Grundlagen der Goniometrie und Gelenkbewegungen
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Kurze Fragen zur Goniometrie
1. Klassen der CPM (Passive Bewegung)
Einfache analytische Bewegung: Hierbei ist nur ein Gelenk betroffen.
Gesamte analytische Bewegung: Hierbei sind mehrere Gelenke betroffen. Beide Formen werden verwendet, um den erreichten Bewegungsumfang der Gelenke zu erhalten.
Spezifische analytische Bewegungen oder Gelenkendspiel (Joint Play): Dies sind Bewegungen, bei denen der Patient nicht aktiv ist; sie müssen vom Physiotherapeuten (FTP) ausgeführt werden. Es gibt drei Arten:
- Gleiten (Sliding): Eine Bewegung, bei der ein Punkt einer Gelenkfläche auf verschiedene Punkte einer anderen Gelenkfläche verschoben wird.
- Rollen (Rolling): Eine Bewegung, bei der verschiedene Punkte einer Gelenkfläche auf verschiedene Punkte einer anderen Gelenkfläche treffen.
- Drehen (Spinning): Eine Bewegung, bei der sich die verschiedenen Punkte einer Gelenkfläche um eine Achse bewegen.
Traktion: Dies ist eine passive Bewegung, bei der ein Gelenksegment in der Achse des Gelenks (axiale Traktion) oder in Bezug auf die Knochendiaphyse (diaphysäre Traktion) gezogen wird.
2. Definition des Alpha-Winkels
Der Alpha-Winkel wird in der Draufsicht in einer Transversalebene (horizontal) mit einer vertikalen Achse (kraniokaudal) gemessen. Er beschreibt die Beziehung zwischen dem Schlüsselbein und der Schulterblattgräte (Spina scapulae), wobei der Scheitelpunkt am oberen Rand des Akromions liegt. Der Normalwert liegt bei 60°.
3. Definition des Beta-Winkels
Den Beta-Winkel messen wir in der Draufsicht in einer Transversalebene (horizontal) mit einer vertikalen Achse (kraniokaudal). Er beschreibt die Neigung der Schulterblattgräte (Spina scapulae) in Bezug auf die Frontalebene, die durch die biakromiale Linie repräsentiert wird (mit dem Scheitelpunkt am oberen Rand des Akromions). Sein Normalwert beträgt 50°.
4. Definition des Winkels A
Der Winkel A wird von dorsal in einer Frontalebene mit einer anteroposterioren (sagittalen) Achse gemessen. Er beschreibt die Neigung der Schulterblattgräte (Spina scapulae) in Bezug auf die Horizontale, mit dem Scheitelpunkt am äußeren hinteren Akromion. Sein Normalwert liegt bei 27° +/- 10° (die Standardabweichung beträgt +/- 5°).
5. Definition des Winkels B
Den Winkel B messen wir von dorsal in einer Frontalebene mit einer anteroposterioren (sagittalen) Achse. Er beschreibt die Neigung des Achselrandes des Schulterblattes (Margo axillaris) in Bezug auf die Horizontale oder Vertikale. Der Scheitelpunkt liegt in der Mitte des Schultergelenks, das sich zwei Fingerbreit unterhalb der hinteren Außengrenze des Akromions befindet. Sein Normalwert beträgt 45° +/- 9°.
6. Definition des Winkels Q
Der Q-Winkel wird aus einer ventralen Ansicht in einer Frontalebene mit einer anteroposterioren (sagittalen) Achse gemessen. Er beschreibt die Neigung des Kniestreckmechanismus, d. h. die Ausrichtung der Patellar- und Quadrizepssehne. Ein Winkelwert von mehr als 10° stellt ein ernstes Problem für das Patellofemoralgelenk dar.
7. Die Konkav-Konvex-Regel
Die Details der Gleit- und Rollbewegungen von zwei Gelenkteilen (einem konkaven und einem konvexen) hängen davon ab, welches Stück mobil ist und in welche Richtung die Verschiebung erfolgt:
- "Wenn die konkave Oberfläche mobil ist, wird die Bewegung von einem Gleiten der Oberfläche im gleichen Sinne wie die Segmentbewegung begleitet." (Keine Gegenwirkung).
- "Wenn die konvexe Oberfläche mobil ist, erfolgt eine lineare Gleitbewegung in die entgegengesetzte Richtung zur tangentialen Bewegung des mobilisierten Stücks." (Rollen und Gleiten).
Die Kombination der beiden vorangegangenen Situationen zeigt, dass konvexe und konkave Flächen gleichzeitig in Bewegung sein können. Diese Situation entspricht der Realität funktioneller Gelenkbewegungen, da es streng genommen nie einen völlig festen Körper und ein rein mobiles Segment gibt.
8. Eigenschaften der Handhaut
- Palmarseite: Konsistenz.
- Handrücken: Elastizität.
- Interdigitalkommissuren: Flexibilität.
9. Liste und Definition der Fußbewegungen
Es gibt 10 verschiedene Bewegungen:
- Dorsalflexion (Beugung des Fußes): Die Dorsalseite des Fußes nähert sich dem Tibiaschaft. Es ist keine streng sagittale Bewegung, sondern sie verläuft schräg mit einem leichten äußeren Anteil.
- Plantarflexion (Streckung des Fußes): Die Fußsohle nähert sich der Rückseite des Tibiaschafts. Es ist keine streng sagittale Bewegung, sondern sie verläuft schräg mit einem leichten inneren Anteil.
- Adduktion (ADD): Sie erfolgt um eine vertikale Achse in einer horizontalen Ebene, wenn der Fuß in der Referenzposition steht (Sohle im rechten Winkel zur vertikalen Achse). Es ist eine Bewegung mit geringer Amplitude, die dazu neigt, das distale Ende des Fußes nach innen zu bringen.
- Abduktion (ABD): Sie erfolgt um eine vertikale Achse in einer horizontalen Ebene, wenn der Fuß in der Referenzposition steht. Eine Bewegung mit kleiner Amplitude, die dazu neigt, das distale Ende des Fußes nach außen zu bringen.
- Supination: Der Fuß neigt dazu, nach innen zu schauen. Die Bewegung erfolgt um die Längsachse in einer Frontalebene und erzeugt eine Querneigung.
- Pronation: Der Fuß neigt dazu, nach außen zu schauen. Die Bewegung erfolgt um die Längsachse in einer Frontalebene und erzeugt eine Querneigung.
- Varisation: Kombiniert die Adduktion (ADD) mit der Supination, ohne Beteiligung von Beugung oder Streckung.
- Valgisation: Kombiniert die Abduktion (ABD) mit der Pronation, ohne Beteiligung von Beugung oder Streckung.
- Inversion: Eine dreidimensionale Bewegung, die Plantarflexion mit Varisation kombiniert. Diese Synthesebewegung wird um die Henke-Achse (schräg von hinten-außen nach vorne-innen) ausgeführt.
- Eversion: Eine dreidimensionale Bewegung, die Dorsalflexion mit Valgisation kombiniert. Sie erfolgt umgekehrt zur Henke-Achse.