Grundlagen der Modellierung und Anforderungsspezifikation

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Ein Modell als Abstraktion eines semantisch geschlossenen Systems

1.7.2.2 Modeling Language

Eine Modellierungssprache dient der Spezifikation, Konstruktion, Visualisierung und Dokumentation von Software-Systemen.

Warum ist eine Modellierungssprache notwendig?

  • Komplexe Systeme sind ohne ein beschreibendes Modell schwer zu verstehen.
  • Die Verwendung einer Modellierungssprache zur Erfassung der Semantik beliebiger Software-Systeme ist für die Durchführung von Software-Projekten von wesentlicher Bedeutung.
  • Die Darstellung eines Modells in einer Modellierungssprache bietet einen hohen Mehrwert bei der Bewältigung von Komplexität.

1.7.3 Prinzip der Teilung

  • Aufteilung in Teilbereiche: Reduzierung der Komplexität durch Unterteilung in Funktionalität, Informationen und Verhaltensweisen.
  • Hierarchische Struktur:
    • Vertikale Teilung: Raffinesse (Refinement).
    • Horizontale Teilung: Funktionale Trennung (Standard in der Modellierungssprache).

2.1 Spezifikation von Software-Anforderungen

Eine Spezifikation ist ein Dokument, das Anforderungen, Design, Verhalten oder andere Charakteristika eines Systems oder einer Komponente vollständig, genau und nachprüfbar definiert.

Anforderungen an die Spezifikation

  • Funktionen: Muss genaue Angaben enthalten und Informationen effektiv kommunizieren.
  • Inhalt: Beschreiben Sie die Software-Anforderungen, schließen Sie unnötige Aspekte aus und vermeiden Sie Design-Details, sofern diese nicht die Anforderungen als Constraints betreffen.

Wünschenswerte Merkmale

  • Nicht mehrdeutig: Jede Anforderung lässt nur eine Interpretation zu.
  • Vollständig: Beinhaltet alle wesentlichen Anforderungen und definiert Antworten auf alle Arten von Eingaben.
  • Kompatibel: Entspricht Standard-Spezifikationen und referenziert alle Abbildungen und Tabellen korrekt.
  • Leicht zu überprüfen: Es existiert ein endliches und kostengünstiges Verfahren, um die Erfüllung der Anforderung durch Mensch oder Maschine zu verifizieren.
  • Konsistent: Keine Konflikte oder Widersprüche. Vermeidung unterschiedlicher Begriffe für dasselbe Objekt sowie logischer oder zeitlicher Konflikte zwischen Maßnahmen.
  • Einfache Handhabung: Änderungen müssen konsistent umsetzbar sein.
  • Keine Redundanz: Einfache Identifikation von Ursprung und Verlauf jeder Anforderung.
  • Einfache Rückverfolgbarkeit (Traceability): Referenzierung in beide Richtungen.
  • Wartbarkeit: Einfache Nutzung in Betrieb und Wartung; die Personalentwicklung sollte nicht von der Wartung abhängen.
  • Wissensquelle: Dient als zentrale Informationsquelle.

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