Grundlagen der Netzwerktechnik: IP-Routing, IPv4 und IPv6
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Verbindungsorientierte vs. verbindungslose Kommunikation
Verbindungslos (Datagramm-orientiert)
- Das Paket enthält Quell- und Zieladresse.
- Der Router muss keine Zustandsinformationen über Verbindungen speichern.
- Routing-Tabellen ändern sich dynamisch je nach Netzwerkverkehr.
- Schwieriger bei der Fehlerbedienung und -steuerung.
Verbindungsorientiert
- Erfolgt durch eine virtuelle Verbindungs-Identifikationsnummer.
- Jede virtuelle Schaltung erfordert ein Feld in der Routing-Tabelle.
- Definiert einen virtuellen Pfad, der bestehen bleibt, bis er verloren geht oder gesättigt ist.
- Einfacher bei ausreichenden Ressourcen für jede virtuelle Verbindung.
Internet: Definition
Verbundnetze mit Anwendungen, die eine gemeinsame Schnittstelle unabhängig von der physikalischen Struktur des zugrunde liegenden Netzes nutzen.
IP-Routing auf einem Host
Eingehende Pakete werden analysiert, um festzustellen, ob der lokale Host der Empfänger ist:
- Wenn ja, wird das Paket verarbeitet und an die obere Schicht weitergeleitet.
- Ansonsten: Wenn der Computer ein Router ist, wird das Paket gemäß dem Routing-Algorithmus an den nächsten Knoten gesendet.
- Andernfalls wird das Paket verworfen.
IPv4-Header
- Version (4 Bits): Unterscheidung zwischen IPv4 und IPv6.
- IHL (4 Bits): Länge des Headers in 32-Bit-Worten. Maximal 60 Bytes, Mindestlänge 20 Bytes.
- Art der Dienstleistung (8 Bits): Indikator für die Dienstgüte (QoS).
- Länge (16 Bit): Definiert die Gesamtlänge des IP-Pakets (max. 65.535 Bytes).
- Feld-ID (16 Bit): Identifiziert das Datagramm bei Fragmentierung.
- Bit DF (Don't Fragment): Verhindert die Fragmentierung des Pakets.
- Bit MF (More Fragment): Zeigt an, ob weitere Fragmente folgen.
- Fragment Offset (13 Bit): Hilft beim Zusammensetzen fragmentierter Datagramme.
- Lifetime (TTL): Gibt die Lebensdauer des Pakets an. Jeder Router dekrementiert den Wert; bei 0 wird das Paket verworfen.
- Protokoll: Zeigt das Protokoll der oberen Schicht an.
- Prüfsumme (16 Bit): Erkennt Fehler im Header.
- Quell- und Zieladresse (je 32 Bit).
- Optionen: Variable Länge für zusätzliche Funktionen.
Multicast: Performance
Ein aktiver Prozess auf einem Host muss die Netzwerkkarten anweisen, Teil einer bestimmten Gruppe zu werden. Die Software ordnet die Multicast-Adresse einer physikalischen Adresse zu. Router nutzen das IGMP (Internet Group Management Protocol), um Multicast-Pakete in andere Netzwerke weiterzuleiten.
CIDR (Classless Inter-Domain Routing)
CIDR verwendet die VLSM-Technik (Variable Length Subnet Masking), um IP-Adressen effizienter zuzuweisen. Durch die Aggregation mehrerer Präfixe zu Supernets wird die Anzahl der Einträge in globalen Routing-Tabellen reduziert.
Private IP-Adressen (RFC 1597)
Private Adressen sind für interne Unternehmensnetzwerke reserviert und nicht im Internet routbar:
- Klasse A: 10.0.0.0 bis 10.255.255.255
- Klasse B: 172.16.0.0 bis 172.31.255.255
- Klasse C: 192.168.0.0 bis 192.168.255.255
NAT-Problematik
NAT (Network Address Translation) bricht das Ende-zu-Ende-Prinzip des Internets. Probleme entstehen bei Protokollen, die IP-Adressen im Nachrichtentext mitsenden (z. B. FTP), oder durch die Begrenzung der gleichzeitigen Verbindungen pro öffentlicher IP-Adresse.
Ziele von IPv6
- Unterstützung von Millionen von Hosts.
- Reduzierung der Routing-Tabellengröße.
- Vereinfachung des Protokolls.
- Verbesserte Sicherheit (Authentifizierung und Vertraulichkeit).
- Bessere Dienstgüte (QoS).
IPv6-Header
Der Header hat eine feste Größe von 40 Bytes und enthält:
- Traffic Class (8 Bits): Priorität.
- Flow Label (20 Bits): Dienstgüte.
- Next Header (8 Bits): Typ des folgenden Headers.
- Hop Limit (8 Bits): Entspricht der TTL.
- Quell- und Zieladresse (je 128 Bits).
IPv6-Erweiterungsheader
IPv6 ermöglicht flexible Erweiterungsheader, um neue Funktionen schrittweise hinzuzufügen. Der "Next Header"-Wert verweist auf den jeweils folgenden Header.
Typen von IPv6-Adressen
- Unicast: Identifiziert eine einzelne Schnittstelle.
- Multicast: Identifiziert eine Gruppe von Schnittstellen; das Paket wird an alle zugestellt.
- Anycast: Identifiziert eine Gruppe von Schnittstellen; das Paket wird an die topologisch nächste Schnittstelle zugestellt.
IPv6-Übergangsmechanismen
- Dual Stack: Knoten unterstützen sowohl IPv4 als auch IPv6 gleichzeitig.
- Tunneling: Kapselung von IPv6-Paketen in IPv4-Pakete zur Übertragung über IPv4-Infrastrukturen.
- Übersetzung: Mechanismen zur Kommunikation zwischen reinen IPv4- und IPv6-Knoten.