Grundlagen der Phonetik und Phonologie
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Grundbegriffe der Phonetik und Phonologie
Phonem: Die kleinste sprachliche Einheit ohne eigene Bedeutung. Es wird im Kontext verwendet, um zwischen verschiedenen Bedeutungen zu unterscheiden (Opposition).
Laut (Sound): Die physikalische Realisierung eines Phonems. Ein Phonem kann je nach Kontext unterschiedliche Realisierungen haben. Die Sequenz der Laute bildet die gesprochene Sprache.
Rechtschreibung (Orthografie): Die grafische Darstellung von Lauten durch Buchstaben oder Digraphen gemäß geltenden Standards. Die Lautschrift erfolgt meist über das Internationale Phonetische Alphabet (IPA).
Teilgebiete der Linguistik
- Phonologie: Bestimmt die Phoneme einer Sprache.
- Phonetik: Untersucht die Laute der Sprache hinsichtlich ihrer artikulatorischen und akustischen Eigenschaften.
- Orthografie: Bestimmt die grafische Darstellung der Laute durch Buchstaben.
Artikulation von Lauten
Die Artikulation hängt davon ab, wie die Luft durch die Sprechorgane strömt:
- Stimmhaftigkeit: Schwingen die Stimmbänder (stimmhaft) oder nicht (stimmlos)?
- Nasale vs. orale Laute: Entweicht die Luft durch den Mund (oral) oder durch die Nase (nasal)?
- Artikulationsorgane: Zähne (dental), Alveolen (alveolar), harter Gaumen (palatal), weicher Gaumen (velar), Lippen (labial) und Zunge.
Konsonanten
Artikulationsorte
Der Punkt im Mund, an dem der Luftstrom behindert wird: bilabial, labiodental, dental, alveolar, palatal, velar.
Artikulationsarten
- Verschlusslaut (Plosiv): Vollständiger Verschluss des Vokaltraktes.
- Frikativ (Reibelaut): Ein Engpass wird gebildet, durch den die Luft mit Reibung strömt.
- Affrikate: Kombination aus Verschluss- und Reibelaut.
- Approximant: Annäherung der Sprechorgane ohne starke Reibung.
- Liquid: Die Luft entweicht an den Seiten der Zunge.
- Nasal: Verschluss im Mundraum, während die Luft durch die Nase entweicht.
Vokale und Diphthonge
Vokale: Luftemission ohne wesentliche Hindernisse. Unterscheidung nach Öffnungsgrad des Mundes und Zungenposition. Sie sind silbenbildend (tonisch oder unbetont).
Diphthonge
- Steigend (Crescent): Ein Halbvokal (u/i) geht einem Vokal voraus (z. B. in "Wasser", "Quell").
- Fallend (Decreixents): Ein Vokal wird von einem Halbvokal gefolgt.
Kontaktphänomene
- Intonation und Assimilation: Konsonanten verändern ihren Klang in Kontakt mit anderen Lauten (z. B. Auslautverhärtung: b wird zu [p]).
- Labialisierung: Anpassung des Phonems /n/ an einen folgenden labialen Laut.
- Palatalisierung: Verschiebung des Artikulationsortes in Richtung des harten Gaumens.
- Velarisierung: Verschiebung des Artikulationsortes zum weichen Gaumen.
- Gemination: Verdopplung der Aussprache eines Lautes.
- Emmudiment (Verstummung): Ein geschriebener Buchstabe wird nicht ausgesprochen (z. B. in bestimmten Endungen wie -ng oder -s).
- Elision: Wegfall eines Vokals beim Aufeinandertreffen zweier Vokale.
- Synalöphe: Verschmelzung von Vokalen an Wortgrenzen zur Bildung einer Silbe.