Grundlagen der Ethik: Definition, Bürgerethik und Moral
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1. Was ist Ethik?
Etymologisch leitet sich das Wort Ethik von zwei griechischen Begriffen ab:
- Ethos (Sitte/Gewohnheit): Bezeichnet den gewöhnlichen Aufenthaltsort oder Wohnsitz.
- Ethos (Charakter): Bezeichnet die Art des Seins, Fühlens und Denkens.
Die Bedeutung ist äquivalent zu moralisch. Im engeren Sinne verstehen wir darunter den richtigen Weg, wie Menschen in der Welt miteinander leben sollten. Dadurch unterscheiden wir uns von anderen Wesen durch drei Aspekte: Wir erkennen unser Handeln, wir wollen es bewusst, und unsere Entscheidungen machen uns zu besseren oder schlechteren Menschen.
Ethik ist sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Anwendung. Sie versucht zu rechtfertigen, ob unser Handeln sinnvoll ist und uns dabei hilft, menschlich zu sein, statt lediglich zu vegetieren.
Kurz gesagt: Ethik bedeutet zu wissen, wie wir uns als Menschen verhalten sollten.
2. Was ist Bürgerethik?
Als soziale Wesen sind wir auf Gruppen und Institutionen angewiesen. Die Bürgerethik (Ethik-Civic) ist jener Teil der ethischen Reflexion, der unser Verhalten in einer sozialen Gemeinschaft oder einem Staat begründet.
Ein Bürger ist jemand, der in einem Staat lebt, Rechte besitzt und an dessen Gestaltung aktiv teilnimmt.
Moralische Dilemmata
Es gibt Situationen, in denen zwei gleichwertige Alternativen existieren, man sich jedoch für eine entscheiden und dazu stehen muss.
Das Problem der Begründung
Ist es notwendig, unser Handeln zu erklären?
Als intelligente und freie Wesen handeln wir nicht nur nach Instinkten wie Tiere oder Pflanzen. Wir handeln immer für ein „Etwas“. Dieses „Etwas“ ist der Motor unseres Handelns und verleiht ihm Sinn. Unsere Werte sind dabei die Dinge, die wir als unangreifbar betrachten.
Ist eine solche Begründung möglich?
Einige Menschen glauben an den moralischen Relativismus oder Nihilismus, bei dem jeder seine eigenen Kriterien hat und keine universellen Werte existieren. Doch wenn alles erlaubt wäre, hätte nichts einen wirklichen Wert. Warum beschweren wir uns dann über Ungerechtigkeit? Es gibt in uns ein Gespür für das, was als gut, wertvoll oder notwendig empfunden wird.
Der Ursprung der Ethik
Die Suche nach Begründungen begann im 5. Jahrhundert v. Chr. in Athen, Griechenland:
- Die Sophisten: Sie behaupteten, es gäbe keine objektive Grundlage für Moral, was in den Relativismus führte.
- Sokrates: Er und seine Schüler argumentierten, dass Regeln nicht rein relativ sein können, da sonst jeder Wert verloren ginge.