Grundlagen der Pflegetheorien und Pflegeprozess
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1. Metaparadigma der Pflege
- Person: Empfänger der Pflege (Individuum, Familie, Gemeinschaft) unter Berücksichtigung körperlicher, geistiger, seelischer und soziokultureller Aspekte.
- Umwelt: Alle internen und externen Bedingungen und Einflüsse auf die Person.
- Gesundheit: Grad des Wohlbefindens oder der Krankheit.
- Pflege: Tätigkeiten, Merkmale und Eigenschaften der pflegenden Person.
2. Klassifikation von Pflegemodellen
- Entwicklungstheorien: Fokus auf Wachstum und Reifung zur Maximierung des persönlichen Potenzials.
- Systemtheorien: Betrachtung des Menschen als offenes System; das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
- Interaktionstheorien: Fokus auf zwischenmenschliche Beziehungen und gegenseitige Interaktion.
3. Merkmale einer Pflegetheorie
Eine Theorie sollte logisch, einfach, verallgemeinerbar und wissenschaftlich fundiert sein. Sie dient dazu, Phänomene zu beschreiben, Zusammenhänge zu erklären, Ergebnisse vorherzusagen und die Pflegepraxis zu verbessern.
4. Virginia Hendersons Pflegemodell
Henderson definiert 14 Grundbedürfnisse. Die Person strebt nach Unabhängigkeit. Ist ein Bedürfnis nicht erfüllt, ist die Person nicht unabhängig. Die Pflegeintervention konzentriert sich auf die Bereiche der Abhängigkeit (Wissen, Stärke, Wille).
5. Dorothea Orems Selbstpflegemodell
Selbstpflege ist die Ausübung von Tätigkeiten zur Erhaltung des eigenen Lebens, der Gesundheit und des Wohlbefindens. Die Fähigkeit zur Selbstpflege hängt von Alter, Entwicklungsstand, Gesundheitszustand und Ressourcen ab.
Pflegesysteme nach Orem
- Vollständig kompensatorisch: Patient ist unfähig, sich selbst zu versorgen.
- Teilweise kompensatorisch: Patient benötigt Unterstützung bei bestimmten Maßnahmen.
- Unterstützend-erziehend: Fokus auf Beratung und Anleitung zur Selbsthilfe.
6. Der Pflegeprozess (PAE)
Der Pflegeprozess ist ein systematischer, dynamischer und interaktiver Ansatz zur Problemlösung:
- Assessment: Datenerhebung, Validierung und Organisation.
- Diagnose: Analyse der Daten zur Identifizierung von Pflegeproblemen.
- Planung: Zielsetzung und Entwicklung eines Maßnahmenplans.
- Durchführung: Praktische Umsetzung der geplanten Maßnahmen.
- Evaluation: Überprüfung der Wirksamkeit und Anpassung des Plans.
7. Kommunikation und Datenerhebung
Ein erfolgreiches Interview erfordert eine ruhige Umgebung, aktives Zuhören, Empathie und den Einsatz offener Fragen. Fehler wie die Verwendung von Kindersprache oder medizinischem Fachjargon bei Laien sind zu vermeiden.
8. Delegation in der Pflege
Delegation bedeutet die Übertragung von Verantwortung für eine Tätigkeit bei gleichzeitiger Beibehaltung der rechtlichen Verantwortung. Wichtig sind die Wahl der richtigen Aufgabe, der richtigen Person und die klare Kommunikation.
9. Pflegetheorien im Überblick
- Hildegard Peplau: Fokus auf die therapeutische Beziehung (Orientierung, Identifikation, Nutzung, Ablösung).
- Callista Roy: Anpassungsmodell (Mensch als offenes System, das auf Reize reagiert).
- Lydia Hall: Drei Kreise (Person/Essenz, Körper/Pflege, Krankheit/Heilung).
- Martha Rogers: Modell des einheitlichen Menschen in harmonischer Interaktion mit der Umwelt.
- Jean Watson: Fokus auf humanistische Werte und transpersonale Pflege.
- Madeleine Leininger: Transkulturelle Pflege und Berücksichtigung kultureller Werte.