Grundlagen der journalistischen Dokumentation
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Merkmale journalistischer Dokumentation
Die Funktionen sind in allen Medien-Dokumentations-Centern (MDC) präsent. Das Wichtigste ist die Notwendigkeit retrospektiver Daten; man benötigt zuverlässige Quellen aus der Vergangenheit und fundierte Kenntnisse. In Bezug auf die vom Journalisten gesammelten Informationen sind folgende Punkte zu beachten:
- I. Dualität der Quellen: Es gibt zwei Arten von Quellen:
- Externe Quellen (andere MDC, öffentliche oder private Einrichtungen, Pressearchive, Datenbanken)
- Quellen, die vom Medium selbst erzeugt wurden
- II. Konstanz der Informationen: Informationen können sich wiederholen, was Probleme bei der Speicherung und Verbreitung schafft. Durch Digitalisierung sind diese Probleme zwar teilweise gelöst, bestehen aber weiterhin bei der Klassifizierung aufgrund von:
- Lücken in der Informationstechnologie des Unternehmens
- Kohärenz und Relevanz der Quellen
- Arbeitsgewohnheiten der Journalisten
- III. Obsoleszenz: Dokumentationen veralten sehr schnell. Informationen, die heute aktuell sind, können morgen für andere Disziplinen relevant sein. Das Problem ist, dass in Dokumentationszentren oft nichts gelöscht wird.
- IV. Schnelligkeit der Reaktion
- V. Medienübergreifende Formate: In einem Medienunternehmen besteht eine untrennbare Beziehung zwischen Formaten. Es gibt Diskrepanzen zwischen Bild und Text in Zeitungen, Bild und Ton im Fernsehen oder Text und Ton im Radio.
- VI. Diversifizierung der Nutzer: Informationen werden nicht nur von Journalisten benötigt, sondern auch von Firmen, Justizbehörden, Wissenschaftlern, Forschern sowie Zuschauern und Hörern.
Funktionen der journalistischen Dokumentation
Gabriel Galdón klassifiziert die Funktionen wie folgt:
- a) Previsora (Vorausschauend/Inspirierend): Unterstützung bei der Planung der journalistischen Arbeit, etwa durch eine Agenda für die Woche.
- b) Kritisch-Check: Überprüfung aller vom Journalisten angebotenen Daten.
- c) Ergänzend: Bereitstellung von Daten, die die Informationen vervollständigen.
- d) Komplettierend: Parallel zur Recherche werden zusätzliche Mittel bereitgestellt, zum Beispiel Grafiken.
- e) Linguistisch-erklärend: Nutzung der Ressourcen zur sprachlichen Organisation.
- f) Narratives Modell: Beratung der Journalisten hinsichtlich klarer Ausdrucksformen.
- g) Information: Das Dokumentationszentrum bereitet Informationen eigenständig auf.
- h) Format: Schulung der Journalisten im Umgang mit neuen Ressourcen oder Datenbanken.
Informationsbedürfnisse
Der Bedarf basiert auf zwei Kriterien:
- Die Eigenschaften des Medientyps.
- Die Art des Journalismus:
- Allgemeiner Journalist: Er ist für die tägliche Information zuständig. Er liest Zeitungen, macht Notizen, nutzt Nachrichtenagenturen und erstellt seine Arbeitsmappe. Er benötigt Schnelligkeit und Zugriff auf Presseunterlagen sowie Hilfsmittel wie Handbücher und Atlanten.
- Fachjournalist: Entstand vor allem in Europa in den 60er Jahren, um tiefere wissenschaftliche Zusammenhänge zu erschließen. Er muss über die 5-W-Fragen hinausgehen und Hintergründe analysieren.
- Investigativjournalist: Petra Maria Secanella beschreibt diese Arbeit als professionelle Initiative in Angelegenheiten, die breite gesellschaftliche Bereiche betreffen und von Institutionen geheim gehalten werden. Dokumente dienen hier als Beweismittel, um Klagen gegen den Journalisten oder das Medium zu vermeiden. Die Dokumentation hilft dabei, die Genauigkeit der Quellen zu prüfen und diese zu schützen.