Grundlagen der Epidemiologie: Begriffe, Noxen und Krankheiten

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Epidemiologische Grundbegriffe

  • Epidemie: Eine Krankheit befällt in einem bestimmten Zeitraum mehr Einzelpersonen als erwartet.
  • Endemie: Eine Krankheit tritt in einer Bevölkerung über Jahre hinweg konstant auf, auch wenn die Fallzahlen niedrig sind.
  • Pandemie: Eine Krankheit breitet sich über viele Länder und Kontinente aus, überschreitet die erwarteten Fallzahlen und bleibt über einen längeren Zeitraum bestehen.

Stufen der Krankheitsforschung

In Bezug auf das Studium und das Verständnis von Krankheiten lassen sich vier Stufen unterscheiden:

  • Klinische Stufe: Fokus auf die Erkennung klinischer Manifestationen zur Differenzierung.
  • Gemeinschaftsstufe: Fokus auf kollektive Phänomene und die Ausbreitung von Krankheiten.
  • Ätiologische Stufe: Bedeutung von Mikroorganismen bei der Verbreitung von Krankheiten und Suche nach spezifischen Erklärungen.
  • Ökologische Stufe: Verständnis der Ursachen und Wechselwirkungen (Mensch, Erreger, Lebensumfeld) im zeitgenössischen Konzept der Multikausalität.

Definition der Epidemiologie

Die Epidemiologie ist die Wissenschaft, die sich mit dem Verständnis von Krankheiten in der Bevölkerung befasst, um deren Kontrolle und Tilgung zu ermöglichen.

Noxen: Konzept und Einordnung

Noxen (Krankheitserreger oder schädigende Einflüsse) können unseren Körper schädigen und Krankheiten verursachen. Sie werden von einem lebenden Spender oder aus der Umgebung übertragen:

  • Direkte Übertragung: Ohne Zwischenhändler vom Kranken auf den Gesunden.
  • Indirekte Übertragung: Der Erreger gelangt durch einen Mittler zum gesunden Menschen.

Arten von Noxen

  • Biologische Noxen: Lebewesen mit krankheitserzeugender Kapazität (Bakterien, Protozoen, Pilze, Metazoen).
  • Physikalische Noxen: Witterungseinflüsse oder mechanische Einwirkungen, die Verletzungen verursachen können.
  • Chemische Noxen: Stoffe, die bei Einnahme oder Einatmen zu Vergiftungen führen.
  • Psychologische, soziale und kulturelle Noxen: Faktoren wie Kriege oder Diskriminierung, die psychiatrische Erkrankungen begünstigen können.

Klassifikation von Krankheiten

  • Funktionelle Erkrankungen: Veränderungen in der Organfunktion (z. B. degenerative oder Stoffwechselerkrankungen).
  • Angeborene Krankheiten: Treten während der Schwangerschaft oder Geburt auf (z. B. durch Giftaufnahme der Mutter).
  • Erbkrankheiten: Übertragung durch Gene von den Eltern auf die Kinder.
  • Psychische Erkrankungen: Störungen im Nervensystem mit Verhaltensauffälligkeiten.
  • Infektionskrankheiten: Verursacht durch biologische Noxen (z. B. Geschlechtskrankheiten, parasitäre oder virale Infektionen).
  • Ernährungsbedingte Krankheiten: Bedingt durch Mangel- oder Fehlernährung.
  • Traumatische Erkrankungen: Folgen von Unfällen (Frakturen, Verstauchungen).
  • Berufskrankheiten: Bedingt durch spezifische Tätigkeiten.

Aktuelle Herausforderungen

Depressionen, Stress und Gewalt nehmen durch veränderte Lebensgewohnheiten und Werte zu. Zudem stellen Superbugs (resistente Bakterien wie bestimmte Staphylokokken) eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit dar. Auch durch Wasser und Nahrung übertragene Krankheiten sowie die Ausbreitung tropischer Erreger in gemäßigte Zonen durch Umweltveränderungen sind kritische Faktoren.

Argentinisches hämorrhagisches Fieber

Dies ist eine endemische Zoonose, die erstmals 1958 in der feuchten Pampa (Argentinien) erkannt wurde. Der Erreger ist das Junin-Virus, dessen natürliche Wirte Nagetiere sind. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Hautabschürfungen oder das Einatmen infizierter Ausscheidungen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt. Die Krankheit verläuft akut mit Fieber, Rücken- und Gelenkschmerzen, gefolgt von hämatologischen und neurologischen Symptomen. Ohne Behandlung liegt die Sterblichkeit bei 15 bis 30 %.

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