Grundbegriffe der Soziologie und Philosophie
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Die Masse und das kollektive Bewusstsein
Menschen verlieren in der Masse ihre Individualität, da eine Art „kollektive Seele“ entsteht – ein überindividuelles Bewusstsein, das den Geist des Einzelnen in eine mentale Einheit verschmilzt. Der französische Soziologe Gustave Le Bon beschrieb dies als eine Gruppe von Menschen mit den Merkmalen des Verlustes rationaler Kontrolle, erhöhter Suggestibilität, emotionaler Ansteckung, Nachahmung sowie einem Gefühl der Allmacht und Anonymität.
Utilitarismus
Der Utilitarismus ist eine ethische Theorie (vertreten durch Jeremy Bentham und James Mill), die besagt: Was für den Einzelnen intrinsisch wertvoll ist, ist der beste Zustand, wenn die Summe dieses Wertes maximiert wird. Oft zusammengefasst als: „Das größte Glück der größten Zahl“.
Die unsichtbare Hand und Kapitalgewinne
Adam Smiths „unsichtbare Hand“ ist eine Metapher für die selbstregulierenden Kräfte eines freien Marktes. Im Gegensatz dazu steht der Begriff der Kapitalgewinne: Marx erklärte, dass Kapitalisten stets versuchen, ihre Gewinne zu erhöhen, indem sie die Differenz zwischen dem Lohn für die Arbeitskraft und dem Wert, den diese produziert, maximieren.
Totemismus
Émile Durkheim beschrieb das Totem als ein heiliges Symbol, das in allen Gesellschaften auftritt und verehrt wird. Das Totem ist eine öffentliche Einrichtung, die Ritualisierungen erzeugt. Durch die Verehrung des Totems integrieren wir uns in die Gesellschaft.
Utopischer Sozialismus
Die Natur spielte in diesen Idealen eine zentrale Rolle, was jedoch kein Hindernis für die Befürwortung von Industrialisierung und Mechanisierung war. Ziel war eine ideale Gesellschaft in Frieden, Harmonie und Gleichheit.
Positivismus
Diese philosophische Strömung behauptet, dass nur wissenschaftlich bestätigtes Wissen authentisch ist. Auguste Comte gilt als einer der Hauptvertreter.
Das Über-Ich und charismatische Macht
- Über-Ich: Nach Freud der Teil der menschlichen Kultur, der egoistische Triebe durch narrative Strukturen nach außen lenkt.
- Charismatische Macht: Nach Max Weber basiert diese auf den persönlichen Eigenschaften einer Führungspersönlichkeit, die durch ihre Ausstrahlung andere beeinflussen kann.
Das Thomas-Theorem und das Unbewusste
Das Thomas-Theorem besagt: „Wenn Menschen Situationen als real definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real.“ Das Unbewusste (Freud) ist ein Bereich, zu dem das Bewusstsein keinen direkten Zugriff hat, der sich jedoch in Träumen, Fehlleistungen, Witzen und Symptomen offenbart.
Entfremdung und Gemeinschaft
Entfremdung ist laut Marx der Zustand, in dem ein Individuum in einer Gesellschaft mit Privateigentum eine Tätigkeit ausübt, die ihm fremd wird. Eine Gemeinschaft ist eine Gruppe, die gemeinsame Elemente wie Sprache, Werte, Sitten oder soziale Rollen teilt und eine gemeinsame Identität entwickelt.
Die Moderne
Die Moderne gründet auf drei Revolutionen: der industriellen, der protestantischen und der wissenschaftlichen Revolution. Sie ist geprägt vom Konflikt zwischen traditionellen Werten (Vergangenheit) und modernen Werten (Fortschritt und Jugend).
Pragmatismus und Funktionalismus
Der Pragmatismus leugnet das Wesen der Dinge und konzentriert sich auf die Auswirkungen von Verhalten. Der Funktionalismus in der Psychologie entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert in Amerika und betrachtet die Gesellschaft als ein System von Funktionen.
Soziale Solidarität
Durkheim unterschied zwei Formen der Solidarität:
- Mechanische Solidarität: Typisch für primitive Gemeinschaften, basierend auf Nähe und Identität.
- Organische Solidarität: Typisch für moderne Gesellschaften, basierend auf Arbeitsteilung und gegenseitiger Abhängigkeit.