Grundlagen der Didaktik und Sozialwissenschaften
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Grundlagen der Didaktik
- Allgemeine Didaktik: Untersucht das Phänomen der Bildung als einheitliches Konzept. Sie entwickelt Theorien, Methoden und Techniken, die fächerübergreifend anwendbar sind.
- Fachdidaktik: Erarbeitet Grundsätze und Regeln für den Unterricht in spezifischen Wissensgebieten durch die Anwendung allgemeiner didaktischer Prinzipien.
- Didaktik der Sozialwissenschaften: Widmet sich der Untersuchung der Beziehungen zwischen Lehrern, Schülern und schulischem Wissen in einem spezifischen historischen und gesellschaftlichen Kontext.
Epistemologie der Sozialwissenschaften
Die Epistemologie (griechisch episteme für „Wissen“ und logos für „Vernunft/Diskurs“) ist eine philosophische Disziplin, die den Umfang, die Art und den Ursprung des Wissens erforscht.
Wissenschaftliche Erkenntnisse nach Sarramona (1989)
Wissenschaftliches Wissen muss laut Sarramona folgende Eigenschaften besitzen:
- Vorläufigkeit: Wissen gilt nur so lange, bis es durch bessere Erkenntnisse ersetzt wird.
- Systematik: Wissen muss in strukturierte Theorien eingebettet sein.
- Erklärungsgehalt: Ursachen von Phänomenen müssen begründet werden können.
- Objektivität: Ein angestrebtes, wenn auch schwer erreichbares Ziel.
- Eigene Fachsprache: Verwendung präziser Begriffe, die über die Alltagssprache hinausgehen.
Konzept und Bereich der Sozialwissenschaften
Die Sozialwissenschaften bilden eine heterogene Gruppe von Disziplinen, die den Menschen als soziales Wesen untersuchen. Ihr erkenntnistheoretischer Boden umfasst:
- Die soziale Natur des Menschen und seine zeitliche Entwicklung.
- Menschliches Verhalten und relationale Charakteristika von Gruppen.
- Organisation von Macht, Raum und Territorien.
- Produktionsweisen, Lebensqualität und Anpassung an die natürliche Umwelt.
- Materielle, intellektuelle und spirituelle Ausdrucksformen (Kultur).
Bildungsziele der Sozialwissenschaften
Nach P. Benejam (1993) besitzen Sozialwissenschaften ein kognitives Potenzial zur Förderung von:
- Kognitiver Kompetenz: Entwicklung von Konzepten zum Verständnis der Welt.
- Verfahrenskompetenz: „Lernen zu tun“ – Strategien zur Nutzung von Ressourcen und Umwelt.
- Haltungskompetenz: „Lernen zu sein“ – Wertevermittlung innerhalb der Gesellschaft.
Werteerziehung im Sozialkundeunterricht
Die Lehre der Sozialwissenschaften fördert eine werteorientierte Bildung:
- Persönliche und soziale Autonomie: Förderung kritischen Denkens und sozialer Integration.
- Glokales Bewusstsein: „Global denken, lokal handeln“ – Wertschätzung der eigenen Umgebung im globalen Kontext.
- Problematisierendes Bewusstsein: Strategien zur Lösung alltäglicher Probleme.
- Umweltengagement: Einsatz für eine harmonische Entwicklung zwischen Mensch und Natur.
- Kritisches Bewusstsein: Hinterfragen gesellschaftlicher Konventionen wie Ungleichheit und Konsum.
Werteorientierte Verhaltensweisen
- Achtung der Würde: Anerkennung von Rationalität, Freiheit und Gleichheit aller Menschen ohne Diskriminierung.
- Erziehung zur Partizipation: Dialog und Kommunikation als Basis für Toleranz und aktive Mitgestaltung der Gesellschaft.
- Kulturelles Erbe: Bewusstsein für die eigene Geschichte und Verantwortung für den Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes (P. Benejam, 1997).