Grundlagen der Kohlenstoffchemie und Kohlenwasserstoffe
Eingeordnet in Chemie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,72 KB
Was ist Kohlenstoff?
Kohlenstoff ist ein grundlegendes Element, das selten in der Erdkruste und der Atmosphäre vorkommt. Er ist ein essenzieller Bestandteil aller lebenden Materie, sowohl bei Pflanzen als auch bei Tieren.
Der Kohlenstoffkreislauf
Der Kohlenstoffkreislauf stellt der Atmosphäre Kohlendioxid zur Verfügung, das Pflanzen durch Photosynthese nutzen, um ihre lebende Materie aufzubauen. Dieses Pflanzenmaterial wird von Tieren aufgenommen und in ihre eigene lebende Materie integriert. Kohlendioxid gelangt durch die Atmung von Lebewesen, deren Zersetzung sowie durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurück in die Atmosphäre.
Eigenschaften von Kohlenstoffverbindungen
Kohlenstoffverbindungen zeichnen sich durch folgende Merkmale aus:
- Sie reagieren tendenziell langsam.
- Sie haben niedrige Schmelz- und Siedepunkte.
- Sie weisen eine geringe thermische Stabilität auf.
- Sie sind in Wasser unlöslich, aber in organischen Lösungsmitteln löslich.
- Sie leiten keinen elektrischen Strom.
Begründung: Die hohe Stabilität der kovalenten Bindungen zwischen den Atomen, schwache intermolekulare Kräfte und das Fehlen freier Ionen oder Elektronen erklären diese Eigenschaften.
Isomere und Kohlenwasserstoffe
Isomere sind Verbindungen mit der gleichen Summenformel, die sich jedoch in ihrer Struktur und ihren Eigenschaften unterscheiden. Kohlenwasserstoffe sind organische Verbindungen, deren Moleküle ausschließlich aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen.
Gesättigte Kohlenwasserstoffe (Alkane)
Alkane sind offenkettige Kohlenwasserstoffe mit Einfachbindungen.
- Anwendung: Methan wird als Erdgas genutzt. Butan wird in verflüssigter Form in Gasflaschen für den häuslichen Gebrauch verwendet und setzt bei der Verbrennung große Mengen Wärme frei.
Wenn ein Alkan ein Wasserstoffatom verliert, entsteht ein Alkylrest, der kovalente Bindungen mit anderen Elementen oder Gruppen eingehen kann.
Ungesättigte Kohlenwasserstoffe
Alkene: Offenkettige Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer Doppelbindung. Sie dienen als chemische Basis, etwa für Polyethylen (Flaschen, Behälter) oder synthetischen Kautschuk.
Alkine: Offenkettige Kohlenwasserstoffe mit mindestens einer Dreifachbindung. Acetylen wird beispielsweise beim Schweißen und als Rohstoff für die Synthese organischer Verbindungen verwendet.
Geschlossene Kohlenwasserstoffe (Alicyclische Verbindungen)
Hierbei ist das letzte Kohlenstoffatom der Kette mit dem ersten verbunden, wodurch ein Ring entsteht:
- Cycloalkane: Nur Einfachbindungen.
- Cycloalkene: Mindestens eine Doppelbindung.
- Cycloalkine: Mindestens eine Dreifachbindung.
Viele dieser Verbindungen dienen als Zwischenprodukte in der chemischen Industrie.
Aromatische Kohlenwasserstoffe
Diese Verbindungen, oft Derivate von Benzol, zeichnen sich durch ein charakteristisches Aroma aus. Benzol dient als wichtiges Lösungsmittel und industrieller Rohstoff.
Funktionelle Gruppen und Halogenierte Verbindungen
Eine funktionelle Gruppe ist ein Atom oder eine Atomgruppe, die die chemischen Eigenschaften einer Verbindung bestimmt. Werden Wasserstoffatome durch Halogene ersetzt, entstehen halogenierte Verbindungen.
- Anwendung: Einige dienen als Lösungsmittel. Ein bekanntes Beispiel ist PVC (Polyvinylchlorid), das für elektrische Isolierungen, Rohre und Bodenbeläge verwendet wird.