Grundlagen der Landwirtschaft: Definitionen & Konzepte
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Grundlagen der Landwirtschaft: Wichtige Begriffe erklärt
1. Primärsektor: Definition und Beispiele
Der Primärsektor umfasst alle Aktivitäten, bei denen Menschen Rohstoffe direkt aus der Natur gewinnen. Dazu gehören: Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Forstwirtschaft und Bergbau.
2. Landwirtschaftlicher Raum: Merkmale
Ein landwirtschaftlicher Raum ist ein Naturraum, der vom Menschen für landwirtschaftliche Aktivitäten wie Ackerbau, Viehzucht und Forstwirtschaft umgestaltet wurde. Seine Beschaffenheit wird maßgeblich durch materielle und menschliche Faktoren beeinflusst.
3. Landnutzung (Explotación Agraria): Bedeutung
Die Landnutzung (spanisch: Explotación Agraria) bezeichnet alle Produktionsmaßnahmen, die auf einem bestimmten Grundbesitz durchgeführt werden.
4. Landwirtschaft: Anbau für Mensch und Industrie
Landwirtschaft ist die Kultivierung des Bodens zur Erzeugung pflanzlicher Produkte. Diese dienen entweder dem menschlichen Verzehr, der Tierernährung oder als Rohstoffe für die Industrie.
5. Produktivität: Verhältnis von Output zu Input
Die Produktivität beschreibt das Verhältnis zwischen der erzielten Produktion und den dafür eingesetzten Mitteln.
6. Überschuss (Excedente): Definition und Nutzung
Ein Überschuss (spanisch: Excedente) ist eine Überproduktion, die nach Deckung des Eigenbedarfs eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs (z.B. für Futter, Saatgut) übrig bleibt und gelagert oder verkauft werden kann.
7. Parzelle: Kleinste Kultureinheit
Eine Parzelle ist die kleinste Einheit einer Kulturfläche, die durch ihre Form, Größe und klare Grenzen definiert ist.
8. Brachland (Barbecho): Bodenerholung
Brachland (spanisch: Barbecho) bezeichnet Flächen, die für eine bestimmte Zeit stillgelegt werden, damit sich die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Weise erholen kann.
9. Umbrechen (Roturar): Erstmalige Bodenbearbeitung
Umbrechen (spanisch: Roturar) bedeutet, den Boden zum ersten Mal zu kultivieren oder zu bearbeiten.
10. Mediterrane Landwirtschaft: Trocken- und Bewässerungsanbau
Die mediterrane Landwirtschaft unterscheidet sich in zwei Hauptformen:
- Trockenfeldbau (Rainfed): Hierzu zählen Kulturen wie Weinberge und Olivenhaine.
- Intensiver Bewässerungsanbau: Dieser umfasst vor allem Obst- und Gemüseanbau (Hortofrutales).
11. Neue Länder (Países Nuevos): Koloniale Geschichte
Als Neue Länder (spanisch: Países Nuevos) werden jene von Europäern kolonisierten Gebiete bezeichnet, die ab dem 18. Jahrhundert ihre Unabhängigkeit erlangten.
12. Bewässerungslandwirtschaft: Künstliche Wasserzufuhr
Die Bewässerungslandwirtschaft ist die gezielte Zufuhr großer Wassermengen zu Kulturen mittels verschiedener künstlicher Bewässerungsmethoden.
13. Trockenfeldbau (Agr. de Secano): Regenwasser-Nutzung
Der Trockenfeldbau (spanisch: Agricultura de Secano) verzichtet auf künstliche Bewässerung und nutzt ausschließlich das Wasser aus Niederschlägen.
14. Polykultur: Vielfältiger Anbau auf gleicher Fläche
Die Polykultur bezeichnet den Anbau verschiedener Pflanzenarten auf derselben landwirtschaftlichen Fläche. Im Bewässerungsanbau ist dies oft in Gärten zu finden, wo Obstbäume, Paprika, Tomaten und andere Kulturen kombiniert werden. Diese Anbauform kann klein- oder mittelgroß sein und dient oft dem Eigenverbrauch sowie der Tierfütterung, kann aber auch für den Handel bestimmt sein.
15. Monokultur: Spezialisierung auf eine Pflanzenart
Die Monokultur ist der Anbau einer einzelnen Pflanzenart auf einer bestimmten landwirtschaftlichen Fläche. Typische Monokulturen sind Getreide, Leguminosen oder Baumwolle. Der Großteil der Produktion ist in der Regel für den Handel bestimmt.
16. Intensive Landwirtschaft: Maximale Produktion
Die intensive Landwirtschaft ist ein System, das hohe Kapitalinvestitionen und/oder viel Arbeit einsetzt, um einen maximalen Produktionsertrag zu erzielen. Die Produktion ist primär für den Handel bestimmt.
17. Extensive Landwirtschaft: Ressourcenschonender Anbau
Die extensive Landwirtschaft nutzt nicht alle verfügbaren personellen und technischen Ressourcen, um die Leistung zu maximieren. Die Produktion kann sowohl für den Markt als auch für den Eigenverbrauch bestimmt sein.
18. Subsistenzlandwirtschaft: Eigenversorgung im Fokus
Die Subsistenzlandwirtschaft ist durch die Verwendung archaischer Techniken, eine starke Abhängigkeit von der physischen Umwelt und eine niedrige Produktivität gekennzeichnet. Sie beansprucht oft einen Großteil der Landfläche und der Bevölkerung. Die landwirtschaftliche Tätigkeit zielt primär auf die Eigenversorgung ab.
19. Marktlandwirtschaft: Moderne, handelsorientierte Produktion
Die Marktlandwirtschaft zeichnet sich durch hohe Kapitalisierung, den Einsatz moderner Technik, hohe Produktivität und die Vermarktung der Produktion aus. Sie fördert die Entwicklung einer soliden Transportinfrastruktur und ist sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungsländern verbreitet.
20. Plantagenwirtschaft: Großbetriebe für Exportgüter
Die Plantagenwirtschaft umfasst große Betriebe, die meist in Monokultur angebaut werden (z.B. Kakao). Diese Plantagen gehören oft großen ausländischen Unternehmen, die für die internationale Verarbeitung und Vermarktung der Produkte verantwortlich sind. Sie beschäftigen in der Regel einheimische, temporäre und billige Arbeitskräfte.