Grundlagen der Kraft: Definition, Training und Methoden
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Was ist Kraft?
Kraft ist die Fähigkeit, externe Widerstände zu überwinden oder ihnen entgegenzuwirken, definiert durch Muskelspannung. Sie wird als die maximale Spannung verstanden, die Muskeln entwickeln können. Kraft ist das Zentrum körperlicher Fähigkeiten; jede Bewegung erfordert Muskelkontraktion.
1. Mechanische Sicht
Kraft ist die Fähigkeit, externe Widerstände durch Muskelspannung zu überwinden. Sie definiert sich auch als die Fähigkeit der Muskeln, Beschleunigung oder Verformung eines Körpers zu erzeugen, ihn stationär zu halten oder seine Bewegung zu verlangsamen. Selbst im Schlaf existiert ein minimaler Muskeltonus.
2. Biologische Sicht
Kraft ist die Fähigkeit, durch Muskelkontraktion Spannung zu erzeugen und wieder zu entspannen. Man unterscheidet:
- Statisch (Isometrisch): Spannung ohne Längenänderung des Muskels.
- Dynamisch (Anisometrisch):
- Isotonisch: Veränderung der Muskellänge bei gleichbleibender Spannung.
- Isokinetisch: Kontraktion bei konstanter Geschwindigkeit.
- Auxotonisch: Kombination aus konzentrischer (Muskelverkürzung) und exzentrischer (Muskelverlängerung) Arbeit.
Die Kombination aus exzentrischer und konzentrischer Kontraktion wird als Plyometrie bezeichnet, welche den Dehnungsreflex aktiviert.
Klassifikation der Kraft
- Maximalkraft: Die höchste Spannung, die das neuromuskuläre System willkürlich erzeugen kann.
- Schnellkraft: Die Fähigkeit, Widerstände mit höchstmöglicher Kontraktionsgeschwindigkeit zu überwinden.
- Kraftausdauer: Die Fähigkeit des Körpers, bei langfristigen Anstrengungen Ermüdung zu widerstehen.
Arbeitsformen der Kraft
- Propulsiv: Überwindung von Widerständen durch konzentrische Kontraktionen.
- Bremsend: Exzentrische Arbeit.
- Kombiniert: Wechsel zwischen Antrieb und Bremsen (z. B. Richtungswechsel).
- Statisch: Isometrische Arbeit.
Faktoren zur Verbesserung der Kraft
Die Kraftentwicklung hängt nicht nur von der Muskelgröße ab, sondern primär vom zentralen Nervensystem (ZNS), welches die Muskelfasern steuert:
- Anzahl der aktiven motorischen Einheiten.
- Frequenz der Nervenimpulse.
- Synchronisation der Nervenimpulse.
Strukturelle und funktionale Faktoren
- Struktur: Muskelmasse, Faseranzahl und Hebelverhältnisse.
- Funktion: Nervensystem (intermuskuläre und intramuskuläre Koordination), Faserzusammensetzung (langsam vs. schnell zuckende Fasern) und Energiesysteme.
Trainingsmethoden
- Maximalkraftmethode: Hohe Lasten (bis 100%) für 1-3 Sekunden. Fokus auf Koordination und Hypertrophie.
- Submaximale Methode: 60-85% Last für Schnellkraft und Hypertrophie.
- Kraftausdauermethode: Viele Wiederholungen bei geringerer Last bis zur Ermüdung.
- Isometrische Methode: Halteübungen in verschiedenen Winkeln (wichtig: nicht für Kinder geeignet).
Krafttraining mit Kindern und Jugendlichen
Bei Kindern steht die intermuskuläre Koordination im Vordergrund. Vermeiden Sie extreme Belastungen der Wirbelsäule und zu hohe Wiederholungszahlen.
- Autoloading: Nutzung des eigenen Körpergewichts.
- Externe Last: Partnerübungen oder Zusatzmaterialien (Sand, Wasser).
Entwicklungsphasen:
- 6-12 Jahre: Fokus auf dynamische Arbeit und Haltungskontrolle.
- 14-16 Jahre: Fokus auf Hypertrophie und Belastungstoleranz durch hormonelle Reifung.