Grundlagen der Baustoffkunde: Eigenschaften und Klassifizierung
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1. Einführung
Baustoffe sind die grundlegenden Elemente, mit denen Menschen seit jeher versuchen, Schutzräume zu schaffen. Die industrielle Revolution veränderte die Bauindustrie grundlegend durch die Verfügbarkeit großer Mengen standardisierter und kostengünstiger Materialien.
2. Konstitution der Materie
Materie nimmt Raum ein und besitzt Masse. Sie besteht aus Molekülen, die wiederum aus Atomen aufgebaut sind.
2.1. Zustände der Materie
Die Energie in Materialien setzt sich aus kinetischer und potenzieller Energie zusammen. Baustoffe liegen meist im festen Zustand vor, der sich in zwei Kategorien unterteilt:
- Kristalliner Zustand: Atome oder Moleküle bilden ein geordnetes, dreidimensionales Netzwerk.
- Amorpher Zustand: Die Teilchen sind zufällig angeordnet (z. B. Glas, Kunststoffe).
2.2. Zustandsänderungen
Änderungen des Aggregatzustands treten durch Energiezufuhr (Erhitzen) oder Energieabfuhr (Kühlen) auf.
3. Klassifizierung von Baustoffen
3.1. Natürliche Materialien
3.1.1. Gesteine
- Magmatische Gesteine: Entstehen aus geschmolzener Masse (z. B. Granit, Basalt).
- Sedimentgesteine: Entstehen durch Verwitterung und Ablagerung (z. B. Kies, Sand, Ton, Kalkstein).
- Metamorphe Gesteine: Entstehen durch Umwandlung unter hohem Druck und Temperatur (z. B. Marmor, Schiefer).
3.1.2. Holz
Holz ist ein organischer Baustoff. Wichtige Bestandteile sind Mark, Kernholz, Splintholz und Rinde. Die Härte hängt von Dichte, Alter und Struktur ab.
3.1.3. Kork
Die Rinde der Korkeiche ist verrottungsfest, elastisch und ein hervorragender Isolator.
3.1.4. Bitumen
Natürliche oder künstliche Substanzen zur Abdichtung und im Straßenbau (z. B. Asphalt, Teer).
3.2. Künstliche Materialien
3.2.1. Keramische Werkstoffe
Produkte aus gebranntem Ton wie Ziegel, Dachziegel und Fliesen.
3.2.2. Bindemittel
- Luftbindemittel: Erhärten nur an der Luft (Gips, Kalk).
- Hydraulische Bindemittel: Erhärten auch unter Wasser (Zement).
3.2.3. Beton
Eine Mischung aus Zement, Wasser, Sand und Kies.
3.2.4. Metalle
Stahl ist das wichtigste Metall im Bauwesen, insbesondere als Bewehrung für Beton.
4. Materialeigenschaften
4.1. Physikalische Eigenschaften
Dazu gehören Dichte, Porosität, Wasseraufnahme, Permeabilität, Wärmeleitfähigkeit und akustische Eigenschaften.
4.2. Mechanische Eigenschaften
Beschreiben das Verhalten unter Krafteinwirkung:
- Zugfestigkeit: Widerstand gegen auseinanderziehende Kräfte.
- Druckfestigkeit: Widerstand gegen zusammendrückende Kräfte.
- Härte: Widerstand gegen Oberflächenverformung.
4.3. Verformbarkeit
Unterscheidung zwischen elastischem Verhalten (Rückkehr in den Ausgangszustand) und plastischem Verhalten (bleibende Verformung).
4.4. Chemische Eigenschaften
Korrosion beschreibt die Zerstörung eines Festkörpers durch chemische oder elektrochemische Einflüsse an der Oberfläche.