Grundlagen der Ernährung: Makro- und Mikronährstoffe

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Kohlenhydrate

Funktionen der Kohlenhydrate

  • Monosaccharide: Substrate für den Energiestoffwechsel; Bauteile wichtiger Substanzen mit biologischer Wirkung (N- und O-Glykoside).
  • Disaccharide: Substrate für den Energiestoffwechsel.
  • Polysaccharide: Reserve-Kohlenhydrate (Energiespeicher) bei Tieren und Pflanzen. Stütz- und Gerüstsubstanz; Bauteile der Grundsubstanz von Bindegewebe (Glykosaminoglykane); Bauteile von Glykoproteinen (Membranen, Blutgruppensubstanzen, Plasmaproteine, Enzyme etc.).

Unterscheidung der Kohlenhydrate

  • Monosaccharide: Ein einzelnes Zuckermolekül.
  • Disaccharide: Zwei Zuckermoleküle.
  • Oligo- und Polysaccharide: Mehrkettig, viele aneinandergereihte Zuckermoleküle.

Speicherung und Regulation

  • Speicherform der Glukose: Glykogen (Glykogensynthese).
  • Hauptspeicherorte: Leber und Muskeln.
  • Glukoseabhängige Organe: Gehirn und rote Blutkörperchen.
  • Hormonelle Regulation: Insulin (senkt den Blutzuckerspiegel) und Glucagon.

Diabetes mellitus

Sammelbegriff für Stoffwechselstörungen mit Hyperglykämie (Überzuckerung).

  • Typ 1: Verminderte Insulinabgabe bzw. absoluter Insulinmangel.
  • Typ 2: Verminderte Insulinwirkung (Insulinresistenz), verzögerte Insulingabe.
  • Insulinresistenz: Gestörte Insulinfreisetzung führt zu vermindertem Ansprechen der Zellen; Glukose wird nicht in die Zelle aufgenommen.

Ballaststoffe

Fördern die Darmflora, beugen Verstopfungen vor, sättigen, senken Blutzucker- und Cholesterinspiegel. Empfehlung: mindestens 30 g pro Tag.

Wichtige Begriffe

  • Glykolyse: Abbau von Glukose zur Energiegewinnung (anaerob und aerob).
  • Gluconeogenese: Neubildung von Glukose aus Nicht-Zuckern (Aminosäuren, Laktat, Glycerol).
  • Glykogensynthese: Glykogenbildung aus Glukose zur Speicherung.
  • Glykogenolyse: Glykogenabbau zu Glukose.
  • Glykämischer Index (GI): Beschreibt die Wirkung von Kohlenhydraten auf den Blutzuckerspiegel im Vergleich zu Glukose oder Weißbrot.

Fette

Aufgaben und Einteilung

Energielieferant, Lieferant essentieller Fettsäuren, Vitaminträger, Sättigung, Stütz- und Polsterfunktion, Wärmeisolierung, Energiedepot. Unterteilung in Nahrungs- und Körperfett.

Fettsäuren

Bestehen aus einer Carboxylgruppe und einer Kohlenstoffkette (4 bis 24 C-Atome). Arten: gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte (essentielle) Fettsäuren.

  • Essentielle Fettsäuren: Können vom Körper nicht synthetisiert werden (z. B. Linolsäure, Linolensäure).
  • Omega-3-Fettsäuren: Senken Triglyceride, verbessern Fließeigenschaften des Blutes, hemmen Entzündungen.
  • Omega-6-Fettsäuren: Beteiligt an Entzündungsprozessen und Zellmembranaufbau.

Proteine

Aufgaben

Transport (Hämoglobin), Speicherung (Ferritin), Kontraktion (Aktin/Myosin), Struktur (Kollagen), Enzyme/Hormone, Schutz (Antikörper).

Prozesse

  • Denaturierung: Strukturänderung durch chemische (Säuren, Salze) oder physikalische Einflüsse (Hitze, Druck).
  • Proteinbiosynthese: Transkription (DNA zu mRNA) und Translation (mRNA zu Protein).
  • Biologische Wertigkeit: Maß für die Effizienz der Umwandlung von Nahrungseiweiß in Körpereiweiß.

Ernährung im Alter

Physiologische Veränderungen: Abnahme der Organmasse, Zahnverlust, verringerte Sinneswahrnehmung, Abnahme der Muskelmasse. Mangelernährung (quantitativ oder qualitativ) ist durch Ernährungstherapie oft reversibel. Wichtig: Energiebedarf sinkt, Nährstoffbedarf bleibt gleich.

Nährstoffempfehlungen

DGE-Empfehlungen: > 50 % Kohlenhydrate, bis zu 30 % Fett, 0,8 g Eiweiß pro kg Körpergewicht. Referenzwerte dienen der Sicherstellung von Funktionen, Prävention von Mangelerscheinungen und chronischen Krankheiten.

Mikronährstoffe

  • Vitamine: Essentielle Regler- und Schutzstoffe.
  • Mineralstoffe: Regulation von Wasserhaushalt, Säure-Basen-Haushalt, Enzymaktivierung und Knochenaufbau.
  • Bioverfügbarkeit: Anteil der aufgenommenen Nährstoffe, die der Körper verwerten kann.

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