Grundlagen der audiovisuellen Sprache und Erzählung
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Audiovisuelle Sprache: Funktionen und Erzählung
Die Bedeutung eines Bildes ergibt sich aus seiner Wirkung als Zeichensystem, durch das wir komplexe Botschaften vermitteln können. In der visuellen Erzählung werden diese Bedeutungen angeordnet, um eine Geschichte zu bilden – ein Prozess, der durch verschiedene Techniken und Ressourcen unterstützt wird.
Ausdruck + Kommentar = Audiovisuelle Sprache
Audiovisuelle Erzählung
Es handelt sich um eine Sprache, die Mittel und Konventionen nutzt, um eine Brücke zwischen der natürlichen Realität und der medialen Welt zu schlagen.
Elemente der visuellen Sprache
Raumgestaltung
Durch die Montage verschiedener Filmaufnahmen entsteht ein neuer Raum und eine neue Umgebung. Der Zuschauer erhält den Eindruck, dass die Fragmente zusammen eine einheitliche Handlung bilden.
Raumtypen
- Geografisch: Definiert den Ort der Handlung.
- Dramatisch: Dient dazu, Atmosphäre für die Psychologie der Charaktere zu schaffen und Gefühle zu betonen.
Zeitgestaltung
Die Zeit im Film ist variabel und nicht zwingend linear. Sie kann beschleunigt oder verlangsamt werden.
- Eignung: Gleichzeitigkeit von Handlungszeit und Projektionszeit.
- Dehnung: Die subjektive Wahrnehmung der Dauer wird verlängert.
- Kontinuität: Die Zeit fließt in der natürlichen Richtung des Films.
- Simultaneität: Wechsel zwischen zwei Handlungssträngen, die gleichzeitig stattfinden.
- Flashback: Ein Sprung in die Vergangenheit, oft durch Erinnerungen.
- Psychologische Zeit: Lange Einstellungen mit wenig Handlung können die gefühlte Filmlänge beeinflussen.
- Ellipsen: Auslassung von erzählerischen Details, wobei der Zuschauer die Lücken logisch füllt.
Bewegung
Die Kamera kann sich frei oder um ihre eigene Achse bewegen.
- Innerhalb des Rahmens: Die Kamera bleibt statisch, während sich die Figuren bewegen.
- Fragmente: Aufnahmen aus verschiedenen Blickwinkeln, die eine dramatische Fortsetzung der Aktion bilden.
- Rotation: Bewegungen basierend auf den drei Achsen der Kamera.
Das Tempo
Die Dynamik wird durch die Länge der Aufnahmen bestimmt, was die dramatische Intensität und die Wirkung der Montage maßgeblich beeinflusst.
Einstellungsgrößen
Die Einstellungsgröße definiert den Bildausschnitt.
- Totale: Zeigt eine große Bühne oder Menschenmengen; die Person wirkt klein oder verloren.
- Halbtotale: Zeigt eine große Bühne, wobei die Person etwa ein Drittel bis ein Viertel des Rahmens einnimmt.
- Generalplan: Umfasst eine kleine Gruppe oder Umgebung; Fokus auf die Aktion.
- Einstellungsgröße Figur: Kopf und Füße bilden die Grenze; hoher narrativer Wert.
- Amerikanische Einstellung: Schnitt auf Kniehöhe; klassisch für dramatische Erzählungen.
- Halbnahe Einstellung: Schnitt auf Taillenhöhe; hoher expressiver Wert.
- Großaufnahme: Zeigt das Gesicht; Fokus auf psychologische und dramatische Aspekte.
- Detailaufnahme: Zeigt nur einen Teil des Gesichts oder Körpers.
Kamerawinkel
- Normalperspektive: Die Kamera befindet sich auf Augenhöhe der Figuren.
- Aufsicht (Picado): Die Kamera ist nach unten geneigt; drückt Unterlegenheit oder Schwere aus.
- Untersicht (Contrapicado): Die Kamera ist nach oben gerichtet; lässt Figuren mächtiger oder triumphierend wirken.
- Schräge Einstellung: Die Kamera ist geneigt, was für visuelle Spannung sorgt.
- Unmögliche Winkel: Durch Tricks oder spezielle Platzierungen erzeugte Perspektiven.
- Günstige Perspektiven: Einstellungen, die alle Elemente für eine optimale narrative Beschreibung zeigen.