Grundlagen der Seismologie und Erdbebengefährdung
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Magnitude und Intensität von Erdbeben
Die Momenten-Magnitude wird aus einer Schätzung der Bruchfläche einer Verwerfung, dem Ausmaß der Bewegung (Schlupf) sowie der Steifheit des Gesteins im Bereich des Erdbebenherds berechnet. Die Intensität eines Erdbebens wird häufig anhand der modifizierten Mercalli-Skala qualitativ bestimmt und in der Regel auf einer Karte dargestellt.
Seismische Wellen
Wenn Gestein an einer Störung plötzlich bricht, wird Energie in Form von seismischen Wellen freigesetzt:
- P-Wellen (Primär- oder Kompressionswellen): Dies sind die schnellsten Wellen. Sie können feste, flüssige und gasförmige Medien durchqueren, wobei sie sich in Feststoffen schneller ausbreiten als in Flüssigkeiten.
- S-Wellen (Sekundär- oder Scherwellen): Diese Wellen können nur feste Materialien durchqueren. Sie bewegen sich langsamer als P-Wellen, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa drei Kilometern pro Sekunde durch die Erdkruste.
Wenn P- und S-Wellen die Erdoberfläche erreichen, bilden sie komplexe Oberflächenwellen, die sich entlang der Erdkruste bewegen.
Einfluss des Untergrunds
Verschiedene Erdmaterialien verhalten sich bei einem Erdbeben unterschiedlich, abhängig von ihrem Grad der Konsolidierung. Seismische Wellen bewegen sich schneller durch festes Grundgestein als durch unkonsolidierte Sedimente oder Böden.
Fachbegriffe der Seismotektonik
- Seismogene Quelle: Ein Krustenbereich mit einheitlicher Seismizität.
- Tektonische Struktur: Eine Struktur, die Erdbeben oder Verformungen an der Oberfläche erzeugen kann, wie etwa eine aktive Störung. Das Konzept der aktiven Störung definiert sich über das Alter ihrer letzten Aktivität.
- Seismotektonische Provinz: Eine Region mit ähnlichen geologischen, geophysikalischen und seismischen Eigenschaften. Man geht davon aus, dass in einer solchen Provinz ein einheitliches seismisches Potenzial herrscht, sodass Erdbeben überall auftreten können, auch wenn die Daten bisher Konzentrationen an bestimmten Orten zeigen.
Erdbebengefährdung und Standortanalyse
Das Kontrollbeben ist das maximale Erdbeben, das in einer seismogenen Quelle erwartet wird. Die Gefährdungsanalyse betrachtet die Entfernung zur Quelle sowie lokale Faktoren. Ergebnisse deterministischer Methoden können extrem konservativ sein. Faktoren wie die lokale seismische Reaktion führen in benachteiligten Gebieten oft zu hohen Verstärkungen. Zudem steigt die Dauer des Erdbebens in höher gelegenen Gebieten, und an Hängen können differentielle Verschiebungen auftreten. Die horizontale Komponente der Bewegung wird an Klippen oder Pistenkanten stärker verstärkt als die vertikale Komponente.