Grundlagen und Ethik des Stoizismus

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Die stoische Philosophie

Der Stoizismus ist eine philosophische Strömung der hellenistischen Zeit. Die Ethik ist nach ihrem Gründungsort benannt, einer Säulenhalle (Stoa), in der sich die Schule unter ihrem Gründer Zenon befand. Der Determinismus bildet die Grundlage ihres kosmischen Weltbildes, da für die Stoiker das Gesetz des Universums das intelligente Feuer selbst oder der Logos (göttliche Vernunft) ist. Um dem kosmischen Determinismus zu begegnen, ist die einzig kluge Haltung, das Schicksal zu akzeptieren, da alles durch den Logos und die Vorsehung geregelt wird.

Ethik und das Leben nach der Natur

Um Glück zu erreichen, müssen wir die Tugend praktizieren. Das Ziel ist es, gemäß der Natur zu leben, und da unsere Natur rational ist, bedeutet dies, gemäß der Vernunft zu leben. Die Physik bildet die Grundlage der Ethik; die moralische Maxime der Stoiker lässt sich zusammenfassen als: „Leben nach der Natur“, was gleichbedeutend mit dem göttlichen Logos ist. Die Einhaltung dieses Gesetzes unterscheidet die Stoiker von hedonistischen Konzeptionen und schafft die Basis für eine Ethik der Pflicht. Diese Pflicht wird intellektuell verstanden und nur vom Weisen umgesetzt, der den Logos kennt. Durch die Annahme des Schicksals erreicht der Weise seinen Seelenfrieden und bleibt unempfindlich gegenüber äußeren Einflüssen.

Leidenschaften und Apathie

Unruhe entsteht aus Leidenschaften, die auf Fehlurteilen beruhen, da man sich Dinge wünscht, die den Plänen der Vorsehung widersprechen. Die Stoiker schlagen als Gegenmittel zur Leidenschaft die Apathie (Leidenschaftslosigkeit) vor, durch die man heitere Freude und Eudaimonia (Glückseligkeit) erreicht. Tugend bedeutet, alle Leidenschaften zu überwinden und die Ordnung der Natur zu akzeptieren, selbst wenn dies Opfer erfordert. Daher betrachtete der stoische Weise den Selbstmord als Pflicht, wenn er zum Handeln gegen seine Prinzipien gezwungen wurde.

Politik und die Entwicklung des Stoizismus

Trotz dieser Ethik der Resignation übernahmen Stoiker politische Rollen und vertraten Thesen, die der Tradition widersprachen. Da sie der Ansicht waren, dass alles in der Natur von einer allgemeinen Vernunft regiert wird, der nichts entgeht, ist es logisch und rational, Leidenschaften abzulehnen und nach der Vernunft zu handeln. Da die Natur die Grundlage aller Gesetze ist, argumentierten sie, dass alle Menschen dem gleichen Gesetz unterliegen sollten, was zur Forderung nach der Abschaffung der Sklaverei führte.

Die drei Etappen des Stoizismus

  • Ältere Stoa: Gegründet von Zenon.
  • Mittlere Stoa.
  • Jüngere Stoa (1.–3. Jh. n. Chr.): Die charakteristischsten Vertreter waren Cicero, Seneca und Marc Aurel.

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