Grundlagen der Lehrplanentwicklung und Lerntransfer

Eingeordnet in Lehre und Ausbildung

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 4,08 KB

1. Curriculum: Konzepte und Definitionen

  • Hidden Curriculum: Einstellungen und Werte, die von Studenten ungeplant erworben werden.
  • Cross-Design: Übergreifende Lehrinhalte wie Bildung für Gleichstellung, Umwelterziehung und Respekt, die implizit vermittelt werden.
  • Sinnvolles Lernen: Der Schüler nutzt seine Vorerfahrungen, um neue Aufgaben bewusst mit vorhandenem Wissen zu verknüpfen und so einen Transfer zu ermöglichen.
  • Interdisziplinarität: Bereicherung des Lernprozesses durch die Interaktion verschiedener Fachbereiche.

2. Fundamente des Lehrplans

Der Lehrplan basiert auf verschiedenen wissenschaftlichen Grundlagen:

Soziologische Grundlagen

Die Bewertung dient sowohl individuellen als auch sozialen Zwecken. Da die Gesellschaft aus Gruppen mit unterschiedlichen Interessen besteht, sollte der Pflichtlehrplan offen und flexibel gestaltet sein.

Erkenntnistheoretische Begründung

Bezieht sich auf die inhaltliche Ausrichtung des Lehrplans (z. B. Agenda für künftige Maßnahmen und Leibeserziehung).

Psychologische Grundlagen

Der wichtigste Faktor für das Lernen ist das Vorwissen des Lernenden. Zentrale Aspekte sind:

  • Anknüpfen an Vorkenntnisse.
  • Sicherung bedeutender Lernmengen.
  • Erweiterung und Bereicherung von Wissenssystemen und Strukturen.
  • Förderung des selbstständigen Lernens („Lernen lernen“) und Transfer von Lernstrategien.
  • Suche nach Veränderung bestehender Regelungen.
  • Prinzip der studentischen Aktivität (Praxis).
  • Lehrerintervention, um Schüler bei neuen Herausforderungen zu unterstützen.

Pädagogische Grundlagen

  1. Motivation: Schaffung von Situationen, die an die Interessen und Erwartungen der Schüler anknüpfen.
  2. Präsentation der Ziele: Organisation in einer kohärenten, zusammenhängenden und sinnvollen Weise.
  3. Funktionalität: Förderung der praktischen Anwendbarkeit des Gelernten.

3. Bedeutung der Planung

Planung beantwortet die Fragen: Wo stehen wir? (Ziele), wie erreichen wir diese? (Interaktion/Übung) und wie bewerten wir den Erfolg? (Evaluation).

Planungsfunktionen

  • Voraussehen von Anpassungsmöglichkeiten bei Diskrepanzen.
  • Förderung der Reflexion über die Unterrichtspraxis.
  • Erleichterung der Umsetzung psychologischer Prinzipien.
  • Informationsbereitstellung für alle Beteiligten.

Einflussfaktoren und Grundsätze

Die Planung wird durch persönliche Faktoren des Lehrers beeinflusst (Ausbildung, Motivation, Erfahrung, Ressourcen, Tradition). Grundsätze der Planung: Systematik, vertikale Hierarchie (Zielkonformität), horizontale Hierarchie (Kontinuität), Angemessenheit, Flexibilität, Nutzenorientierung sowie Innovation und Kreativität.

4. Der Transferprozess

Transfer beschreibt, wie eine erlernte Aufgabe eine andere beeinflussen kann.

Transfer-Typen

  • Nach Wirkung: Positiv (Lernen wird begünstigt) oder Negativ (Lernen wird behindert).
  • Nach zeitlicher Abhängigkeit: Proaktiv (Vorwissen beeinflusst neues Lernen) oder Retrospektiv (Neues Lernen beeinflusst Bekanntes).

Faktoren für positiven Transfer

  • Form der Bewegung, rhythmische Struktur, Körper-Umwelt-Beziehung, motorische Koordination, Einsatz einfacher Geräte und psychologische Merkmale.

Grundsätze des Transfers

  • Prinzip der gleichen Elemente: Transfer tritt bei identischen Elementen auf.
  • Ganzheits- vs. Teilmethode: Komplexe Aufgaben sollten erst bei hoher Beherrschung in Teile zerlegt werden, um Zeitverlust zu vermeiden.
  • Variabilität in der Praxis: Besonders wichtig bei offenen Fähigkeiten. Variable Übungen zwingen den Schüler zur tieferen Verarbeitung und fördern die Anpassungsfähigkeit an neue Situationen.

Verwandte Einträge: