Grundlagen der Karies: Arten, Entstehung und Behandlung

Eingeordnet in Medizin & Gesundheit

Geschrieben am in mit einer Größe von 3,09 KB

Wurzelkaries

Wurzelkaries bezeichnet den Zerfall der Zahnwurzeln sowie der beteiligten Gewebe wie Zement und Dentin.

Arten von Füllungen (Black-Klassifikation)

  • Typ I: Auswirkungen auf die Kaufläche bei Prämolaren und Molaren.
  • Typ II: Betrifft die proximalen Flächen bei Schneide- und Eckzähnen.
  • Typ III: Auswirkungen auf die approximalen Zonen der Frontzähne ohne Einbeziehung der Schneidekante.
  • Typ IV: Proximale Flächen bei Schneide- und Eckzähnen unter Einbeziehung der Schneidekante.
  • Typ V: Karies an der freien Zahnhalsfläche bei Schneide-, Eckzähnen, Prämolaren und Molaren.

Erworbenes Schmelzoberhäutchen (Pellikel)

Sobald ein sauberer Zahn dem Speichel ausgesetzt ist, bildet sich innerhalb weniger Sekunden eine dünne organische Schicht aus Glykoproteinen. Diese kann durch Zähneputzen entfernt werden, bildet sich jedoch bei erneutem Kontakt mit Speichel sofort wieder neu.

Funktionen des Schmelzoberhäutchens

  • Schutz der Zahnoberfläche vor übermäßiger Abnutzung beim Kauen.
  • Schutz gegen Säureangriffe durch Reduktion der Einwirkzeit saurer Lebensmittel.
  • Speicherung von Schutzionen wie Fluorid.

Merkmale der Karies nach betroffenen Geweben

Schmelzkaries zeigt sich oft als weißer Fleck (White Spot). Diese Läsionen sind reversibel und können durch Remineralisation eine dunklere Farbe annehmen, wodurch sie resistenter gegen weitere Schädigungen werden. Man unterscheidet vier Zonen:

  • 1. Oberfläche: Gesundes Gewebe, das durch Kontakt mit Speichel ständiger Remineralisation unterliegt.
  • 2. Body: Veränderte Größe und erhöhte Porosität.
  • 3. Dunkle Zone: Verlust der kristallinen Struktur des Zahnschmelzes, erhöhte Porosität und Farbveränderung.
  • 4. Transparente Zone: Entspricht dem Fortschreiten der Läsion.

Reaktion von Dentin und Pulpa

Bei einer schwachen Reizung über einen bestimmten Zeitraum entsteht eine Sklerose der Dentintubuli. Die Tubuli füllen sich mit peritubulärem Dentin und werden röntgendicht. Klinisch erscheint dieser Bereich dunkler und härter. Er fungiert als Barriere, die verhindert, dass Reize die Pulpa durch die Tubuli erreichen.

Akute Karies (Karies im Galopp)

Hierbei handelt es sich um eine schnell fortschreitende, akute Gewebezerstörung. Die Ursachen sind oft falsche Ernährungsgewohnheiten und mangelnde Mundhygiene. Die Läsionen haben eine weiche Konsistenz, eine dunkelgelbliche Farbe und führen zu einer sehr schnellen Zerstörung. Häufige Altersgruppen sind:

  • 4 bis 8 Jahre: Milchgebiss
  • 11 bis 13 Jahre: Bleibendes Gebiss

Strahlenkaries

Diese Form tritt häufig bei Patienten auf, die eine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich erhalten haben. Die Karies entsteht durch Veränderungen der Mundflora sowie durch eine veränderte Quantität und Qualität des Speichels.

Verwandte Einträge: