Grundlagen der Literatur: Epochen, Gattungen und Merkmale

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Der literarische Text als Kommunikationsakt

Ein literarischer Text ist ein komplexer und eigentümlicher Kommunikationsakt. Die Nachricht ist das zentrale Element, wobei die poetische Funktion stets eine subjektive Note trägt.

  • Emittent: Der Autor.
  • Kanal: Das geschriebene Wort, über das der Sender seine Nachricht verbreitet.
  • Empfänger: Der Leser oder Zuhörer.
  • Kanal der Übertragung: Mündlich oder schriftlich.
  • Kontext: Umfasst alle historischen und sozialen Umstände.
  • Code: Die literarische Sprache.

Merkmale der literarischen Sprache

Die literarische Sprache zeichnet sich durch künstlerische Qualität, Musikalität und Emotionen aus. Ein Übergewicht der Konnotation ermöglicht es, einem Wort vielfältige Bedeutungen zuzuschreiben. Literaten nutzen zudem die Freiheit, die logische Satzstruktur oder die übliche Bedeutung zu verändern, oft ergänzt durch Archaismen oder Fremdwörter.

Literarische Gattungen

  • Lyrik: Werke in Versform, bei denen die Verbindung zwischen Inhalt und Form besonders stark ist. Sie gilt als höchster Ausdruck der literarischen Sprache.
  • Narrative (Epik): Ein Erzähler schildert Fakten oder Fiktionen, meist in Prosa. Dazu zählen Epen, Romane, Essays, Zeitungsartikel und Memoiren.
  • Theater: Werke, die durch Dialoge dargestellt werden. Untergattungen sind die Tragödie (unglücklicher Ausgang), die Komödie (humoristische Perspektive) und das Drama (interne Konflikte des Protagonisten).

Literarische Bewegungen und Trends

Mittelalter

Die zentrale Figur des Ritters und die Vasallenbeziehungen bildeten die Grundlage der Troubadourdichtung in Okzitanien. Das Hauptthema ist die höfische Liebe, bei der der Dichter seine Liebe zur Dame oft im Geheimen besingt.

Humanismus und Renaissance (XIV.–XVIII. Jh.)

Das Humanismus-Konzept entstand als Reaktion auf eine tiefe Krise. Dante gilt als Vorläufer, während Petrarca den Dolce Stil Novo prägte. In der Renaissance rückte der Mensch in den Mittelpunkt, inspiriert von klassischen Modellen und dem Streben nach Harmonie. Der Barock hingegen ist geprägt von Pessimismus, Übertreibung und Misstrauen gegenüber menschlichen Fähigkeiten. Der Neoklassizismus kehrte zur Vernunft und philosophischen Reflexion zurück.

Moderne (XIX. Jahrhundert)

Zwei Trends prägten diese Zeit: Individualismus und gesellschaftliches Engagement.

  • Romantik: Subjektivismus, Ablehnung der Realität, Flucht in Fantasie und Exotik.
  • Symbolismus: Begründet durch Baudelaire, fokussiert auf die poetische Sprache.
  • Realismus: Detaillierte Wiedergabe der Realität, beeinflusst durch den Positivismus.
  • Irrationalismus: Reaktion gegen den Positivismus; Impulse und Wille als Motoren der Gesellschaft.

Moderne (XX. und XXI. Jahrhundert)

Diese Ära ist geprägt von einer Vielzahl an Strömungen:

  • Moderne & Noucentisme: Streben nach Schönheit, Funktionalität und kultureller Modernisierung.
  • Avantgarden: Futurist (Geschwindigkeit), Kubismus (neue Raumkonzeption), Dadaismus (Absurdes) und Surrealismus (Unterbewusstsein).
  • Existentialismus: Das Leben als absurder Vorgang ohne transzendenten Sinn.
  • Magischer Realismus: Integration fantastischer Elemente in den Alltag.

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