Grundlagen der Logopädie und Sprachpathologie
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Intervention bei Sprachproblemen
Dies bezieht sich auf Patienten mit Sprachproblemen beim Spracherwerb, im sprachlichen Ausdruck, in der Aussprache sowie beim Lesen und Schreiben. Die Rolle der Logopädin besteht darin, das gute Sprechen zu lehren und Kommunikationssysteme anzubieten, die von mündlichen über schriftliche bis hin zu gestischen Ausdrucksformen reichen.
Logopädie: Definition und Aufgaben
Die Logopädie ist eine Disziplin, welche die Erforschung, Prävention, Beurteilung, Diagnose und Behandlung von Sprachpathologien umfasst.
Artikulation der Sprache und Dyslalie
Dyslalie bezeichnet Veränderungen in der Artikulation der Phoneme. Es besteht eine Schwierigkeit, diese korrekt auszusprechen, was sowohl Vokale als auch Konsonanten betrifft. Es gibt verschiedene Arten:
- Entwicklungsbedingt: Sprachliche Unreife.
- Audiogen: Fehlendes Gehör.
- Funktionell: Schwierigkeiten in der motorischen Ausführung.
- Organisch: Organische Beeinträchtigung.
Dysglossie: Eine Artikulationsstörung, die durch Verletzungen oder Fehlbildungen der peripheren Sprechorgane verursacht wird. Dyspraxie: Mangelnde Bewegungsorganisation. Rhinolalie: Veränderungen in der Artikulation einiger Phoneme oder deren Fehlen.
Sprachverzögerungen und Aphasie
Einfache Sprachentwicklungsverzögerung: Ohne offensichtliche pathologische Ursache; das Sprachverständnis und der sprachliche Ausdruck liegen unter dem Niveau Gleichaltriger. Dysphasie (moderate Verzögerung): Globale Ausdrucksstörung mit geringem Wortschatz. Aphasie (erhebliche Verzögerung): Verlust der Sprache durch ein Schädel-Hirn-Trauma oder einen Tumor; es treten Probleme in der Artikulation, im Wortschatz und in der Syntax auf.
- Kongenital: Ausbleiben der Sprachentwicklung.
- Erworben: Tritt auf, wenn die Sprache bereits erlernt wurde.
- Motorisch: Läsion im Broca-Areal; Sprache wird verstanden, kann aber nicht ausgedrückt werden.
- Gemischt: Betrifft sowohl motorische als auch rezeptive Areale.
- Sensorisch: Läsion im Wernicke-Zentrum; der Sinn der Worte wird nicht verstanden.
Mutismus: Unfähigkeit zu sprechen, oft verursacht durch einen Schock oder ein traumatisches Erlebnis.
Grundlagen der Pathologie und Gesundheit
Die Pathologie besteht aus drei Teilen: Ätiologie (Ursache), Pathophysiologie (Untersuchung der Krankheitsentstehung) und Symptomatik (Umgang mit Anzeichen und Symptomen).
Gesundheit: Ein Zustand vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht bloß die Abwesenheit von Krankheit. Normalität: Diese wird bestimmt durch geistige, soziale und emotionale Funktionsfähigkeit sowie die persönliche Arbeitsweise.
Ebenen und Ursachen von Sprachstörungen
Einordnung in das Sprachsystem: Ebenen von Sprache, Stimme und Sprechen. Eine Beeinträchtigung der Sprache verfügt über drei Ebenen:
- Phonologisch: Fehlerhafte Lautbildung.
- Expressiv: Geringer Wortschatz und fehlerhafte Anwendung.
- Rezeptiv: Unfähigkeit, Sprache zu verstehen.
Bereiche, Zonen und Ursachen
Betroffene Bereiche: Diese können linguistisch bedingt sein oder von einer Krankheit herrühren. Primäre Störung: Linguistisch (z. B. Aphasie). Sekundäre Störung: Infolge einer Krankheit.
Betroffene Zonen: Eingabestörung (auditiver Input), Ausdrucksdefizit (z. B. Dyslalie) oder zentrale Störungen (Sprachprobleme durch zerebrale Schädigung).
Ursachen der Sprachstörung:
- Biologisch: Erblich, perinatal, kongenital oder postnatal.
- Funktionell: Aufgrund einer Fehlfunktion der an der Lautbildung beteiligten Organe.
- Organisch-funktionell: Wenn das Organ betroffen ist, ist auch die Funktion beeinträchtigt.
- Endokrin: Beeinträchtigung der psychomotorischen Entwicklung.
- Umweltbedingt: Bezieht sich auf den sozialen Kontext.
- Psychosomatisch: Störungen des Sprechens, die das Denken beeinflussen können.
Pathologien der Phonation und Redefluss
Funktionelle Dysphonie: Stimmveränderung durch Schädigung der Phonationsorgane. Funktionelle Dysphonien ohne anatomische Schädigung: Verursacht durch Stimm-Missbrauch. Aphonie: Völliger Verlust der Stimme.
Redeflussstörungen (Stottern): Eine Veränderung des Sprechrhythmus und der Kommunikation durch Wiederholungen oder Blockaden.
- Klonisch: Wiederholungen von Silben.
- Tonisch: Blockaden.
- Gemischt: Kombination aus beidem.