Grundlagen der Nachhaltigkeit: Ökologie und Ökonomie
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Nachhaltigkeit und industrielle Entwicklung
Die industrielle Revolution leitete einen Prozess ein, der zu starkem Wirtschaftswachstum in den entwickelten Ländern und zu einem weltweiten Bevölkerungswachstum führte. Dies verursachte tiefgreifende Veränderungen in der Umwelt, die in einer bedeutenden Umweltkrise mündeten. Wenn das ökonomische System unabhängig vom globalen Ökosystem wächst, entstehen erhebliche Risiken.
1. Konzept der Tragfähigkeit
Die Tragfähigkeit eines Ökosystems definiert die maximale Anzahl an Individuen einer Population (K), die in einer Region dauerhaft überleben können. Die Bevölkerung wächst tendenziell, bis der Umweltwiderstand das Wachstum begrenzt. Dieser Widerstand umfasst Faktoren wie Ressourcenknappheit, Wettbewerb und Krankheiten.
- Brutto-Primärproduktion (GPP): Die durch Photosynthese synthetisierte organische Substanz.
- Netto-Primärproduktion (NPP): Die für Heterotrophe verfügbare organische Substanz, ein limitierender Faktor für das Bevölkerungswachstum.
Menschliche Kapazität und ökologischer Fußabdruck
Der Mensch unterscheidet sich durch seine Fähigkeit, Umweltbedingungen zu kontrollieren (z. B. durch Landwirtschaft und Medizin). Der ökologische Fußabdruck misst die produktive Land- oder Seefläche, die zur Erzeugung der benötigten Ressourcen und zur Aufnahme von Abfällen (inkl. CO2) erforderlich ist. Der globale Durchschnitt liegt bei 2,3 Hektar pro Person, während die Tragfähigkeit der Erde nur 2,1 Hektar beträgt.
Konzept der Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit beschreibt die lebensfähige Interaktion zwischen sozioökonomischen Systemen und Ökosystemen. Sie bewahrt die globale Belastbarkeit, während sich das sozioökonomische System weiterentwickelt.
Phasen der Entwicklung
- Sozioökonomisch: Quantitatives Wachstum, qualitatives Wachstum und Regression.
- Ökosystem: Sukzession (Wachstum), Klimax (Stabilität) und Regression (Störung).
Operative Prinzipien der Nachhaltigkeit
- Nachhaltige Ernte: Entnahmerate ≤ Erneuerungsrate.
- Nachhaltige Ressourcennutzung: Nicht-erneuerbare Ressourcen nur durch Recycling oder Substitute nutzen.
- Nachhaltige Emissionen: Emissionsrate ≤ Assimilationskapazität der Natur.
- Zero-Emission: Vermeidung toxischer, nicht biologisch abbaubarer Abfälle.
- Nachhaltige Integration: Siedlungen müssen in die Kapazität des Ökosystems integriert sein.
- Technologieauswahl: Fokus auf Effizienz.
- Vorsorgeprinzip: Unsicherheiten berücksichtigen und Grenzwerte unterschreiten.
Mechanistische vs. Systemische Sichtweise
Die mechanistische Sichtweise betrachtet die Wirtschaft als isoliertes System, das durch Technik und Substitution (U-Kurve) Probleme lösen kann. Die systemische Sichtweise hingegen erkennt, dass menschliche Gesellschaften vollständig von Ökosystemen abhängen. Wissenschaft und Technik können natürliche Funktionen nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.
Ökologische, wirtschaftliche und soziale Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit erfordert ein Gleichgewicht zwischen ökologischem Kapital, wirtschaftlichem Wohlstand und sozialer Gerechtigkeit. Wahres Umweltmanagement plant menschliche Aktivitäten so, dass natürliche Systeme ihre Funktionen als Ressourcenquelle, Abfallsenke und Lebensraum dauerhaft erfüllen können.