Grundlagen der Genetik: Gene, Mutationen und Variationen
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Was sind Gene?
Die Entwicklung der Genetik begann 1856 mit der Arbeit von Gregor Mendel, einem österreichischen Mönch, der mit Erbsen experimentierte und seine Ergebnisse 1866 veröffentlichte. Mendel entzifferte die Grundlagen der Vererbung, doch seine Ergebnisse blieben viele Jahre lang unbekannt. Erst im Jahr 1900 bestätigten drei Wissenschaftler – Hugo de Vries, Carl Correns und Erich Tschermak-Seysenegg – unabhängig voneinander die Prinzipien Mendels.
Mendel beschrieb in seiner Publikation, dass phänotypische Merkmale (individuelle Eigenschaften) durch verschiedene Faktoren gesteuert werden. Diese Faktoren nennen wir heute Gene. Gene enthalten die Informationen, die notwendig sind, um einen vollständigen Organismus zu produzieren und dessen Struktur und Funktionen aufrechtzuerhalten. Sie steuern alle Aspekte des Lebens, indem sie Produkte kodieren, die für Entwicklung, Ernährung und Fortpflanzung verantwortlich sind.
Genetische Defekte und Mutationen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie ein Gen defekt sein kann, was zu Fehlern bei der Proteinbildung in der Zelle führt. Eine solche Veränderung wird als Genmutation bezeichnet. Diese negativen Veränderungen können in drei grundlegenden Arten auftreten:
- Die Reihenfolge der Komponenten innerhalb des Gens ist verändert.
- Einzelne Komponenten des Gens fehlen.
- Das vollständige Gen fehlt oder ist auf dem Chromosom nicht vorhanden.
Um dies zu verstehen, nutzen wir eine Analogie: Ein Gen ist wie ein Rezept, die Komponenten sind die Wörter des Rezepts. Negative Veränderungen bedeuten hier, dass Wörter vertauscht wurden, Wörter fehlen, ganze Abschnitte fehlen oder das gesamte Rezept verloren gegangen ist. Das Ergebnis ist ein fehlerhaftes Endprodukt.
Genetische Variation in Populationen
Ursachen für genetische Veränderungen in einer Population:
- Mutationen
- Rekombination
- Natürliche Auslese (Theorie von Charles Darwin)
- Genfluss
- Isolation
Genpool
Der Genpool ist die Summe aller Genotypen aller Individuen in einer bestimmten Population, also die Gesamtheit der Genversionen. Beim Menschen sind dies beispielsweise Merkmale, die mit bloßem Auge erkennbar sind, oder solche, die es nicht sind.
Phänotypische Variation
Dies beschreibt Individuen innerhalb einer Population, die sich in äußeren Merkmalen unterscheiden (z. B. Gewicht, Körpergröße, Farbe).
Genotypische Variation
In jeder Generation werden einige Individuen mit neuen Merkmalen ausgestattet, was das Produkt von Rekombination und/oder Mutationen sein kann.