Grundbegriffe der Stadtgeographie und Urbanistik

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Metropole

Geographen und Stadtsoziologen bezeichnen als Metropole sehr große Städte, die als regionale Hauptstädte und wichtige Business-Zentren fungieren, deren Einfluss sich über Trabantenstädte erstreckt. In diesem Einflussbereich verwenden Autoren häufig den Begriff Metropolregion, der eine über die kommunalen Grenzen hinausgehende administrative Kompetenz beschreibt. Je nach geographischer Struktur entspricht dieser urbane Komplex einem Cluster, einem Ballungsraum oder einem städtischen Gebiet.

Slum (Shanty)

Der Begriff Slum (oder Shanty) bezeichnet eine spontane, unkontrollierte Verstädterung, bei der die Bevölkerung ohne minimale Hygiene- und Wohnstandards lebt. Solche Gebiete finden sich sowohl in den Vororten von Großstädten in entwickelten als auch in unterentwickelten Ländern. Diese nicht integrierten, marginalen Siedlungsformen erhalten je nach Region unterschiedliche Namen:

  • Favelas (Rio de Janeiro)
  • Hütten (Spanien)
  • Ranches (Venezuela)
  • Elendsviertel (in französischsprachigen Ländern)

Quelle: Urban Geography Vocabulary, Juan Manuel Martínez Pérez

Stadterweiterung

Als Erweiterung wird jener Sektor einer Stadt bezeichnet, der über den historischen Kern hinausgeht. Während des 19. Jahrhunderts führte städtisches Wachstum zur Errichtung von Vierteln außerhalb der alten Stadtmauern. Die wichtigsten Merkmale dieser Erweiterungen sind:

  • Eine deutliche Regelmäßigkeit durch einen orthogonalen (Gitter-)Plan, der die Mobilität innerhalb der Stadt erleichtert.
  • Eine große Fläche im Vergleich zur bisher bebauten Stadt.
  • Die primäre Nutzung durch das städtische Bürgertum.
  • Diagonalachsen, die die Kommunikation mit abgelegenen Gebieten der Stadt erleichtern.

Die ersten Erweiterungen erschienen in spanischen Städten um das Jahr 1850.

Metropolregion

Eine Metropolregion ist eine spezielle Form des Ballungsraums. Die Metropole fungiert hierbei als Finanz-, Kultur-, Verwaltungs- und Handelszentrum. Manchmal teilen sich zwei oder mehrere Städte die Rolle als Hauptstadt einer Metropolregion. Ein Beispiel ist der Ballungsraum Manchester, der aus einer Reihe von Satellitenstädten um einen politischen, administrativen und wirtschaftlichen Schwerpunkt besteht. In Spanien sind Madrid, Barcelona und Bilbao die wichtigsten Metropolen.

City oder CBD (Central Business District)

Das CBD (Central Business District) ist das Geschäftszentrum einer Stadt. Hier konzentrieren sich tertiäre Arbeitsplätze (Banken, Geschäfte, Hotels, Restaurants, Büros). Das Phänomen der City (wie die City of London) beschreibt einen zentral gelegenen Stadtteil westlicher Städte, der auf kommerzielle Bankgeschäfte spezialisiert ist. Es gibt dort kaum Wohnbevölkerung, doch tagsüber herrscht ein hohes Verkehrsaufkommen. Die finanzielle Ausstrahlung eines solchen Gebiets reicht über die regionale oder nationale Ebene hinaus. Beispiele: City of London, Paris, New York. Die City sollte nicht mit der historischen Altstadt verwechselt werden.

Altstadt

Die Altstadt oder das historische Zentrum ist der älteste Teil der Stadt. Sie ist meist durch alte, schmale Gebäude und ein unregelmäßiges Straßennetz geprägt und bildet den Kern, aus dem sich spätere Stadtgebiete entwickelten. Sie ist von hohem künstlerischem und historischem Interesse. Traditionell wurden die Häuser aufgrund mangelnder Standards von ärmeren Schichten bewohnt, wobei derzeit eine Tendenz zur Aufwertung durch wohlhabendere soziale Schichten und Sanierungen zu beobachten ist.

Schlafstadt

Eine Schlafstadt dient primär als Wohnort für Menschen, die im Zentrum der Stadt arbeiten, was zu einem täglichen Pendlerstrom führt. Diese Städte entstehen an der Peripherie, wenn Wohnraum im Zentrum zu teuer oder nicht verfügbar ist. Der Boden ist günstiger, jedoch fehlen oft soziale Einrichtungen, deren Abwesenheit durch die Nähe zur Stadt gerechtfertigt wird. Beispiele im Raum Madrid: Parla, Coslada, Móstoles.

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