regeln. Sie wird von den Vertretern der Gemeinschaft wahrgenommen.

Die Justiz, also die Macht, Gesetze durchzusetzen, wird vom Autor nicht als völlig unabhängige Gewalt erwähnt, sondern manchmal der Legislative oder Exekutive zugeordnet.

Politische oder Zivilgesellschaft

Die politische oder Zivilgesellschaft ist eine Gemeinschaft von Menschen, die durch Konsens gegründet wurde. Sie bildet einen einzigen politischen Körper mit einem gemeinsamen Gesetz und einer Justizbehörde, an die man sich im Konfliktfall wenden kann.

Terminologie von René Descartes

Die Seele (Res Cogitans)

Alma: Res cogitans ist eine geistige Substanz. Sie ist endlich, da sie einen Anfang hat. Sie ist zudem einfach, da sie nicht in Einzelteile zerlegbar und daher unsterblich ist. Als Substanz ist sie unabhängig vom Körper und benötigt ihn nicht zum Existieren. Sie ist ein Prinzip des Bewusstseins. Nach Descartes ist die Seele leichter erkennbar als der Körper.

Gewissheit, Klarheit und Deutlichkeit

Sicherheit (Gewissheit): Ein Akt des Geistes durch die vorbehaltlose Anerkennung der Klarheit und Deutlichkeit der Wahrheit. Das Vertrauen und die Überzeugung hängen von der Wahrheit ab. Sie ist die Grundlage der Beweise. Descartes unterscheidet zwischen Gewissheit und Wahrheit, da eine subjektive Sicherheit auch falsch sein kann, wenn das Subjekt von einem Irrtum überzeugt ist.

Klarheit und Unterscheidung: Diese gehören zur ersten Regel der kartesischen Methode. Klar ist etwas, das dem aufmerksamen Geist direkt gegenwärtig und sichtbar ist. Distinct (deutlich) ist eine Idee, die so präzise und von anderen getrennt ist, dass sie nur das enthält, was klar ist. Man sollte nur klare und deutliche Ideen zulassen, die für die Vernunft einsichtig sind.

Der Körper (Res Extensa)

Körper: Die ausgedehnte Substanz (res extensa). Es handelt sich um die materielle Substanz, die durch ihre Form begrenzt ist, sich im Raum befindet und gemessen werden kann. Ihre Funktionsweise ähnelt einer Maschine. Da der ausgedehnte Körper aus Teilen zusammengesetzt ist, ist er begrenzt, endlich und sterblich.

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