Die Grundgesetze des Franco-Regimes in Spanien
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Die Verfassung der Cortes
Im Anschluss an die Entwicklungen des Zweiten Weltkriegs begann das Regime, sich scheinbar zugunsten der westlichen Demokratien zu öffnen. Mit diesem Gesetz wurde die Beteiligung der Bürger an der Führung der Nation gefordert – theoretisch durch die Schaffung der Cortes. Diese wurden als Einkammerparlament gebildet, dessen Mitglieder als Procuradores (Abgeordnete) bezeichnet wurden. Sie setzten sich theoretisch aus Vertretern von Gewerkschaften, Familien und Gemeinden zusammen.
Die Zahl der Abgeordneten betrug 500, die in zwei Gruppen eingeteilt waren:
- Ex-officio-Mitglieder: Die Mehrheit gehörte den Cortes aufgrund ihres Amtes an. Dazu zählten Minister, Direktoren der Nationalen Bewegung, hochrangige zivile und militärische Würdenträger, Bürgermeister der Landeshauptstädte, Hochschulrektoren sowie Bischöfe und Erzbischöfe. Zudem gab es 50 von Franco direkt ernannte Persönlichkeiten aus dem sozialen, militärischen oder religiösen Bereich.
- Gewählte Mitglieder: Eine Minderheit wurde als Vertreter der Familien und Gemeinden gewählt.
Diese Cortes besaßen keine echte legislative Macht; diese verblieb in den Händen von Franco. Sie waren darauf beschränkt, Gesetze zu verabschieden, welche die Exekutive vorlegte.
Die neue Struktur des Staates
Die neue Staatsstruktur wurde durch weitere Gesetze ergänzt:
- Verbot aller politischen Parteien.
- Aufhebung der Autonomiestatute und Verbot aller Sprachen außer Kastilisch.
- Die zivilen Gouverneure der Provinzen fungierten gleichzeitig als Führer der „Bewegung“.
- In jeder Provinz gab es einen militärischen Gouverneur, der direkt dem Generalissimus der Armee unterstand.
- Einführung eines neuen Wappens, neuer Symbole, neuer Münzen und politischer Denkmäler, die sich am faschistischen Stil orientierten.
Der Fuero de los Españoles
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs versuchte das Franco-Regime, sich durch den Fuero de los Españoles (die spanische Zuständigkeit) an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Diese Charta war eine scheinbare Erklärung der Bürgerrechte. Sie erkannte Rechte wie Versammlungs-, Vereinigungs- und Meinungsfreiheit sowie verschiedene zivil- und strafrechtliche Garantien an.
Jedoch waren alle Rechte durch das Regime begrenzt, da sie nicht gegen dessen Grundsätze verstoßen durften. Darüber hinaus behielt sich die Regierung das Recht vor, diese Zuständigkeiten bei Bedarf ganz oder teilweise auszusetzen. Der Fuero enthielt zudem eine lange Liste von Aufgaben der Spanier und bekräftigte das katholische und autoritäre Regime.
Das Gesetz über das nationale Referendum
Dieses Gesetz vervollständigte die spanische Rechtsordnung und suchte zu zeigen, dass Spanien ein demokratisches System sei. Es erkannte das allgemeine Wahlrecht an und erlaubte die direkte Konsultation der Bürger über 21 Jahre bei wichtigen Gesetzen oder Fragen. Offensichtlich wurden die zur Abstimmung stehenden Themen immer von Franco bestimmt. Zudem übte die Regierung stets eine strenge Kontrolle über die Stimmrechte aus.
Im März 1946 wurden zudem Vorschriften für die Beteiligung der Bürger an Kommunalwahlen erlassen. Nach diesen wählten die Bürger ein Drittel der Ratsmitglieder. Die Bürgermeister und die übrigen Mitglieder des Regierungsrates wurden jedoch durch Wahlen bestimmt, die vollständig von der Regierung kontrolliert wurden und somit unfrei waren.
Das Gesetz über die Nachfolge im Staatsoberhaupt
Dieses Gesetz wurde in einer Zeit erlassen, in der Francos Autorität von allen Siegermächten des Bürgerkriegs anerkannt war, und regelte die Kontinuität des Regimes. Es definierte Spanien als ein Königreich. Obwohl Franco auf Lebenszeit als Staatsoberhaupt anerkannt blieb, behielt er sich das Recht vor, seinen Nachfolger zu ernennen, der älter als 30 Jahre sein musste. Darüber hinaus wurden durch dieses Gesetz zwei Gremien geschaffen:
- Der Rat des Königreichs: Ein Gremium, dessen Mitglieder von Franco gewählt wurden, um das Staatsoberhaupt zu beraten.
- Der Regentschaftsrat: Dieser sollte die Funktionen des Staatsoberhaupts übernehmen, falls das Amt vakant wäre. Er bestand aus dem Präsidenten der Cortes, dem höchsten Prälaten und dem rangältesten Generalleutnant.
Die Grundsätze der Nationalen Bewegung
Dieses Gesetz beinhaltete die Institutionalisierung der Lehre der Falange sowie die dauerhafte Anerkennung der Einheitspartei.