Grundlagen der Entwicklungs- und Klinischen Psychologie
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Review: Psychosoziale Entwicklung
Grundlegende Ziele der Entwicklungspsychologie
Die Entwicklungspsychologie beschreibt das Verhalten von Probanden und identifiziert die Prozesse, die Veränderungen im Verhalten über die Zeit hinweg verursachen.
Identitätsentwicklung im Jugendalter
Jugendliche treffen oft Entscheidungen ohne Rücksprache mit den Eltern, was zur sogenannten Identitätsdiffusion oder Identitätsübernahme (Foreclosure) führen kann.
Einflüsse auf die psychische Entwicklung
- Biologische Merkmale: Humangenom und Reifungsplan.
- Kulturelle Merkmale: Sozialisationspläne der spezifischen Kultur.
- Historische Einflüsse: Zeitgeist, Lebensstile und soziale Standards.
- Soziale Zugehörigkeit: Beziehungsstile und soziale Gruppen.
- Individuelle Faktoren: Genotyp, Alter und persönliche Lebensumstände.
Psychomotorische Entwicklung
Die Entwicklung folgt dem cephalocaudalen Prinzip: Die Kontrolle beginnt am Kopf und setzt sich über den Rumpf bis zu den Extremitäten fort.
Bindung und Kognition
Die Bindungsbildung beginnt etwa im Alter von 6 Monaten. Bei Säuglingen treten durch Reize wie Rasseln oder Berührungen sogenannte sekundäre Kreisreaktionen auf.
Kognitive Entwicklung im Jugendalter
Mit dem Erreichen der formalen Operationen entwickeln Jugendliche die Fähigkeit zum hypothetisch-deduktiven Denken. Sie können zwischen dem „Echten“ und dem „Möglichen“ unterscheiden und über abstrakte Konstrukte sowie Wahrscheinlichkeiten reflektieren.
Veränderungstypen
- Normativ: Betreffen die gesamte Spezies.
- Idiosynkratisch: Betreffen nur einzelne Individuen.
Faktoren der Bindungsentwicklung
Die Qualität der Bindung hängt von der Bezugsperson, mütterlicher Zuwendung, institutionellen Rahmenbedingungen, der Erziehungsqualität und der kindlichen Ausstattung ab.
Kognitive Meilensteine
Das reversible Denken entwickelt sich gegen Ende der präoperationalen Phase (ca. 5–6 Jahre) zu Beginn der konkreten Operationen.
Jugendliches Verhalten
Verhaltensweisen wie Rebellion oder emotionale Fusion werden oft als affektive Desvinculación (Loslösung) von der Familie gedeutet. Typisch sind zudem die „persönliche Fabel“ und das „imaginäre Publikum“, die auf den jugendlichen Egozentrismus zurückzuführen sind.
Komponenten der Identitätsbildung
Dazu gehören Intimität, zeitliche Perspektive, Arbeitsfähigkeit (Laboriosität) und die Auseinandersetzung mit negativer Identität.
Funktionales Alter
Das funktionale Alter integriert biologische und psychologische Aspekte und bezieht sich auf die Kapazität zur Autonomie und Unabhängigkeit.
Phasen des Ruhestands
Vorruhestand, „Flitterwochen“-Phase, Desillusionierung, Neuorientierung und Stabilität.
Klinische Aspekte
- Anorexie: Die erste Priorität ist die Wiederherstellung des Körpergewichts.
- Zwangsstörungen: Unterteilt in ideative (Zwangsgedanken), behaviorale (Rituale) und emotionale (Angst/depressive Stimmung) Komponenten.
- Somatoforme vs. psychosomatische Störungen: Bei psychosomatischen Störungen liegt eine organische Schädigung vor; bei somatoformen Störungen ist der Organismus gesund, aber das subjektive Erleben ist stark beeinträchtigt.
- Angststörungen: Phobische Störungen sind durch Erwartungsangst und Vermeidungsverhalten gekennzeichnet. Agoraphobie ist eine spezifische Angststörung. Hypochondrie wird als somatoforme Störung klassifiziert.
- Echopraxie: Eine Störung der Psychomotorik, bei der der Patient die Gesten des Gegenübers spiegelt.
Persönlichkeitsmerkmale
- Asthenisch: Mangel an Lebensenergie und ständiges Gefühl von Erschöpfung.
- Rigidität: Hang zu Ordnung, Pünktlichkeit, Detailgenauigkeit, Konservatismus und Regeltreue.
Risikofaktoren für psychische Erkrankungen
Affektive Mängel in der Kindheit, Trauerprozesse, berufliche Probleme, Mutterschaft sowie chronische Erschöpfung.