Grundlagen der Psychologie: Gedächtnis und Lernen
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Definition und Arten des Gedächtnisses
Gedächtnis: Das Gedächtnis ist der psychologische Prozess, der Daten behält, speichert, abruft und löscht.
Arten des Gedächtnisses
Beide Arten des Speichers arbeiten zusammen:
- 1) Deklaratives Gedächtnis: Die Fähigkeit, Informationen rund um die Sprache (Nummern, Adressen, Theorien etc.) zu speichern.
- 2) Erinnerung an Fakten: Gespeicherte Nummern, Prozesse und das Zeitgefühl.
Die zeitlichen Phasen des Speicherns
1) Sensorischer Speicher: Dies ist die einfachste Art des Speichers. Er erfasst Reize aus der Umwelt nur vorübergehend im Zusammenhang. Er dauert zwei Minuten und zielt darauf ab, sich in der Umwelt zu entwickeln, speichert jedoch keine wichtigen Informationen.
2) Kurzzeitgedächtnis (Short-term memory): Dieses hält von Stunden bis zu zwei Tagen an. Die temporäre Speicherung von Informationen hilft uns, tägliche Aktivitäten auszuführen.
3) Langzeitgedächtnis (Long-term memory): Es speichert Informationen über Monate und Jahre, z. B. Addieren, Subtrahieren, Lesen, wichtige Anlässe etc. Diese Daten können verloren gehen, wenn die Tatsachen mit der Zeit an Bedeutung verlieren.
4) Permanenter Speicher: Hier wird das Leben bewahrt. Es gibt zwei Arten von Informationen: wichtige Informationen (z. B. sprechen lernen) und transzendente Informationen (Ihr Name, Ihr Geburtsdatum). Diese gehen nur durch Unfall oder Trauma verloren.
Der Prozess des Vergessens
Das Vergessen zielt darauf ab, psychische Energie, Zeit und Platz zu sparen. Es löscht unwichtige Daten und Informationen, die nicht verwendet werden.
Gedächtnisstörungen und Veränderungen
1) Hypermnesie: Eine außergewöhnliche Fähigkeit, detaillierte Informationen zu behalten. Menschen mit diesem Zustand haben eine lange Lebensdauer als Produkt einer Überfrachtung mit Informationen in ihren Köpfen.
2) Retrograde Amnesie: Das Vergessen traumatischer Ereignisse (Gedächtnislücken).
3) Anterograde Amnesie: Das Subjekt vergisst alle Ereignisse nach dem traumatischen Ereignis, vergisst aber niemals wichtige Basisinformationen.
4) Verlust des Kurzzeitgedächtnisses: In diesem Fall wacht die Person nach einer gewissen Zeit auf und verliert ihr Gedächtnis.
Definition und Grundlagen des Lernens
Lernen ist ein Synonym für die Anpassung in den Kernorganismen. Beim Menschen hängt das Lernen von der individuellen Entwicklung dieser Fähigkeit ab. Lernen ist eine relativ dauerhafte Veränderung von Verhaltensmustern, die von unserer Anpassungsfähigkeit sowie von unabhängigen Faktoren (Motivation, Interesse, Selbstwertgefühl, Persönlichkeitstypen) abhängt.
Man kann auch lernen zu vergessen, da das Gedächtnis und die Sprache an Relevanz verlieren können, wenn sie nicht aktualisiert werden. Das Lernen beginnt in der Wahrnehmung, stützt sich auf das Gedächtnis und wird signifikant, wenn es in das Langzeitgedächtnis oder den permanenten Speicher übergeht.
Die verschiedenen Wege des Lernens
- Imitation: Das Verhalten eines bestimmten Modells wird wiederholt.
- Versuch und Irrtum: Das Verhalten wird wiederholt, auch wenn das Subjekt dabei Fehler macht.
- Bedingtes Lernen: Lernen erfolgt nur, wenn das Subjekt eine Belohnung für das Verhalten erhält.
- Konstruktivismus: Das Subjekt baut sein Lernen selbstmotiviert auf.
Wichtige Theoretiker: Pavlov, Thorndike und Skinner
Ivan Pavlov: Ein russischer Physiologe des späten 19. Jahrhunderts und der erste Wissenschaftler des Lernens. Er arbeitete mit Tieren und führte Versuche zur Untersuchung des tierischen Verhaltens durch, wobei er Reaktionen und angeborene Reflexe beobachtete. Die einfachste Art des Lernens ist die klassische Konditionierung oder die operante Konditionierung.
Operante Konditionierung nach Thorndike und Skinner
Diese Theorie wendet Pavlovs Erkenntnisse auf den Menschen an.
- Positive Verstärkung: Das Verhalten wird wiederholt, bis das Individuum eine Belohnung erhält. Das Ziel ist es, das Verhalten beizubehalten.
- Negative Verstärkung: Das Verhalten wird wiederholt, bis das Individuum eine Strafe erhält. Das Ziel ist es, das Verhalten zu ändern.
Probleme dieser Theorie
- Es erfordert eine ständige Verbesserung des Verhaltens.
- Wenn das Verhalten nur verstärkt wird, kann es erlöschen.
- Das Lernen ist sehr einfach und beschränkt.
- Das Subjekt wird abhängig von Belohnung und Bestrafung.