Grundlagen des Risikomanagements in der Versicherung

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Das Risiko ist die Grundlage der gesamten Versicherungswirtschaft; ohne Risiko gäbe es keine Versicherung. Risiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit von Verlust oder Beschädigung. Es ist die Möglichkeit eines ungewissen Ereignisses, das als Folge eines wirtschaftlichen Ungleichgewichts für die betroffene Person eintreten kann.

Definition und Merkmale des Risikos

Risiko: Die Wahrscheinlichkeit oder die Nähe einer Gefahr oder eines Schadens, die zu einem wirtschaftlichen Verlust führt. In der Regel müssen die folgenden Merkmale erfüllt sein, damit ein Risiko versichert werden kann:

  • Wahrscheinlichkeit: Das Ereignis kann eintreten oder auch nicht.
  • Rechtmäßigkeit: Das Ereignis muss sich innerhalb des gesetzlichen Rahmens bewegen.
  • Quantifizierbarkeit: Der mögliche Schaden muss messbar sein.
  • Zufälligkeit: Das Ereignis tritt plötzlich und unvorhersehbar ein (ohne Vorwarnung).

Klassifizierung von Risiken

Risiken werden nach verschiedenen Kriterien klassifiziert:

  1. Nach der Art des Verlustes: Rein spekulatives Risiko oder Personenrisiko.
  2. Nach Herkunft oder Umfang: Katastrophenrisiko.

Spekulatives Risiko

Hierbei besteht die Möglichkeit, einen Gewinn zu erzielen, einen Verlust zu erleiden oder dass kein finanzieller Unterschied eintritt. Menschen gehen dieses Risiko bewusst ein, um einen Profit zu erzielen, tragen dabei jedoch die Gefahr des Verlustes. Beispiel: Lotto spielen, da man gewinnen oder verlieren kann oder einen Einsatz erstattet bekommt.

Reines Risiko

Dies sind Gefahren, die uns ständig bedrohen, da immer die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Verlustes besteht. Beispiel: Ein wirtschaftliches Ungleichgewicht, das etwa durch den Verlust eines Ehepartners entstehen kann.

  • Inhärentes Risiko: Ein Risiko, das aufgrund seiner Natur untrennbar mit einer Situation oder Tätigkeit verbunden ist. Es ist charakteristisch für die jeweilige Tätigkeit eines Unternehmens.
  • Beeinflusstes Risiko (Built-Risk): Ein Risiko, das durch das Verhalten eines Mitarbeiters entsteht, der Risiken eingeht, um einen vermeintlichen Vorteil für sich oder das Unternehmen zu erzielen (z. B. Zeitersparnis oder Profilierung vor Kollegen).

Individuelle und katastrophale Risiken

Diese Klassifikation berücksichtigt sowohl die Höhe des Verlustes als auch die Zahl der betroffenen Personen:

  • a) Individuelle oder persönliche Risiken: Diese betreffen eine bestimmte Person oder einen kleinen Personenkreis. Beispiel: Tod eines Ernährers.
  • b) Katastrophenrisiko: Ein außergewöhnliches Ereignis in der Natur mit hoher Intensität und großem Schadensausmaß. Beispiel: Verluste durch einen Hurrikan.

Umgang mit Risiken

Alternativen zum Risikomanagement: Reduktion, Prävention, Selbstbehalt (Annahme), Streuung, Übertragung und Vermeidung (Löschen).

Das Risiko besteht aus zwei Komponenten:

  1. Die Eintrittswahrscheinlichkeit des Ereignisses (Gefahr).
  2. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis zu einem Schaden führt (Vulnerabilität).

Risikoanalyse und Solvenz

Die Theorie der Risikoanalyse befasst sich mit verschiedenen Problemen. Die Sicherstellung der Solvenz der Versicherer ist dabei eines der wichtigsten Ziele.

Solvenz: Die Fähigkeit eines Unternehmens, seine eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Man unterscheidet:

  • Statische Solvenz: Vorhandene Reserven des Unternehmens, um bereits bestehende Verpflichtungen zu decken.
  • Dynamische Solvenz: Berücksichtigung künftiger Verpflichtungen, Investitionsrisiken, Löhne etc.

Grundlegende Zielsetzungen der Versicherung

  • Überwachung eines stabilen Versicherungsmarktes zum Schutz der Versicherten.
  • Mindestkapitalanforderungen: Der Mindestbetrag, den ein Unternehmen vorhalten muss, um seinen Verpflichtungen auf einem bestimmten Niveau nachzukommen.
  • Zeitraum: Die Frist, in der das Unternehmen seine Verpflichtungen erfüllt.

Technische und nicht-technische Risiken

Technische Risiken: Unzureichende Prämienkalkulation, Bewertung technischer Reserven, Rückversicherungen, Betriebskosten, Kumulrisiken (Großschäden), Wachstum und Liquidation.

Investitionsrisiken: Abschreibungen, Liquiditätsinkongruenz, Markt- und Kreditrisiken, Investitionsbewertung, Beteiligungen an Finanzinstituten, Derivate.

Nicht-technische Risiken: Verwaltung, Garantien für Dritte, Konten Dritter, allgemeine wirtschaftliche Lage.

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