Grundlagen der Schmerztherapie: Analgetika und Entzündungshemmer

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Einführung in die Schmerztherapie

Analgetika sind Medikamente, die die Schmerzwahrnehmung verringern, ohne die zugrunde liegende Ursache zu beseitigen. Sie werden in zwei Hauptgruppen unterteilt:

Opioid-Analgetika

Diese wirken zentral (ZNS) und werden zur Linderung starker Schmerzen eingesetzt.

Nicht-Opioid-Analgetika

Diese wirken primär peripher (PNS) und sind die am häufigsten verwendeten Medikamente bei oralen Erkrankungen.

Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)

NSAR werden unterteilt in:

  • Entzündungshemmende Medikamente: z. B. Aspirin.
  • Fiebersenkende Medikamente: Mit geringer oder keiner entzündungshemmenden Wirkung.

Wirkmechanismus von NSAR

Die analgetische und entzündungshemmende Wirkung beruht auf der Hemmung der Prostaglandin-Synthese sowie der Hemmung des Enzyms Cyclooxygenase. Sie sind wirksam bei Zahn-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Kopfschmerzen sowie Fieber.

Indikationen und Nebenwirkungen

NSAR werden bei leichten bis mittelschweren Schmerzen eingesetzt. Zu den Nebenwirkungen gehören:

  • Gastritis und Sodbrennen
  • Durchfall und Verstopfung
  • Dyspepsie

Bei längerer Anwendung können Nierentoxizität, Überempfindlichkeit oder hämatologische Reaktionen auftreten.

Acetylsalicylsäure (Aspirin)

Eigenschaften

  • Analgetisch und fiebersenkend: 0,5 bis 2 g oral.
  • Entzündungshemmend: 3 g/24 h.
  • Thrombozytenaggregationshemmer: Auch in kleinen Dosen wirksam. Nicht empfohlen vor oder nach Zahnbehandlungen.
  • Harnsäure-Sekretion: Dosisabhängige Wirkung.

Pharmakokinetik und Dosierung

Aspirin wird im Magen und Duodenum resorbiert und weist eine hohe Proteinbindung auf. Die Halbwertszeit ist mit 15 Minuten sehr kurz. Die Dosierung beträgt bei Kindern 50 mg/kg/24 h und bei Erwachsenen 1–3 g/24 h.

Fiebersenkende Mittel ohne Entzündungshemmung

1. Paracetamol

Paracetamol wirkt schmerzstillend und fiebersenkend, besitzt jedoch keine entzündungshemmende Wirkung. Es ist das Mittel der Wahl bei Kindern unter 12 Jahren, um das Reye-Syndrom zu vermeiden. Die wichtigste Nebenwirkung ist die Lebertoxizität.

2. Metamizol (Nolotil)

Ein starkes Analgetikum, das bei Kolikschmerzen wirksam ist und häufig intramuskulär verabreicht wird.

Opioid-Analgetika

Opioide werden aus dem Schlafmohn gewonnen oder synthetisch hergestellt. Sie wirken über spezifische Rezeptoren im ZNS.

Klassifikation

  • Agonisten: Morphin, Heroin, Codein, Pethidin, Methadon, Fentanyl.
  • Rezeptor-Antagonisten: Naloxon, Naltrexon (blockieren die Wirkung der Agonisten).

Nebenwirkungen von Opioiden

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Schläfrigkeit, Euphorie, Miosis, Übelkeit, Verstopfung, Mundtrockenheit und Atemdepression. Eine Überdosierung wird mit Naloxon behandelt.

Glukokortikoide

Glukokortikoide hemmen die Prostaglandin-Synthese stärker als NSAR und wirken immunsuppressiv. In der Zahnmedizin werden sie begrenzt eingesetzt, etwa bei der Prophylaxe nach der Extraktion von Weisheitszähnen oder bei allergischen Notfällen.

Wichtige Hinweise

Die Behandlung darf nicht abrupt abgesetzt werden, da dies zu einer Nebennierenrindeninsuffizienz führen kann. Bei Patienten mit Diabetes, Bluthochdruck oder Magengeschwüren ist besondere Vorsicht geboten.

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