Grundlagen der Gesundheitsverwaltung und Gesundheitsplanung
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Gesundheitsverwaltung und öffentliche Gesundheit
Die Gesundheitsverwaltung setzt geeignete Mittel und Wege ein, um die Gesundheit der Bürger zu fördern. Anstelle eines rein reaktiven Gesundheitssystems verfolgt sie proaktive Ansätze mit besonderem Eifer.
Maßnahmen des Gesundheitssystems
Die Förderung und Interessenvertretung der Gesundheit umfasst:
- Einwirkung auf die Umwelt: Umweltschutz, sanitäre Anlagen und Hygiene.
- Aktionen für den Menschen: Maßnahmen für Gruppen und Einzelpersonen.
Wiederherstellung der Gesundheit: Dies umfasst die Grundversorgung und medizinische Unterstützung.
Highlights der öffentlichen Gesundheit
- Sie verfolgt einen gemeinschaftlichen Ansatz (soziale Studien) und wirkt eher auf die Bevölkerung als Ganzes als auf das klinisch handelnde Individuum.
- Berücksichtigung biologischer Umwelteinflüsse und der Beziehung zwischen Mensch und Umwelt.
- Nutzung von Fortschritten in anderen multidisziplinären Wissenschaften.
Gesundheit und Krankheit nach der WHO
Gesundheit ist nicht nur die Abwesenheit von Krankheit. Nach der World Health Organization (WHO) ist Gesundheit ein Zustand vollständiger körperlicher, geistiger und sozialer Funktionsfähigkeit. Gesundheit resultiert aus der Befriedigung individueller Bedürfnisse; Krankheit entsteht, wenn diese Befriedigung zurückgeht. Daher sind Gesundheit und Krankheit kulturelle Konzepte, die eng mit den Bedürfnissen der Menschen verknüpft sind.
Faktoren für das Auftreten von Krankheiten
Die Intensität und das Auftreten einer Seuche hängen von drei Hauptfaktoren ab:
- Hauptursache: Das Vorhandensein eines Mikroorganismus bei einer Infektion.
- Prädisponierende Ursachen: Faktoren wie Unterernährung, die das Immunsystem schwächen und die Arbeit von Mikroben erleichtern.
- Auslösende Ursachen: Faktoren, welche die Wirkung der Hauptursache verstärken, wie die Aktion anderer Mikroben.
Ursachen der Erkrankung im Detail
- Menschliche Biologie: Genetische Informationen und das Alter.
- Umweltbedingte Ursachen: Physikalische, chemische, biologische und soziale Umweltfaktoren.
- Lifestyle: Drogenkonsum, Bewegungsmangel, Ernährung, Gewalt, rücksichtsloses Fahren und ungesunde Gewohnheiten.
- Das Gesundheitssystem selbst: Abdeckung, Kosten und Qualität der Versorgung.
Gesundheit sowie wirtschaftliche und soziale Entwicklung
Gesundheit und sozioökonomische Entwicklung sind eng miteinander verbunden. Ein gewisses Einkommensniveau ermöglicht den Zugang zu notwendigen Einrichtungen für das Wohlbefinden. Umgekehrt ist ein Minimum an Gesundheit erforderlich, um zu arbeiten und Einkommen zu erzielen. Armut und Krankheit bedingen sich oft gegenseitig. Jedoch bedeutet mehr Reichtum nicht automatisch mehr Gesundheit; eine unangemessene Entwicklung kann neue Probleme verursachen:
- Umweltzerstörung
- Verlust sozialer Beziehungen
Bei einem niedrigen sozioökonomischen Niveau dominieren infektiöse und parasitäre Krankheiten. In entwickelten Ländern werden schwere Krankheiten häufiger durch körperliche Probleme und den Lebensstil verursacht.
Wichtige Gesundheitsindikatoren im Überblick
Ein Indikator ist eine messbare Variable, die Bedingungen wie Lebensstandard oder Bildung widerspiegelt.
Indikatoren des Lebensstandards
- Wirtschaftlich: Pro-Kopf-Einkommen, Anteil der Haushaltsausgaben für Nahrungsmittel, Arbeitslosenquote und Beschäftigungsanteil im Primärsektor.
- Soziokulturell: Öffentliche Ausgaben für soziale Investitionen (Bildung, Gesundheit), Schulbesuchsquote und Alphabetisierungsrate (insbesondere bei Frauen).
Spezifische Gesundheitsindikatoren
In Industrieländern werden folgende Daten erhoben:
- Morbidität: Anteil der Erkrankten an einem Ort zu einer bestimmten Zeit.
- Behinderung: Anzahl der Krankheitstage pro Jahr.
- Wirksamkeit medizinischer Leistungen: Jährliche Arztbesuche und Länge der Wartelisten.
- Lebenserwartung frei von Behinderung: Zeitspanne, in der eine Person selbstständig leben kann.
- Patientenzufriedenheit: Analyse der Pflegequalität und Wirksamkeit der Behandlung.
Statistische Kennzahlen zum Gesundheitszustand
- Gesamtsterberate und Lebenserwartung.
- Swaroop-Index: Prozentsatz der Todesfälle bei Personen über 50 Jahren. Ein Wert nahe 100 % deutet auf eine hohe Entwicklung hin (Spanien lag 1995 bei 91 %).
- Säuglingssterblichkeit: Verhältnis von Todesfällen im ersten Lebensjahr zu Lebendgeburten.
- Umgebungsbedingungen: Zugang zu sauberem Trinkwasser, Wohnraumqualität und Luftverschmutzung.
- Gesundheitswesen: Anzahl und Verteilung des Fachpersonals sowie deren Spezialisierungsgrad.
Der Prozess der Gesundheitsplanung
Gesundheitsplanung ist ein Prozess zur Erreichung vorgegebener Ziele. Er beinhaltet die Entscheidung über Maßnahmen sowie deren anschließende Bewertung. Während große Ziele langfristig verfolgt werden, dient die Programmierung der Erreichung spezifischer Ziele in kürzeren Zeiträumen.
Etappen der Planung
- Forschung bezüglich der Bedürfnisse der Menschen.
- Schätzung der vorhandenen Ressourcen (Personal, Finanzen, Material).
- Priorisierung der Probleme.
- Bestimmung präziser Ziele.
- Wahl der Strategien.
- Durchführung der Maßnahmen.
- Evaluation der Ergebnisse und Anpassung des Verfahrens.
Details zur Vorbereitung und Forschung
In der Vorbereitungsphase wird die Notwendigkeit einer Verbesserung diskutiert und ein Koordinator gewählt. Die Bedarfsforschung ermittelt die Situation der Gemeinde anhand von Daten zur Geografie, Kommunikation und Verfügbarkeit von Diensten. Das Ergebnis ist ein Dokument mit einer Zusammenfassung der Probleme, deren Ursachen und einer Begründung für die geplanten Maßnahmen.
Prioritätensetzung und Zieldefinition
Die Priorisierung basiert auf der Schwere des Problems, sozialen Anliegen und wirtschaftlichen Auswirkungen. Ziele müssen zwei Bedingungen erfüllen:
- Operabilität: Sie müssen messbar sein.
- Relevanz: Sie müssen für die Zielgruppe gerechtfertigt sein.
Wahl der Strategien und Evaluation
Strategien müssen im Einklang mit den Zielen stehen und Verantwortlichkeiten klar verteilen. Ein Zeitplan ist essenziell. Die Selbsteinschätzung dient dazu, Fehler aufzudecken, ist jedoch komplex, da Mediziner oft nicht an diese Aufgaben gewöhnt sind und Ergebnisse oft erst nach einem sehr langen Intervall sichtbar werden.
Es gibt verschiedene Arten der Evaluation:
- Erste Bewertung: Fokus auf Bedürfnisse der Bevölkerung.
- Kontinuierliche Evaluierung: Laufende Anpassung der Aktivitäten.
- Abschließende Bewertung: Quantitative Information über die Ergebnisse.
- Langzeit-Evaluierung: Untersuchung der Auswirkungen Monate nach dem Eingriff.
Beurteilt werden sowohl die Ergebnisse (Zielerreichung) als auch der Prozess (Qualität der Maßnahmen, Einrichtungen und Fachkräfte).