Grundlagen und Geschichte des motorischen Lernens
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 2,29 KB
Grundlagen des motorischen Lernens
Laut Joan Riera beinhaltet Lernen eine Reihe inhärenter Veränderungen:
- Neuronale Veränderungen: Anpassungen der synaptischen Verbindungen, neuronaler Schaltungen und eine erhöhte Motorik.
- Perzeptive und motorische Aspekte: Verbesserung der visuellen, auditiven, taktilen und kinästhetischen Wahrnehmung.
- Persönliche Ebene: Veränderungen der Stimmung und die Fähigkeit, mit unbekannten Situationen umzugehen.
- Umweltbezug: Die Umwelt stellt ein wesentliches Element des Lernens dar.
Anfangs sind die Aktionen sehr allgemein und instabil, da sie noch nicht präzise auf bestimmte Umweltbedingungen abgestimmt sind. Mit fortschreitendem Lernprozess werden die Reaktionen detaillierter und die Wahrnehmungs- sowie Antwortsysteme passen sich spezifisch an die Umwelt an.
Historische Entwicklung der Lernpsychologie
Die Geschichte des motorischen Lernens lässt sich in verschiedene Phasen unterteilen:
- 1890 bis 1927: Exploration und erste Versuche, theoretische Ansätze zu vereinen.
- 1927 bis 1945: Zunehmende Komplexität experimenteller Arbeiten und methodisches Vorgehen in verschiedenen Forschungsbereichen.
- 1945 bis 1957: Verstärkte Forschungsproduktion. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde versucht, die Maschine an den Menschen anzupassen, statt den Menschen an die Maschine.
Einfluss des Sputnik-Schocks und moderne Ansätze
Der Start des sowjetischen Sputnik-Satelliten im Jahr 1957 stellte das militärische Potenzial der USA infrage. Dies führte zu einer Neuausrichtung der Bildungspolitik und des Sportunterrichts, um die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit durch körperliche Fitness zu steigern. In diesem Kontext entstand ein nationales Bestreben, die Leistungsfähigkeit von Kindern landesweit zu messen.
In den 1960er Jahren wuchs die Präsenz des Sports in der Gesellschaft, was zu einer steigenden Zahl von Studien über motorisches Lernen führte (u. a. durch Knapp und Singer). Die Arbeit von Adams (1971) bildete schließlich den ersten ernsthaften Versuch, ein theoretisches Modell aus einer globalen Perspektive zu etablieren.