Grundlagen der Moral: Gott, Natur und Gesetz
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1. Die Basis in Gott: Extrinsische Gründe
Die Legitimation moralischer Werte basiert auf der Annahme, dass ein Handeln gut ist, wenn es den Willen Gottes widerspiegelt. Monotheistische Religionen befürworten einen einheitlichen moralischen Kodex und führen zu einem universalistischen Standpunkt, der eindeutige Werte mit universeller Gültigkeit postuliert. Der Zugang zu diesem Wissen erfolgt durch Offenbarung, die für Gläubige eine hohe Überzeugungskraft besitzt.
2. Das Fundament in der Natur
Der Anthropozentrismus betrachtet die Natur oft als Quelle der Inspiration für Schönheit und Güte. Mittelalterliche Denker sahen die Natur als Manifestation des göttlichen Willens, während rationalistische Philosophen die menschliche Natur und natürliche Rechte als Verhaltensmuster heranzogen. Aus dieser Perspektive gilt: Alles, was natürlich ist, ist gut.
Eine Idee mit vielen Gesichtern
Der Begriff der Natur wurde vielfältig zur Legitimierung genutzt, etwa im Wirtschaftsliberalismus oder in totalitären Ideologien, in denen der Wert durch die Überlegenheit der Sieger definiert wurde. Die Berufung auf die Natur ist dabei allgegenwärtig.
Der naturalistische Fehlschluss
Der naturalistische Fehlschluss beschreibt den ungerechtfertigten Sprung von der deskriptiven Ebene (was ist) zur normativen Ebene (was sein soll). Da die Natur sowohl positive als auch negative Aspekte aufweist, ist die bloße Nachahmung der natürlichen Welt kein valides moralisches Argument.
3. Die Grundlage des Gesetzes
Eine weitere Quelle der Moral ist die Gleichsetzung von Moralität und Legalität. Hierbei dienen gemeinsam verabschiedete Gesetze als Maßstab des Handelns: Gut ist, was den Gesetzen entspricht. Um jedoch Gesetze kritisch zu hinterfragen oder zu ändern, müssen evaluative Kriterien herangezogen werden, die außerhalb des positiven Rechts liegen.