Grundlagen der Linguistik: Funktionen und Varietäten

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Mündlichkeit und die doppelte Artikulation

Mündlichkeit: Sprachliche Zeichen werden als Sprachlaute durch die Sprechorgane erzeugt und vom Ohr wahrgenommen. Die Schriftlichkeit ist die Transkription dieser mündlichen Zeichen.

Doppelte Artikulation: Man kann eine unendliche Menge an Nachrichten durch die Artikulation von zwei Einheiten bilden:

  • 1. Ebene: Eine begrenzte Anzahl von Einheiten ohne eigene Bedeutung (Phoneme).
  • 2. Ebene: Die Kombination dieser Einheiten zu bedeutungstragenden Zeichen.

Dabei unterscheidet man zwischen der Langue (dem Zeichensystem einer Gemeinschaft) und der Parole (der individuellen Sprache und Aussprache).

Die sechs Funktionen der Sprache

Nach dem Modell der Sprachfunktionen ergeben sich folgende Bereiche:

  • Expressive Funktion: Berichte über Gefühle, Zustände, Statements oder Meinungen des Sprechers.
  • Repräsentative Funktion: Kommuniziert reale oder eingebildete Informationen.
  • Appellative Funktion: Zielt auf die Reaktionen des Empfängers ab (im Text ursprünglich als „Kleinwaffen“ missverstanden).
  • Poetische Funktion: Das Objektiv der Kommunikation ist die Nachricht selbst.
  • Phatische Funktion: Dient der Überprüfung, ob der Kommunikationskanal offen ist.
  • Metalinguistische Funktion: Die Sprache wird genutzt, um über die eigene Sprache zu sprechen.

Vielfalt und Varietäten der Sprache

Die Sprache besteht aus einer Menge von Elementen, die durch geografische, soziale und situative Faktoren charakterisiert sind.

Sprache, Dialekt und Mundart

  • Sprache: Ein verbales Kommunikationssystem, das von einer Sprachgemeinschaft geteilt wird und die notwendige Homogenität für die Verbindung der Sprecher hält.
  • Mundart: Eine konkrete Ausführungsform, die eine Sprache in einem geografischen Gebiet annimmt.
  • Dialekt (Landessprache): Ein System an einem Ort oder in einer Region mit eigenen Zügen innerhalb eines umfassenderen Systems.

Soziolinguistik: Sprache im sozialen Kontext

Die Soziolinguistik untersucht die interne Vielfalt jeder Sprache innerhalb des sozialen Kontextes. Relevante Faktoren sind:

  • Glossar und Semantik: Verwendung von Diminutiven, Übertreibungen sowie die Verzerrung der Wortbedeutungen.
  • Habitat: Die ländliche Sprache ist oft weniger sorgfältig in Intonation und Aussprache, im Lexikon konservativer, aber durch Isolation auch resistenter gegen sprachliche Moden.
  • Alter: Demonstriert die Fähigkeit zur Anpassung an die Sprache; die Veränderungsbereitschaft nimmt mit dem Alter ab.
  • Geschlecht (Sexus): Nicht allein entscheidend, aber es entstehen linguistische Differenzen durch das soziale Leben und die Bildung von Männern und Frauen.
  • Beruf: Trägt zur Schaffung einer Fachsprache (Jargon) auf lexikalischer und semantischer Ebene bei.

Soziokulturelle Ebenen der Sprache

Kult-Ebene (Bildungssprache)

Dies ist das Ideal für tiefe Ausdrucksweisen. Merkmale: Kein Slang, präzise Morphosyntax, Reichtum im Wortschatz und volle Nutzung aller sprachlichen Möglichkeiten.

Semiculto-Ebene (Umgangssprache)

Merkmale:

  • Subjektivität: Häufige Verwendung von „Ich“, Ausrufen, Interjektionen und subjektiven Satzkonstruktionen.
  • Stilmittel: Pleonasmen, übertriebene Vergleiche, kuriose Metaphern sowie eine Fülle von Diminutiven und Augmentativen.
  • Sprachliche Ökonomie: Unvollständige Sätze, häufige Verwendung von „wie“ oder „dass“ als Platzhalter, Vokabeln mit Omnibus-Bedeutung, Floskeln und Bezüge auf den außersprachlichen Kontext.
  • Appell: Gelegentliche Nutzung von Imperativ und Vokativ.

Gemeine Ebene (Vulgärsprache)

Der Sprecher vernachlässigt die Sprache durch flache Anweisungen und Slang. Typische Fehler:

  • Phonetik: Fehler bei Vokalen, veränderte Diphthonge und Konsonantengruppen, Unterdrückung von Konsonanten, Metathese (Umstellung von Lauten) und fehlerhafte Verschmelzungen von Präpositionen und Artikeln.
  • Morphosyntax: Fehler wie Laismo, Loísmo, Leísmo (spezifische Pronominalfehler), Dequismus, sowie übermäßige koordinative Konstruktionen und Anakoluth (Satzbruch).

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