Grundbegriffe der Stadtgeografie: Definitionen und Konzepte

Eingeordnet in Geographie

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 3,33 KB

Altstadt

Die Altstadt entspricht dem historischen Zentrum und dem ältesten Teil einer Stadt. Sie ist in der Regel durch alte Gebäude und enge Gassen geprägt und bildet den Kern, aus dem sich spätere städtische Gebiete entwickelt haben. Sie bleibt ein Zentrum von künstlerischem und historischem Interesse und weist meist einen unregelmäßigen Grundriss auf. Während sie früher oft von ärmeren Bevölkerungsschichten bewohnt wurde, gibt es heute eine Tendenz zur Aufwertung durch wohlhabendere soziale Klassen infolge von Sanierungen.

Business Center

Das Business Center bezeichnet den Teil der Stadt, in dem sich die wichtigsten tertiären Arbeitsplätze konzentrieren. Es ist ein zentral gelegener Stadtteil westlicher Städte, der auf Banken und Handel spezialisiert ist.

Schlafstadt

Eine Schlafstadt (oder Pendlergemeinde) fungiert als Wohnort für Menschen, die in der Innenstadt arbeiten, was zu täglichen Pendlerbewegungen führt. Diese Städte entstehen an der Peripherie, wenn Wohnraum in der Stadt zu teuer wird oder Industriegebiete den Wohnungsbau verdrängen. Der Boden ist dort günstiger und die Bebauung bescheidener; oft fehlen soziale Einrichtungen, deren Fehlen durch die Nähe zur Stadt gerechtfertigt wird.

Ballungsraum

Ein Ballungsraum umfasst mehrere Städte, die durch Handels-, Wirtschafts-, Kultur- und politisch-administrative Beziehungen miteinander verflochten sind. Trotz des parallelen Wachstums der Vorstädte wahren die einzelnen Einheiten meist ihre Unabhängigkeit.

Chabolismo (Slumbildung)

Der Begriff Chabolismo bezeichnet spontane und unkontrollierte städtische Siedlungen, die ohne Mindestanforderungen an Hygiene und Bewohnbarkeit entstehen. Diese Hüttensiedlungen sind sowohl in Entwicklungs- als auch in Industrieländern in den Vororten häufig anzutreffen.

Stadterweiterung

Die Stadterweiterung entspricht dem Teil der Stadt, der durch eine räumliche Vergrößerung entsteht. Im 19. Jahrhundert erforderte das städtische Wachstum den Bau von Stadtvierteln außerhalb der alten Stadtmauern, was als Stadtentwicklung bezeichnet wird.

Metropole

Der Begriff Metropole wird von Geographen und Soziologen für sehr große Städte verwendet, die als regionale Hauptstädte fungieren. Sie sind wichtige Wirtschaftszentren, deren Einflussbereich sich auf umliegende Satellitenstädte erstreckt. Dieser Einflussbereich wird als Metropolregion bezeichnet.

Städtischer Grundriss

Der städtische Grundriss ist das Ergebnis der Kombination aller bebauten Flächen. Er spiegelt die physische Form der Stadt und ihre historische Entwicklung wider. Die wichtigsten Arten von Plänen sind:

  • Unregelmäßiger oder gestörter Grundriss
  • Radiocentrischer Grundriss
  • Rechteckiger (schachbrettartiger) Grundriss
  • Langgestreckter Grundriss
  • Scheinbar chaotischer Grundriss
  • Gemischter Grundriss

Vorort

Der Vorort ist ein Raum in der Nähe oder außerhalb der Peripherie einer Stadt. Die Entstehung von Vorstädten wird häufig durch die Annexion benachbarter Gemeinden oder durch das Anwachsen städtischer Einheiten an eine alte Stadt befördert.

Verwandte Einträge: