Grundlagen des KMU-Rechnungswesens und Jahresabschluss
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1. Rahmenkonzept des PGC
Der konzeptionelle Rahmen des PGC (Plan General Contable) enthält die Grundsätze und allgemeinen Regeln, die es ermöglichen, das Rechnungswesen zu erstellen und zu interpretieren.
2. Ansatz- und Bewertungsstandards für KMU
Dieser Teil enthält die Regeln für die Registrierung und Bewertung von Aktiva, Passiva sowie Umsätzen, die für KMU spezifisch sind. Ein Unternehmen gilt als KMU, wenn es in zwei aufeinanderfolgenden Jahren durchschnittlich nicht mehr als 50 Mitarbeiter beschäftigt.
3. Finanzielle Abschlüsse
Die Abschlüsse von KMU bestehen aus der Bilanz, der Gewinn- und Verlustrechnung, der Kapitalflussrechnung, der Veränderung des Eigenkapitals und dem Anhang. Diese Dokumente bilden eine Einheit und müssen innerhalb von drei Monaten nach Geschäftsjahresende vom Arbeitgeber oder den Direktoren erstellt und hinterlegt werden.
4. Definitionen und Buchungsregeln
Die Konten sind in sieben Gruppen unterteilt, die alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten des Unternehmens umfassen, inklusive Definitionen und Erklärungen zu den Bewegungen der einzelnen Konten.
5. Kontenplan
Der Kontenplan ist eine detaillierte Aufstellung aller Vermögenswerte und Konten. Dieser Teil des PGC ist nicht zwingend; Unternehmen können ihren eigenen Kontenplan definieren.
6. Die Bilanz
Die Bilanz zeigt das Vermögen eines Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt (meist zum 31. Dezember) und spiegelt das Erbe sowie alle Rechte und Pflichten wider.
Struktur der Bilanz
Die Bilanz muss die grundlegende Bilanzgleichung erfüllen: Summe der Aktiva = Summe der Passiva + Eigenkapital.
- Aktiva: Investitionen und Mittelverwendung, sortiert nach Liquidität.
- Passiva: Finanzstruktur und Mittelherkunft, sortiert nach Fälligkeit.
- Klassifizierung: Anlage- und Umlaufvermögen sowie Eigenkapital, langfristige und kurzfristige Verbindlichkeiten.
7. Gewinn- und Verlustrechnung
Die Gewinn- und Verlustrechnung ist ein dynamisches Dokument, das das finanzielle Ergebnis während des Geschäftsjahres darstellt. Sie berechnet das Ergebnis vor Steuern unter Berücksichtigung des operativen und finanziellen Ergebnisses.
8. Anhang und Eigenkapitalveränderung
- Anhang: Erläuterndes Dokument, das den Inhalt der anderen Abschlüsse ergänzt (z. B. Geschäftstätigkeit, Verwendung von Erträgen).
- Eigenkapitalveränderung: Informiert über Änderungen des Eigenkapitals durch Gewinne, Verluste oder Transaktionen mit Partnern.
- Kapitalflussrechnung: Freiwillig für KMU; informiert über Herkunft und Verwendung monetärer Mittel.
9. Analyse der Jahresabschlüsse
Die Analyse der Finanzberichte dient dazu, Schlussfolgerungen über die Situation des Unternehmens zu ziehen. Zielgruppen sind:
- Unternehmer (Status der Investitionen)
- Manager (Verwaltungsergebnisse)
- Potenzielle Investoren (Rentabilität)
- Gläubiger/Banken (Zahlungsfähigkeit)
- Externe Akteure (Wirtschaftsprüfer, Steuerbehörden)
10. Finanzielle Situationen der Bilanz
- Totale Finanzstabilität: Langfristige Vermögenswerte sind vollständig durch Eigenkapital finanziert.
- Normale Finanzstabilität: Positives Working Capital.
- Zahlungsunfähigkeit: Kurzfristiges finanzielles Ungleichgewicht durch negatives Working Capital.
- Langfristiges Ungleichgewicht: Unterkapitalisierung und Liquiditätsschwierigkeiten.
- Konkurs: Schwerwiegendes Ungleichgewicht; das Unternehmen ist überschuldet und muss liquidiert werden.