Grundlagen des Rechts und Hierarchie der Normen
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Die fünf Säulen des Rechtswesens
- 1. Das Gesetz: Die Rechtsstaatlichkeit hat Vorrang vor allen anderen schriftlichen oder ungeschriebenen Normen.
- 2. Das Gewohnheitsrecht (Der Brauch): Grundlage ist die wiederholte Praxis eines bestimmten Verhaltens mit der Absicht, eine rechtliche Bindung zu erzeugen.
- 3. Allgemeine Rechtsgrundsätze: Sie bilden das Fundament des Rechts und sind die Säulen, auf denen alle Regeln konstruiert werden. Diese Grundsätze sind von Moral, Gerechtigkeit und Gleichheit inspiriert und finden im Vergleich zum Gesetz unmittelbare Anwendung.
- 4. Rechtsprechung (Beschlüsse): Gemeinsame Erklärungen des Obersten Gerichtshofs zu ähnlichen Sachverhalten, die eine einheitliche rechtliche Reaktion gewährleisten.
- 5. Rechtswissenschaftliche Lehre: Die gemeinsame Arbeit von Rechtsexperten, die durch ihre Auslegung der Rechtsvorschriften die Umsetzung des Gesetzes in verschiedenen Fällen unterstützen.
Die Hierarchie der Rechtsnormen
Die Verfassung
Die Verfassung ist die oberste Grundregel unseres Staates. Sie enthält die grundlegenden Rechte und Pflichten der Bürger, beschreibt die Funktionsweise des Staates und regelt die bürgerlichen Freiheiten sowie das Wahlsystem.
Organische Gesetze (Organic Laws)
Hierbei handelt es sich um Normen, die vom Parlament (Cortes) mit absoluter Mehrheit angenommen werden. Ihr Inhalt umfasst die Entwicklung der Rechtsprechung sowie grundlegende Rechte und Pflichten.
Einfache Gesetze (Ordinary Laws)
Diese Normen werden vom Parlament mit einfacher Mehrheit verabschiedet. Sie behandeln alle Themen, die nicht durch ein organisches Gesetz geregelt werden müssen. Diese Gesetze dürfen weder das Wahlsystem der autonomen Regionen noch die Grundrechte der Bürger beeinträchtigen.
Königliches Dekret (Notverordnung)
Eine exekutive Norm, die in dringenden Fällen verabschiedet wird. Sie ist für 30 Tage gültig. Innerhalb dieser Frist muss der Kongress die Regelung bestätigen, aufheben oder ändern (Beispiel: Mindestlohn).
Gesetzliche Verordnungsbefugnis
Diese wird von der Regierung ausgeübt, um bestehende Gesetze oder Steuervorschriften (Llei / l'Impost) durch detaillierte Regelungen zu ergänzen und umzusetzen.
Spezifische Regelungen im Arbeitsrecht
Kollektivverträge (Tarifverträge)
Diese regeln die Arbeitsbedingungen einer bestimmten Branche oder Tätigkeit. Die Unterzeichnung des Abkommens erfolgt zwischen den Vertretern der Arbeitnehmer und den Vertretern der Arbeitgeber.
Sitten und Gebräuche
Gewohnheiten sind rechtlich relevante, wiederholte Verhaltensweisen, die an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Beruf auftreten. Wenn kein spezifisches Gesetz existiert, finden diese in Bezug auf die Arbeitsbedingungen Anwendung.
Wichtige Rechtsprinzipien
Günstigkeitsprinzip: Bestehen für denselben rechtlichen Sachverhalt verschiedene Regeln, so wird die für den Arbeitnehmer günstigste Regelung angewendet.
In dubio pro operario: Bei Zweifeln bezüglich der Interpretation einer Arbeitsnorm ist immer die Auslegung zu wählen, die für den Arbeitnehmer am vorteilhaftesten ist.